ANVIL, KILLER, SPIRIT WAR, 25.10. Club Vaudeville, Lindau

Beginnen wir mit dem schwäbischen Blick: geschätzte 150-200 Leute, drei Bands und um die dreißig Euro Eintritt. Ich gehöre in der schwäbischen Königsdisziplin "lohnt sich des?" ("lohnt sich das?"), "was bleibt do henga" ("was bleibt da hängen?") sicher zu den entwicklungsfähigeren Charakteren, kann aber soviel BWL auch, dass hier jetzt nicht unbedingt von einem 5 stelligen Plus ausgehe. Das Leben ist manchmal ungerecht und nicht jeder bekommt das, was er oder sie verdient. So, aufgepasst: Überleitung des Todes: Verdient hätten sich ANVIL und ihre Support-Bands heute deutlich mehr Zuspruch. Vom Sympathie-Bonus, ausgelöst durch den tollen Film ("Die Geschichte einer Freundschaft" von 2008), den ja wohl wirklich jeder zu kennen scheint,  können die Burschen halt auch nix kaufen. Ach, ist ja so toll, dass sie diverse Platin-Seller-Rockstars aktiviert und beeinflusst haben, selber aber nach dem Monats-Invest in den Pot aber wohl nicht mehr viel übrig haben werden. Ich kauf den Ablassbrief in Form des ANVIL- Shirts (stolze 37 €, aber eigentlich müsste jeder zwei kaufen und 74 € pro Shirt zahlen), da ich unter der Woche selber kurz den relaxten Sonntag-Abend bei Youtube, Miosga (gut, kam heute wohl nicht) oder Bundesliga- Nachberichten spekuliert hatte. Ja, man ist ja keine 20 mehr. ..

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AMON AMARTH,  ORBICULTURE , SOILWORK, 16.10. Stuttgart, Schleyerhalle

Die vielleicht letzte große METAL- Band aus der traditionellen Schiene (meiner Definition nach: alles, was sich ausschließlich mit 80er Stilistik beschäftigt) lässt den Allvater für uns erwachen. 

Bei SOILWORK habe ich einen Moment den Eindruck, dass ich das zu unrecht völlig aus den Augen verloren habe- diesen, nenn wir ihn einfach "linkinparkisierten"  Melo-Metal mit Roots im Göteborg- Stil. Alles klingt fett, druckvoll und extrem tanzbar. Und die catchy Melodien öffnen Geist und Herz. Wie so manchmal kommt allerdings heute bei der Rückreise in der komplett pünktlichen Bahn, die Ernüchterung: beim ersten Durchlauf von "Figure No 5" nach zwanzig Jahren bin ich eher schnell gelangweilt. Songwritting, Produktion und die ganze Wirkung ist mir dann doch einen Tick zu "nu metal". Und ich kämpfe ja stetig gegen meine Borniertheit an, verordne mir Crossover-Therapien und sonstiges. Das wahre Feuer brennt halt doch voll und ganz für "echten" METAL. Ob der von NECROPHOBIC oder IRON MAIDEN stammt, ist dabei sekundär. Aber: ich war kurz erreicht, aktiviert, bekam Bock aufs Konzert und hörte mir sogar ein Album von SOILWORK mal wIeder an. 

So komm ich auch bei den von meinen Konzert-Buddies gefeierten ORBIT CULTURE über "nice" nicht raus. Obwohl die Combo gerade steil zu gehen scheint, kannte ich sie bis heute null. Technisch betrachtet liefert auch hier der Gig alles, was ein "hart" hörender Mensch so braucht. Das hat Groove, technischen Anspruch und ist sicherlich sehr gut durchüberlegt. Da ich immer noch sehr mit dem Nachlass von CRONOS beschäftigt bin, meine geliebten VENOM- Scheiben rauf und runter höre, ist mein Zugang zu dieser Art Sound momentan auch etwas beschränkt. ;). Aber: auch hier sehr guter Job gemacht, top Resonanz. Das ist letztlich der Gradmesser und nicht mein CRONOS- "Trauma".

AMON AMARTH sind sicher für viele der Inbegriff für Spaß- und Normalo- Metal, der mit den wahren Werten der Szene so gar nix zu tun hat. Sicherlich ein möglicher Blick darauf, wenn auch ein unnötiger. AMON AMARTHs Authentizität wird wohl keiner infrage stellen, der den Werdegang der Band seit den Anfangstagen verfolgt. Dass es meist die Einfachheit ist, die Ideen erfolgreich macht, wird dabei gerne vergessen. AMON AMARTH haben mit ihrem Image einen klaren Plan, sie schreiben sehr effektive Songs, da sie einfach schauen, wie es die wirklich Großen der Zunft machen. Wenn man coole, erfolgreiche Metal-Hymnen schreiben will, studiert man vielleicht eher MANOWAR und JUDAS PRIEST. Das Verständnis solcher Größen haben AMON AMARTH in ihre DNA eingespeist und haben für mich mit "Twilight of Thundergod" ja einen im Programm, der sie selbst zu Göttern macht. Das hat für mich die gleiche Qualität und Professionalität, wie sie MANOWAR auf ihren nun bald zu betourenden Classic Alben haben. Was für ein Song. Ich kann immer durchdrehen, wenn ich den höre. Das "Black Wind Fire and Steele" der "Neuzeit". 

Ich komm auch nicht auf jeden Ruder und Handy-Lichtlein- Film klar, den die Band zur Erweiterung ihres Publikums natürlich fahren muss. Und das ist vielleicht auch genau die Art von Show, die Herr HETFIELD in seinem viel diskutierten Statement gemeint hat: macht Unterhaltung, lasst die abgefuckte "real world" draußen. Und das machen AMON AMARTH perfekt, in dem sie eine Unterhaltungswelt für METAL- Heads geschaffen haben. Starke und mutige Kriegerinnen und Krieger kommen hier gleichermaßen zum Zug wie Runen- Druiden und Nebelhexen. "Raise your Horns", die Bündelung und Fixierung der Wikingerkraft. 

Natürlich find ich die Videoeinspielung von SAXON- Biff auch eher schräg und gewinne dem puren Melodic Death Metal der Band mehr ab, als solchen feat. Biff von SAXON- Nummern. Aber auch hier ist der Strategie-Zug sicher voll aufgegangen: Wackinger mit Doro und Biff- Liebe kommen auch, Achtung!, mit ins Boot ;).  Das ist strategische Planung, da sind HEGG und Co. auch wie ihre großen Vorbilder aus dem Classic Metal. Da muss ich mich auch lockerer machen. Und sind wir ehrlich: es ist doch geil, dass so ne coole Combo wie AMON AMARTH die Schleyerhalle füllt. Schön, dass unser geliebter METAL so viele Herzen erfreut. 

KEEP IT TRUE LEGIONS mit SAVATAGE, ARMORED SAINT und METAL CHURCH, 9. August 26, Geiselwind

Die Big 3 of US METAL?  Oder der Triple Power Metal Treat des Jahres? Das auf alle Fälle. Im fränkischen Geiselwind relativ spontan entschlossen hin und entsprechend mit überschaubarem Zimmerangebot konfrontiert gewesen. Unsere Übernachtungsmöglichkeit entpuppt sich als größter Fail meiner persönlichen Auswärtsschlaf- Historie: Code per Mail, trotz bestätigter Buchung Doppelzimmer nur ein Bett drin. Kein Personal nix. Ne Nummer, die von ner KI Stimme "schreiben Sie ne Mail" als Antwort hat. Tu ich halt und verpass im ganzen Orga- Bonus-Paket die weiteren Gäste des KEEP IT TRUE RISING. Bekomme nen abgezockten Anruf des Betreibers, der alle Schuld von sich weist. Übermittlungsfehler des Systems. Er kann da nix machen. Kein anderes Zimmer, kein zweites Bett. Nix. Vielleicht kann ich beim Buchungsportal eine Stornierung erwirken. So schlag ich mich durch. Kollege schläft freiwillig in meinem Auto, da er mit der Bahn heimfährt, ich 300 km Autobahn. Nach ner überschaubar langen Nacht ein sinnmachender Deal. 

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(Bilder by Christian Schäfler)

JUDAS PRIEST mit DIRKSCHNEIDER als Support, das ist für den Fan traditioneller Harttonkunst ein Fest. Das Gelände des WILEY PARKS eignet sich dafür hervorragend, da er bei herrlichem Wetter geschätzten 8000 Besuchern ein wunderbares Ambiente und eine Top-Infrastruktur bietet, die jetzt schon den Besuch bei HELLOWEEN nächstes Jahr zur Pflichtsache macht. Wunderbar, dass für die Region Alb-Oberschwaben-Bodensee ein derartig tolle Location aktiviert ist. 

BATTLE BEAST aus Finnland mit einer beeindruckenden Brasilianerin als Leadstimme überzeugen ihre Anhängerschaft und können sicher auch noch Publikum für sich gewinnen. Auch wenn die Band der Selbstzuschreibung nach im Olymp des trad Metal beheimatet ist (MANOWAR, IRON MAIDEN, WASP, JUDAS PRIEST), ist mir persönlich der Sound zu "humpa" mit dem massiven Einsatz von Keyboards und einer doch teilweise kitschig anmutenden Melodienführung. Allerdings muss man sagen, dass alles sehr professionell und perfekt inszeniert ist, so dass Liebhaber "sabatonisierter" Tonkunst hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen. Vom persönlichen Empfinden abgesehen, erlebe ich eine wirklich sehr präsente MARINA LA TORRACA, der nicht anzumerken ist, dass sie erst seit März 26 Teil der Liveshows ist. Man spürt den Vibe, den BATTLE BEAST aufs Gelände bringen und freut sich für die Band, dass ihr Konzept total aufzugehen scheint. 

Vibe spüren. Erlebnis der besonderen Art: vertexte mich noch in Bierstandnähe und nehme plötzlich fast beiläufig das "Heidiheidoheida" wahr. Als einer der wahnsinnigsten Songs der Metal- Geschichte ("Fast as a shark") losgeht, ist mein Körper innerhalb einer Millisekunde elektrisiert. Ich bin nur noch gezogen und muss so schnell wie möglich zur Bühne. Metal kriegt mich logischerweise immer, aber so direkt und systemerfassend dann doch selten. Steuerung aus. Metal- Akku hoch: DIRKSCHNEIDER. Auch wenn es vielleicht an Gotteslästerung grenzt: für mich das Highlight des Tages. UDO D. aus Solingen ist ein Metal- Kämpfer. Mir wird im Nachhinein klar, warum er früher immer Kampfanzug trug. Er arbeitet sich in seinem betagten Alter mit einer Intensität durch den Set, dass ich mich nur verneigen möchte. Wo mit HALFORD der GOTT kommt, mit DICKINSON der KÜNSTLER, mit DIO der MAGIER, mit ADAMS der KRIEGER, kommt mit DIRKSCHNEIDER der Handwerker. Und sein Bautrupp ist jung und hat Bock. Angetrieben vom Sohn DIRKSCHNEIDER, versprüht die Band eine Spielfreude, die magnetisch ist. Mehr als ansteckend. Um uns herum nur super gelaunte Gesichter und eine Partystimmung vom Allerfeinsten. "Living for tonight", "Breaker", "Metal Heart", "Princess of the Dawn", "Balls to the Wall".... Was hat ACCEPT für eine unglaubliche Hitdichte? Es ist immer wieder unfassbar. Das Klischee vom Working Class Metal ist sicherlich schon in gewisser Weise strapaziert. Aber das ist wirklich die Krönung. Kann nur allen empfehlen, sich diesen Set auf der laufenden Tour zu geben. ACEEPT und Party pur. 

 

 

JUDAS PRIEST... Was soll ein kleiner Erdling schon über Götter schreiben? METAL GODS. Und es besteht kein Zweifel daran, dass sie es sind. Natürlich gibt es (noch) erfolgreichere Acts im Chambre und natürlich gibt es (noch) früher dagewesene und natürlich sind PRIEST auch schon aus dem Olymp heruntergekommen und hatten sich menschlich gemacht (Orientierungslosigkeit, Line Up- Wechsel und Streitigkeiten, verzichtbare Tonträger...) . Aber in ihrer Substanz haben sie den METAL definiert: Ästhetisch, musikalisch und auch thematisch.  Und so ist jede der GÖTTERDÄMMERUNGEN der letzten Jahre ein Fest. Heute eröffnet man mit "You ´ve got another thing coming", was jetzt nicht unbedingt der Brecher an Intensität ist. Dazu nehme ich den Sound relativ leise wahr, was aber im Verlauf der Show eine klare Steigerung erfährt. Die wichtigsten Facts aus meiner Sicht vorab: ja, "DER Schrei" bei "Victim of Changes" hat genau die Gänsehaut ausgelöst, die er muss. Ja, er bringt den "Painkiller"  stimmlich noch und es ist einfach der beste METAL- Song überhaupt. Fakt. Punkt. Ende. Die Überraschung war "Valhalla" von der "Redeemer of souls", was nicht zwingend erwartbar gewesen ist und der  sich unter all den Classics problemlos hält. Ziemlich geiler Effekt, den ich so nicht erwartet hätte. HALFORD selbst wirkt wie ein cooler älterer Herr, der seine Coolness aber nicht aus Distanz, sondern aus einer gewachsenen Lebens- und Künstlererfahrung bezieht. Seine Aura ist "alt", hat nichts von der ewigen "jugendlichen Energie" eines Dickinson, passt aber so hervorragend zu einem PRIEST oder GOD. Diese Ikonenverehrung und das Sakrale ist es, warum wir ewig Verrückten in die Tempel unserer Religion gehen. Während der Rest der Menschheit noch über Dissonanzen zwischen altaeonischen Weltreligionen nachdenkt, gehen wir dorthin, wo wirkliche GODs wirkliche zeitgemäße Spiritualität zelebrieren: Liebe unter METAL. Danke den PRIESTs für diesen super Gottesdienst. 

SPEED FEST, SOULFLY, DEATH ANGEL, SACRED REICH, NERVOSA, 24.07.26 Hohenems

Wie aus dem Nichts aufgetaucht, das SPEED FEST in Hohenems. In einem Tennis Event-Center und mit einem hochgradigen Programm. DEATH ANGEL konnten schon vor ein paar Jahren zusammen mit SACRED REICH für eines der geilsten Packages in der THRASH- Club-Gig-Szene sorgen. Dazu kommen mit NERVOSA und SOULFLY zweimal Brasilien an Bord. Alles andere als schlechte Vorzeichen für den nicht alltäglichen Abend im österreichischen Nachbarland. 

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ASHES OF ARES, 5.7. Kaminwerk Memmingen

Abgesehen vom historischen musikalischen Ereignis, schreiben bei mir persönlich auch die Rahmenbedingungen des Konzertes Geschichte. No Support-Band kennt man mittlerweile von MANOWAR. Konzerte, die vor 19 Uhr beginnen (18:53 ist die Band auf der Bühne) sind eher selten. Bei einem 90 Minuten Set verlässt der Konzertbesucher die Location bei Tageslicht und der Abend scheint weiterhin gestaltbar. Ich muss sagen, ein irgendwie interessanter Ansatz. Rahmenbedingungen sollen hier jedoch keineswegs der Fokus sein, Memmingen war heute ein kleines Stück Heavy Metal- Geschichte. 30 Jahre wird einer der "ubekanntesten Metal-Klassiker" dieses Jahr und die Auseinandersetzung mit dem Album dieser Tage hat nochmal verdeutlicht, welches Meisterwerk damals von JON SCHAFFER und  MATT BARLOW (v.) und FREDDIE VIDALES  (g./b.)  auf die Menschheit losgelassen wurde. Ein Album, das mit den ganz großen Klassikern des Genres Schritt hält. Die beiden ehemaligen ICED EARTH- Members VIDALES und BARLOW performen es am Stück mit ihrer aktuellen gemeinsamen Band ASHES OF ARES. Als Schwabe startet man bekanntlich immer mit dem Bruddeln. Und zum Bruddeln gehört neben dem süffisanten Beschreiben der Rahmenbedingungen (siehe oben) das Erwähnen des nur "ordentlich gefüllten" Kaminwerkes. Lassen wir das Bruddeln aber einfach mal Bruddeln sein und danken dem Veranstalter, eine quasi No Name- Band mit diesem potenten Programm ohne die Verwendung des ICED EARTH- Logo etc zu veranstalten und uns Maniacs diesen Abend zu ermöglichen. Danke Kaminwerk Memmingen! Der Spirit in der Crowd ist jedenfalls so, wie er sein muss: Hardliner aus dem süddeutschen Raum und dem europäischen Ausland sind angereist, weil ihnen MATT BARLOW, ICED EARTH und die DARK SAGA soviel gegeben hat und immer noch gibt. ASHES OF ARES eröffnen mit zwei eigenen Songs, die auch unterstreichen, dass es auch das Profil ASHES OF ARES- Follower im Publikum gibt. Eine schöne Erfahrung für die Band, das auch ihr eigenes Material die gebührende Wertschätzung erfährt. 

Ich bin ehrlich: ich bin heute nur auf das DARK SAGA- Album fokussiert, werde aber meine Auseinandersetzung mit ASHES OF ARES sicher noch nachholen. Mit dem Opener ist klar, was heute gespielt wird: wir haben es mit Songs zu tun, die wirklich alle Komponenten im klassischen Heavy Metal abbilden und das ausnahmslos auf höchstem Niveau. Ich kenne kaum ein Album, das die Vorgaben des HEAVY METAL so klar nutzt und zwischen Riffbanger, Hymnenpart, Thrash- Attacke und emotionaler Ballade das Seelenleben HEAVY METAL abbildet. BARLOW ist ein Magier, der mit seiner Stimme die Songs in einer Präsenz gestaltet, wie es nur die Alphas der Zunft können. Natürlich wirken Vergleiche mit DIO, DICKINSON, ADAMS oder HALFORD immer etwas Fanboylike, aber die Art wie er Körper und Seele in die Songs hineingibt, machen ihn für mich zu einem Textgestalter mit hoher musikalischer Kompetenz. Dazu ist er vom Stage-Acting auf einem Level, das einen Vollprofi vermuten lassen würde, der aber nicht in irgendwelchen "normalen" Berufen arbeitete oder arbeitet. Ansprache, Animation und Acting sind auf den Punkt platziert. Es entsteht kein peinliches Dude- Gedödel, kein Rockstar- Narzissmus, keine schlechte Anbiederung. Es ist ein herzlicher, professioneller und offener Umgang mit Publikum und Abend, den man so eben auch nur aus der METAL CHAMPIONS LEAGUE kennt. Wenn Können, Optik und Präsenz in der Form stattfinden, kann man von einem Ausnahmekünstler reden. Ein Ausnahmekünstler, der jeden Ton mit all seiner Power und Intensität gestaltet. Das Album hat keine schwache Sekunde und funktioniert live wie aus einem Guss. Keine Längen, keine Langweiler. Alles songdienlich, dynamisch und dazu intelligent ausgearbeitet. Ich bin froh, dieses Album 30 Jahre lieben zu dürfen. Ein "Slave to the Dark" zu sein. Und wirklich herausragend, dass dieser historische Abend vor meiner Haustüre stattfand. 

SIX FEET UNDER - Memmingen 2026

Die "guten, alten Zeiten" sind ein Mythos. Ein Teil von uns scheint immer nach einer besseren Version der Vergangenheit zu streben. Gerade im Metal-Hirn findet dieser Kunstgriff sehr gerne statt. Aber Hand aufs Herz: bei SIX FEET UNDER ist was dran, dass sie definitiv bessere Zeiten gesehen haben. Von der Kritik wurden nahezu alle ihren letzten Alben dem Erdboden gleichgemacht. Das ganze Unterfangen wird von meinungsstarken Internet-Bubbles bis Fachmagazinen als kläglicher Versuch bewertet, nichts "ordentliches" arbeiten zu müssen.Wenn man bedenkt, dass um die Jahrtausend-Wende die "coole Death Metal-Combo" zum Siegeszug durch Plattenreviews und zu Begeisterungsstürmen auf grossen Festivalbühnen angetreten ist, wirkt das Tourplakat mit Legende Chris Barnes und Ex- DEICIDE/CORPSE- Mitstreiter Jack Owens schon fast ein wenig niedlich. Als wolle es sagen: "schaut her, hier kommen zwei bekannte Gesichter in eure Stadt. Wär nett, wenn ihr vorbeischaut". 

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JAHRESRÜCKBLICK 25

2025 wird als das Jahr in der Geschichte eingehen, als es "Facebook-Polit- Studenten" endgültig geschafft haben, den Diskurs zu bestimmen. Wut und "ich hasse, also bin ich" reichen aus, um Konservatismus mit Rechtspopulismus schäbigster Art zu vertauschen. 

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TANKARD

Jahresausklang im Club Vaudeville mit der hessischen Thrash-Legende und zwei wirklich unterhaltsamen Gästen. 

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POSSESSED

Der ehrwürdige Club Vaudeville in Lindau hat sich mittlerweile zu  einer Location entwickelt, in welcher meine Jugendhelden ein und ausgehen. Innerhalb eines Jahres: KREATOR, OVERKILL, MOONSPELL und nun POSSESSED. 

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