Run for your lives, Hannover
Teil zwei für mich. Als ich in Stuttgart vor gut einem Jahr phasenweise von der ultimativen Setlist redete, musste ich hier einfach nochmal am Start sein.
03.06.2026 10:18
Teil zwei für mich. Als ich in Stuttgart vor gut einem Jahr phasenweise von der ultimativen Setlist redete, musste ich hier einfach nochmal am Start sein.
11.04.2026 12:43
10. April 2026 MHP Arena Ludwigsburg KREATOR CARCASS EXODUS NAILS
05.01.2026 14:07
2025 wird als das Jahr in der Geschichte eingehen, als es "Facebook-Polit- Studenten" endgültig geschafft haben, den Diskurs zu bestimmen. Wut und "ich hasse, also bin ich" reichen aus, um Konservatismus mit Rechtspopulismus schäbigster Art zu vertauschen.
15.06.2026 18:07
Wahrscheinlich eines der ikonischsten Alben der Neunziger Jahre. Kaum jemand, der sich zwischen DYNAMO, Crossover-Disko und Headbangers Ball bewegt hat, dürfte es nicht kennen, das Cover dieses Klassikers. Auf Wunsch eines Lesers wage ich mich hier heran. "She is in love with herself, she likes the dark", PETE STEELE, umstrittener CARNIVORE- Frontmann, New Yorker- Legende und Sexsymbol der kommenden Jahre, läutet auf der Frühneunziger CD mit diesen Worten ein neues Zeitalter des METAL ein. Das Zeitalter des Weiblichen im Hardrock- und Metal-Bereich. TYPE O setzen die dunkle Weiblichkeit in die Betrachtung ihres emotionalen Schaffens und erwecken damit den GOTHIC ROCK zu neuem Leben. Eine Menge Evas werden durch dieses Album zu Liliths verwandelt werden. Den schwarzen Kajal rausholen, sich anziehen wie "Lilly Munster" (Textzitat) und krass nach Patchouli duften. Will sagen, PETE STEELE ist unumschränkt der Hohepriester der GOTHIC Hexen, die die Neunziger ohne Besen und Hexenhaus im Sturm erobern. Er zelebriert sein Ritual süßlich, mit seiner unnachahmlichen Stimme und einer Menge erotischem Pathos. Die Scheibe ist pure Magie. Eine Melange aus diversen 70er Rock-Elementen, Gothic Keyboards und leicht verträglichen Doom-Anleihen. "Set me on Fire" ist hier das Motto, eine lässige Nummer mit dezenter DOORS- Schlagseite. Wo Gothic generell das Klischee von Deepness, Depression und schwarzer Magie bedient, wird hier "Saturday Night Fever"- Gothic zum beschwingten "Summer Breeze"- Event. TYPE O holen damit das Schwarze aus der psychopathologischen Ecke und platzieren es im Rock- Mainstream der 90er Jahre. Ich gehöre zu den 120.000 Menschen, die der Headlinershow 1995 beim DYNAMO beigewohnt haben und einen eigenen Woodstock-Moment hatten.
14.06.2026 23:48
Wagen wir ein Gedankenexperiment: wir schreiben das Jahr 1997 und der damalige noch amtierende US- Präsident Clinton hat seinen großen Auftritt vor der UN- Vollversammlung: Wie Sie wissen, liebe ich den Rock`n`Roll. Der Rock`n`Roll ist es, der die Menschheit gesund, leistungsfähig und zufrieden halten wird. Der Rock `n`Roll ist es, der uns antreibt, dass wir rausgehen und uns andere Rock `n `Roller suchen, mit ihnen abhängen, eine Familie gründen oder eine Firma aufbauen. Der Rock `n`Roll ist die universale Sprache, die Zärtlichkeit der Völker. Jeder versteht ohne Umschweife die Botschaft von Motörhead oder AC/DC, meine Damen und Herren. Je simpler dein Leben wird, desto intensiver wird es. Begehen Sie jetzt nicht den Fehler und scheitern Sie an Unterkomplexität. Stellen Sie die Einfachheit der Dinge und das daraus resultierende Leben nicht in Frage. Sie würden sich komplexe Fragen stellen und Antworten auf FATES WARNING- Alben, in philosophischen Büchern oder im Studium der Politik suchen. Alles das würde die Einfachheit zerstören. Spüren Sie die Lust nach "Like this with the devil"- folgen Sie dem Groove, feiern Sie Ihren Impuls nach Liebe da draußen. Es ist egal, ob Sie ein finsterer Todes-Metaller sind, der sich über dunkel-groovende Rhythmik freut, ein Moped-AC/DC- Typ oder ob Sie sich zur 90er Alternativ und Grunge- Community zählen. Auch wenn Sie alte Schule sind. Bei Ihnen lerne ich mit Nachdruck! Lerne von großartigen Lehrplänen, die von ALICE COOPER und KISS verfasst worden sind. Ich appelliere an Sie: trennen Sie den Rock`n`Roll nicht, sehen Sie ihn als Gesamtheit, egal in welcher Form er sich Ihnen offenbart.
13.06.2026 23:45
Tag 20, das war im Outro von Tag 19 schon angekündigt: nach all den Death- und Black-Metal- Alben der letzten Tage, sollte hier nun Space sein für ein solides TRUE METAL- Album. Und ich habe es genossen, mich heute intensiv mit diesem deutschen Klassiker auseinander zu setzen. RUNNING WILD sind für viele 90er Kids der Innbegriff von "hängen gebliebenen Fantasy-Opfer", die sich vor der Realität auf die Schatzinsel flüchten und sich in typische Grundschulabenteuern für Jungs verlieren. Zugegeben, Piraten üben für mich in der Altersspanne 6-10 eine krasse Faszination aus. In der Auseinandersetzung sind sie halt die übel freien Seemänner, die sich an keine sesshaften Strukturen binden. Sie wollen die Welt erkunden und nebenbei noch Angst und Schrecken auf den 7 Weltmeeren verbreiten. Gerade so betrachtet, matchen METAL und Piraterie vollkommen.
12.06.2026 23:45
Tag 19 dieser unglaublich zeitintensiven Challenge. Es ist fast mein Humor, dass gerade im Metal durch ein Überstrapazieren von Ritualen und Regeln ein Korsett für einen objektiv betrachtet absoluten Sekundärbereich wie dem Genuss von Musik geschaffen wird. So wird durch eine Challenge wie diese, schon Musikhören zur täglichen Pflicht, zur Arbeit, obwohl damit nichts zur Wirtschaftlichkeit und zum Wachstum des materiellen Lebens beigetragen wird. Der Effizienzbasierte Rationalist fasst sich irritiert an den Kopf und stellt sich ernsthaft die Frage, wieviel Aufwand man betreiben muss/kann, um dann drei Kumpels bei Gelegenheit die Schreibergüsse lesen zu lassen...
11.06.2026 22:57
Im Vorgänger Blog angekündigt, dass es den direkten Test gegen die satanisch-melodische Symphonie der Musik-Ästheten NECROPHOBIC null bestehen konnte. Aber besagter Moment zeigt auch, dass Musik immer verdammte Momentaufnahme ist. Gerade bin ich voller Vorfreude auf das SIX FEET UNDER- Konzert im Kaminwerk in Memmingen, was hier im Live Blog sicherlich Feature erfahren wird. Und dazu hör ich diesen unumschränkten Klassiker des Old School DEATH METAL. DEATH METAL, der gechillt, Brudi-like und immer alles andere als brutal um die Ecke kommt. Also brutal groovend und brutal bewegungsanimierend schon. Aber weit entfernt von grindig oder zerstörend. Irgendwie klingt dieses Classic Album wie die gechillte Version von OBITUARY.
10.06.2026 20:58
Phasenweise ist der angeschwärzte Death-Metal made in Schweden, oder der Todesblei gestählte Black Metal aus Schweden mein höchstes Ritual im Metal Magic-Konsum. Ob das nun DISSECTION, NAGLFAR, DARK FUNERAL oder NECROPHOBIC sind. Sie alle haben ein spielkulturelles Niveau, das sich immer an den ganz großen Komponisten des Heavy Metal orientiert. Besagte Combos sind nicht lange auf BATHORY oder SODOM hängen geblieben. Schnell war klar, um wirklich epischen, starken und emotional- berührenden Heavy Metal zu schreiben, muss man IRON MAIDEN, RIDE THE LIGHTNING und MERCYFUL FATE studieren. Für die Wucht orientiert man sich an SLAYER. Und um dem Spirit der Tradition gerecht zu werden, muss man POSSESSED und die frühen MORBID ANGEL verstanden haben. Wer mich kennt, weiß, dass diese Aufzählung neben objektivem Musikjournalismus (Augenzwinkern) natürlich auch (fast) alles beinhaltet, was mir so unheilig wichtig ist.
09.06.2026 23:14
Nach dem gestrigen antikosmischen Filetstück von WATAIN, steht heute der Krustenbraten an. Death- und Black-Metal spielen in meiner Selbstwerdung eine sehr zentrale Rolle. In inspirierter Tonkunst wie WATAIN findet mein nach Dunkelheit schreiender Seelenanteil genau die spirituelle und magische Klarheit, die mich generell zu dunkler Musik zieht. Mit DEICIDE will ich mich heute mit dem geradlinigen Teil von dunkler Musik beschäftigen: dem Teil, der beschlossen hat: Antirolle, Jugendsatanismus, Kreuz in die Stirn, Slayer-Sound als Vorlage nehmen und noch krasser machen. So ungefähr könnte ich DEICIDEs legendäres Debut kurz und knackig zusammenfassen. Der Traum von einem stumpfen, radikalen und höchst effektiven DEATH METAL- Debut, das ohne Romantik, Reflexion und Intellektualität auskommt. Ein Batzen, der einfach nur durch rohe und ungeschliffene Schönheit besticht und den ich mir jeden Tag anhören kann, da ich eigentlich unterm Strich kein pureres DEATH METAL- Album kenne. Mit "Scars of the Crucifix" (2004) sind DEICIDE über 10 Jahre im Geschäft und befinden sich nach dem Hype Anfang der 90er Jahre in ruhigeren Gefilden. Also nicht musikalisch- versteht sich. Im DEATH METAL gibt es längst professionellere, extremere, kreativere, stumpfere und ja auch satanischere Genossen. Wobei letzteres natürlich immer ein Stückweit Betrachtungsabhängig ist.
08.06.2026 23:14
07.06.2026 23:38
Nach dem tiefen Eintauchen in die "verbotenen Alben der 90er" wäre es eigentlich nur folgerichtig gewesen, SEPULTURA und BIOHAZARD direkt mit TRUE METAL zu beantworten. Die Scheibe meiner Wahl fällt auf ziemlich eigenwilligen US Power Metal der 90 er Jahre und kommt von keinem geringeren als SAVATAGE- Mastermind JON OLIVIA. Die Hauptband damals ein gebeutelter Riese: nach dem wirklich sehr geilen, aber zwiespältig aufgenommenen "Edge of Thorns"- Album verlor die Band mit CRISS OLIVA ihren begnadeten Gitarristen und JON OLIVA seinen Bruder. Der Band war trotz herausragender Alben immer ein Sprung nach ganz oben verwehrt geblieben, der Erfolg der späten SAVATAGE und v.a. dem Platinseller TRANS SIBIRIAN ORCHESTRA (in den USA mega groß, hier nicht sonderlich bekannt), war hier noch nicht absehbar. Und der vom Leben und der Drogen- und Alkoholsucht gezeichnete OLIVA, machte mit diesem Album seiner Spannung Luft. Der Legende nach sollten es Songs sein, die für SAVATAGE aktuell zu "heavy" waren, da der Stil der Band sich ja immer mehr in Richtung Symphonic-, Prog- und Hardrock bewegt hat. Hier holte JON OLIVA nochmal richtig die METAL_Keule raus. Der Opener "The Altar" beginnt zwar SAVA geTAGEd episch-orchstral, verwandelt sich dann aber kurzerhand in ein US POWER METAL- Klopfer, wie ihn neben SAVATAGE höchstens noch METAL CHURCH in dem Stil gebracht hätten. Durch JONS Organ fühlte sich der ehrfürchtig kniende POWER METAL- Head an die "going Songs" von GUTTER BALLET erinnert, die selbst auf diesem Klassiker schon in der Minderheit waren und den epischen Rock Hymnen Platz zu machen hatten. JON, der mir mal in einem Interview erzählte, dass er VENOM liebt, konnte das ganze METAL-Chaos aus sich heraus in einer Platte zum Ausdruc bringen, was besonders in dem mit Street Credibility" durchzogenen "Don´t talk" (Fuuck You!!!) perfekt zur Geltung kommt. Mit "Season of the Witch" gelingt dann ein unbewusster (?) Kniefall vor KING DIAMOND, was auch dem intensiven Touren mit dem dänischen Großmeister geschuldet sein könnte. Aufbau und Arrangements des Songs erinnern mich teilweise stark an "Conspiracy" oder "The Eye". Harte Metal-Brecher mit progressiven Spielereien und theatralem Aufbau versehen. Bei "Reach out and torment someone" ist der Namen Programm. DR BUTCHER (was für ein bescheuerter Namen) erfindet den METAL keinen verdammten Millimeter neu, holt aber seine unbändige Energie aus der NWOBHM- Zeit, der ACCEPT- Pionierzeit und der Proto-US-Metal-Phase mitten in die 90er, wo es zu dem Zeitpunkt nicht allzu viele Anhänger für diesen Sound gibt, was aber Freaks null vom Kauf abhalten sollte.
06.06.2026 08:44
Den mythischen, den ikonischen, den herausragenden SLAYER wird auch in diesem Blog eine Sonderstellung zu teil. Und wie es sich für die Könige des EXTREME METAL gehört, natürlich am SLAYER- Tag;dem 06.06.2026. Und da diese Zahlenmystik noch nicht reicht, ist dieser Eintrag der 13. im "365 DAYS IN METAL"- Blog. Und selbstverständlich wird es hier vorerst von Classic-Acts wie SLAYER kein x-tes Abnudeln von "Reign in Blood" oder "South of Heaven" geben. Natürlich wird sich dieser Blog im Laufe des Jahres auch den Olymp-SLAYER- Alben widmen, wenn es dem Blogger danach sein sollte. Doch der Reiz in der momentanen Phase des Blogs liegt im Abarbeiten der "Stiefkinder"- jener Alben, die nicht immer gleich als erstes genannt werden.
05.06.2026 21:48
Wie würde ich mir wünschen, dass mein 15- jähriges Ich diese Zeile lesen könnte. Ich sitze mit knackigen 49 Jahren am Rechner und schreibe eine Liebeserklärung an dieses Album. Es wäre ungefähr so, als würde im Islam ein neuer Prophet auftauchen, der da mal sagt: "Schweinfleisch, ja und? Schmeckt halt doch". Mein 15- jähriges Ich hatte BIOHAZARD gehasst. Und im Gegensatz zu SEPULTURA hätte ich sie vor ein Kriegsverbrechergericht gestellt. Zum hektischen Crossover-Rock/Metal der Amis kam noch dieser abgefuckte Rapgesang und dieses sinnlose Geshoute. Nach dem intensiven Genuss von CHAOS A.D. (siehe Blog #10) musste ich jetzt in die Vollen gehen und mir das verdorbene Stück Sünde aus dieser Zeit anhören. Dank CD Second Hand-Verkauf von Meister Breze liegt es bei mir schon ne ganze Weile auf dem Schreibtisch und hat mir, ganz unter uns, schon viele laue Sommerabende gepimpt. Pubertät ist so eine furchtbare Suche nach Identität und einem verlässlichen Kompass für die nächsten paar Jahre, dass der junge desorientierte Geist auch wenig Vorbilder mit Meisterfunktion und integralem Rockbewusstsein findet. So sah ich mich in meinen Recherchen ausnahmslos mit den Vertretern des heiligen METAL GRALS oder eben mit No-Checkern CROSSOVER- Deppen in meinem Alter formuliert, die den wirklichen Spirit dieser Musik noch nicht verstanden haben konnten. Ich hätte jemanden gebraucht, der mir klar aufgezeigt hätte, dass BIOHAZARD und RUNNING WILD kein Widerspruch sein muss. CROSSOVER Kids hatten entweder ihre POWER METAL- Phase schon hinter sich oder fanden die Fönfrisuren-Bands der 80er nur Panne. Und TRUE CRUSADERS OF THE METAL BLADE warnten vor der CROSSOVERISIERUNG des Abendlandes. Da ich mich tendenziell eher sentimental prägen lassen wollte, schloss ich mich kurzerhand den CRUSADERS an, drückte auf Schulparties "The Reaper" von GRAVE DIGGER durch und lief am liebsten in meinem MERCYFUL FATE "Unholy Reunion on Dynamo"- Shirt rum. Selbstverständlich war ich auf diesem 93er DYNAMO null. Ironischerweise sollte ich BIOHAZARD auf meinem ersten DYNAMO 95 live sehen. Ich wollte den wahren Metal verteidigen, gegen den Trend sein. Schwarz. True. Satanic. Was später ziemlich hip sein sollte, versuchte ich damals zwischen lauter Alternativ- und Crossover-Kids zu verkörpern. Warum ich nicht einfach nicht auch BODY COUNT, RATM oder eben BIOHAZARD gehört hab? Tja Leute, da wirds magic ;) Mein heiliger Schutzengel hat mich damals schon regelmäßig geschnappt und mir absurdeste Wege in den 80er METAL, der damals null cool war, gezeigt. Vielleicht, dass ich mit Ende 40 über den angesagten Sound meiner tatsächlichen Jugend schreiben kann. Heute lieb ich diesen Prolo-Crossover, der mit "Business" auch eine richtig Antikommerz-Hymne im BEASTIE BOYS - Style verfügt, die an meinem 50er nach MANOWARs "Metal Warriors" laufen wird. Versprochen
04.06.2026 23:55
Eine Veröffentlichung, die sozusagen "dazwischen rutscht", da 2026er Veröffentlichung und auf dem Handy bei mir gerade hart in Betrieb.