Wer einen derartig ikonischen Namen wie JUDAS PRIEST geprägt hat, darf auch bei den Album-Titeln Selbstbewusstsein verbreiten. Mit "Painkiller" wurde diesbezüglich schon vieles definiert und brennt im kollektiven Metal-Gedächtnis. Wer Schmerztöter kann, kann auch "Seelenerlöser" ,denken PRIEST und schreiten motiviert und mit guten Melodie- und Songideen zur Tat. 2014 veröffentlicht, befinden wir uns kollektiv betrachtet kurz vor Trumps konkreten Einstieg in die Politik und den nachhaltig wirkenden Entwicklungen in der Ukraine. Wohin sich das alles entwickelt, konnte damals, auch ein Jahr nach Gründung der AfD, noch mitnichten erahnt werden. Sicher und überschaubar wie diese Zeit dann letztlich trotz IS dann dennoch war, wirkt auch dieses Album, das ich freilich seit dieser Zeit nicht mehr groß angehört habe. Sieht man gegebenenfalls von der Vorbereitung auf ein PRIEST-Konzert 2015 oder 16 ab. Auch wenn ich von keiner drucklosen Produktion sprechen will, fehlt mir bei "Redeemer" dann doch der letzte Punch, wenn ich heute an das Album herangehe. Um es mal in meinen Worten zu beschreiben: das Songwritter-Team hatte einige wirklich sehr zündende Ideen: die Hymne "Halls of Valhalla" besticht durch einen mitreißenden Ohrwurmcharakter und verkörpert für mich eine klassische PRIEST- Hymne. Auch der Titeltrack kann was und "Sword of Damocles" macht Laune. So schafft man zu jeder Sekunde dynamische Rockmusik, die aber für mich den Anspruch "Metal Gods"- made nicht erfüllt. So haben wir nette "ACCEPT-Nummern" wie "Hell and Back", die Laune machen und sicher auch in der Fanklasse im Alter der Musiker für Begeisterung sorgen können. Was PRIEST hier ganz klar verpassen, ist der Führungsanspruch für eine Szene, die sie einst "METAL GODS" getauft hat. Eine Rolle, die im klassischen HEAVY METAL auf Dinosaurier-Ebene keiner so richtig zu erfüllen mag. IRON MAIDEN machen definitiv ihr Rock- und Prog- Ding, wenn ein neues Album aufgenommen wird, MANOWAR schweigen wir in diesem Kontext tot, die schon erwähnten ACCEPT liefern konstant und auf zufriedenstellendem Level. METALLICA zum traditionellen METAL gerechnet, liefern objektiv betrachtet zwar auch keine Göttergaben, überzeugen mich aber mit "Hardwired" (aus der Zeit) deutlich mehr, als die anderen "großen". Ein Aspekt, der einfach auch mal benannt gehört. Werde natürlich hier demnächst auch mit Tests um die Ecke kommen. JUDAS PRIEST haben hier ein cooles, wirklich unterhaltsames Heavy Rock- Album aufgenommen, das mit catchy Songs und teilweise treibender Rhythmik zu überzeugen weiß, aber zu keiner Sekunde über ein SINNER, PRIMAL FEAR oder BRAINSTORM - Album herauskommt, eher im Gegenteil. Würde hier nicht JUDAS PRIEST draufstehen und ROB HALFORD singen, es wär ein solides Heavy Rock- Album mit einer Produktion, die ähnlich wie bei MAIDEN nicht den Anspruch hat, noch "mithalten" zu können.