365 DAYS IN METAL #25 SENTENCED- Amok

Ok, es ist Donnerstag-Abend und dies ist eine weitere Liebeserklärung an das "verbotene Jahrzehnt" im HEAVY METAL. Sie mussten mir schon bei der schnellen Auseinandersetzung mit einem ICH ZAHL NICHT MEHR- Sampler aufgefallen sein. Die Finnen SENTENCED, die auf besagtem Teil noch klar dem Underground DEATH METAL zuzurechnen waren, bei mir aber keinen allzu großen Eindruck hinterlassen haben. Auseinandersetzung mit METAL läuft auf genau vier Ebenen ab: erste Ebene: es schickt Dich nicht oder Du findest es sogar Bullshit. Die Abstufungen sind für Deinen METAL- Geist- Körper nicht von allzu großer Bedeutung.  Ebene drei: du erkennst ein Muster: ach, das klingt bissi wie MORBID ANGEL, DESTRUCTION oder PARADISE LOST. Muster-Bands sind cool, weil sie etwas bereits erfahrenes und gelerntes in Dir reproduzieren, aber keinen weiteren Effekt erzielen. Auf Ebene zwei erkennst du intuitiv, dass das für mehrere Leute eine Rolle spielen wird. Auf Ebene 1 triffst du deinen SOUL SOUND. Klang, die Dein Heiliger Schutzengel für Dich gesucht hat und will, dass er immer Teil Deiner SOUL ist. MAGICINTHEMETAL. Beim Erlebnis auf dem ICH ZAHL NICHT MEHR- Sampler mach ich eine Erfahrung zwischen Ebene Vier und Drei. Auch der Tatsache geschuldet, dass ich mich mit Underground- DEATH METAL bislang null beschäftigt hatte. Als mir der 90er Algorhitmus, ich nenn ihn gerne HOLY GUUARDIAN ANGEL, auf dieses Album bringt, bin ich erst etwas irritiert. Für meine TRUE METAL- Seele irgendwie zu dark, zu gothic. Aber generell mit vereinzelten Parts, die als Kniefälle vor RUNNING WILD oder IRON MAIDEN verstanden werden dürfen. Auch von düsterem Metal ist die Rede. Im Wirkungskreis von SAMAEL oder ROTTING CHRIST (Label) ist das aber auch nicht passend. Und so wirklich finnisch-schnulzig-rockig, wie die kurz darauf startenden HIM ist dieses Album halt auch nicht. Dennoch scheint es als romantisches Kerzenlicht-Album zu taugen, dann dein Date allerdings weder auf den BACKSTREET BOYS noch auf CANNIBAL CORPSE hängen geblieben sein darf. Und mit Frauenstimmen und PARADISE LOST- Gitarren scheint man, so der scharfsinnige ROCK HARD/EMP - Querdenker der 90er, nur auf die große Kohle aus zu sein. 

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365 DAYS IN METAL Album #24 AMON AMARTH- Fate of Norns

Nach Autofahrer-Mucke, Teil 1 (Motörhead) lege ich heute mit Teil 2 nach. Ihr seht: terminintensivere Tage, abgenommener Motivationslevel, um sich akribisch und voller Elan einem wahrhaften Herzensthema hinzugeben grad. Nennen wir es den VOMITORY- Effekt. Auch ein chilliges Album, das ich während meiner kürzlich stattgefundenen Maiden- Exkursion gehört habe, das aber aufgrund seines Alters eher einer (noch) unspektakuläreren Neuvorstellung entspricht. Ehrenlos natürlich, sich bei einem derartigen Lückenfüller-Tag an ein Album der Nordmänner AMON AMARTH zu machen. Aber keine Sorge: ich bin kein großer Experte für Wikinger-Sounds generell, mag neben AMON AMARTH nur das Old School- Gegenstück UNLEASHED und kann rein spirituell mit nordischen Einflüssen deutlich weniger anfangen, als mit Mythologie und Kult aus dem Mittelmeer-Raum. Und obwohl ich gelesen habe, dass "Fate of Norns" sowohl bei der Band selbst, als auch bei Fans nicht allzu hoch im Kurs zu stehen scheint, hör ich es mir verdammt gerne auf Autofahrten an. So auch heute. Ok, AMON AMARTH wurden mit "Twilight of the Thunder God" einmal von ODIN persönlich geküsst und haben für mich einen der aller stärksten METAL- Songs überhaupt abgeliefert. Ein Song, der Power, Emotionalität und Magie eines echten Klassikers verströmt. Die Jungs daran zu messen ist unfair, da ich JUDAS PRIEST- Songs ja auch nicht an "Painkiller" messe. So ist "Fate of Norns" vielleicht das "Turbo" von Hegg und Co. Etwas experimenteller und suchender. Eigenständiger und spezieller. Und dennoch unverkennbar PRIEST, ähhh AMON AMARTH. 

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365 DAYS IN METAL Album #23 MOTÖRHEAD-Bomber

Unter uns: der MOTÖRHEAD- Hype, der auf einer Radiostation gar in ein unsägliches "Lemmy unser" mündet, nervte mich phasenweise fast mehr als LEMMY die Bezeichnung Heavy Metal für seinen Sound. Oh ja, wie krass waren sie immer, die Diskussionen in der Jugend in denen gemutmaßt wurde, wie viel Whisky, Zigaretten oder weißes Pulver der gute LEMMY so daily konsumiert. Durch die "Unhealthy Scores" der damals gängigen Zeitschriften wurde das Thema noch mehr zum Fokus als die eigentliche Musik. Durch die Feuilleton der Republik und ein Classic Rock and Metal-Revival auf Festivals wurden MOTÖRHEAD wieder zum Dauerthema und zu einem "Street Credibility"- Indikator eben kopflastiger Kulturjournalisten. Für mich warn sie immer da, natürlich respected und die Wirkung von "Ace of Spades" als 14 jährigen kann ich natürlich auch nicht abstreiten. Aber dass mich MOTÖRHEAD geprägt hätten, wie zB IRON MAIDEN, METALLICA oder MANOWAR, davon konnte nicht vom Ansatz eine Rede sein. Im Gegensatz zu den drei genannten waren MOTÖRHEAD in meinen jüngeren Jahren eine klassische Konsensband. Die großartigen, heiligen und über jedem Zweifel stehende IRON MAIDEN wurden Ende der 90er Jahre von vielen hart gehated, da der Inbegriff von Sirenen-Voice und Alte weiße Männer- HEAVY METAL. METALLICAs Polarisierung liegt in der Natur ihres Status und die KINGS OF METAL waren eh umstrittener als alle anderen. Daran hat sich bis heute nix geändert.

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365 DAYS IN METAL Album #22 TYPE O NEGATIVE- Bloody Kisses

Wahrscheinlich eines der ikonischsten Alben der Neunziger Jahre. Kaum jemand, der sich zwischen DYNAMO, Crossover-Disko und Headbangers Ball bewegt hat, dürfte es nicht kennen, das Cover dieses Klassikers. Auf Wunsch eines Lesers wage ich mich hier heran. "She is in love with herself, she likes the dark", PETE STEELE, umstrittener CARNIVORE- Frontmann, New Yorker- Legende und Sexsymbol der kommenden Jahre, läutet auf der Frühneunziger CD mit diesen Worten ein neues Zeitalter des METAL ein. Das Zeitalter des Weiblichen im Hardrock- und Metal-Bereich. TYPE O setzen die dunkle Weiblichkeit in die Betrachtung ihres emotionalen Schaffens und erwecken damit den GOTHIC ROCK zu neuem Leben. Eine Menge Evas werden durch dieses Album zu Liliths verwandelt werden. Den schwarzen Kajal rausholen, sich anziehen wie "Lilly Munster" (Textzitat) und krass nach Patchouli duften. Will sagen, PETE STEELE ist unumschränkt der Hohepriester der GOTHIC Hexen, die die Neunziger ohne Besen und Hexenhaus im Sturm erobern. Er zelebriert sein Ritual süßlich, mit seiner unnachahmlichen Stimme und einer Menge erotischem Pathos. Die Scheibe ist pure Magie. Eine Melange aus diversen 70er Rock-Elementen, Gothic Keyboards und leicht verträglichen Doom-Anleihen. "Set me on Fire" ist hier das Motto, eine lässige Nummer mit dezenter DOORS- Schlagseite. Wo Gothic generell das Klischee von Deepness, Depression und schwarzer Magie bedient, wird hier "Saturday Night Fever"- Gothic zum beschwingten "Summer Breeze"- Event. TYPE O holen damit das Schwarze aus der psychopathologischen Ecke und platzieren es im Rock- Mainstream der 90er Jahre. Ich gehöre zu den 120.000 Menschen, die der Headlinershow 1995 beim DYNAMO beigewohnt haben und einen eigenen Woodstock-Moment hatten. 

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365 DAYS IN METAL Album #21 ENTOMBED- To ride, shoot straight and speak the truth

Wagen wir ein Gedankenexperiment: wir schreiben das Jahr 1997 und der damalige noch amtierende US- Präsident Clinton hat seinen großen Auftritt vor der UN- Vollversammlung: Wie Sie wissen, liebe ich den Rock`n`Roll. Der Rock`n`Roll ist es, der die Menschheit gesund, leistungsfähig und zufrieden halten wird.  Der Rock `n`Roll ist es, der uns antreibt, dass wir rausgehen und uns andere Rock `n `Roller suchen, mit ihnen abhängen, eine Familie gründen oder eine Firma aufbauen. Der Rock `n`Roll ist die universale Sprache, die Zärtlichkeit der Völker. Jeder versteht ohne Umschweife die Botschaft von Motörhead oder AC/DC, meine Damen und Herren. Je simpler dein Leben wird, desto intensiver wird es. Begehen Sie jetzt nicht den Fehler und scheitern Sie an Unterkomplexität. Stellen Sie die Einfachheit der Dinge und das daraus resultierende Leben nicht in Frage. Sie würden sich komplexe Fragen stellen und Antworten auf FATES WARNING- Alben, in philosophischen Büchern oder im Studium der Politik suchen. Alles das würde die Einfachheit zerstören. Spüren Sie die Lust nach "Like this with the devil"- folgen Sie dem Groove, feiern Sie Ihren Impuls nach Liebe da draußen. Es ist egal, ob Sie ein finsterer Todes-Metaller sind, der sich über dunkel-groovende Rhythmik freut, ein Moped-AC/DC- Typ oder ob Sie sich zur 90er Alternativ und Grunge- Community zählen. Auch wenn Sie alte Schule sind. Bei Ihnen lerne ich mit Nachdruck! Lerne von großartigen Lehrplänen, die von ALICE COOPER und KISS verfasst worden sind. Ich appelliere an Sie: trennen Sie den Rock`n`Roll nicht, sehen Sie ihn als Gesamtheit, egal in welcher Form er sich Ihnen offenbart. 

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365 DAYS IN METAL Album #20 RUNNING WILD- Death or Glory

Tag 20, das war im Outro von Tag 19 schon angekündigt: nach all den Death- und Black-Metal- Alben der letzten Tage, sollte hier nun Space sein für ein solides TRUE METAL- Album. Und ich habe es genossen, mich heute intensiv mit diesem deutschen Klassiker auseinander zu setzen. RUNNING WILD sind für viele 90er Kids der Innbegriff von "hängen gebliebenen Fantasy-Opfer", die sich vor der Realität auf die Schatzinsel flüchten und sich in typische Grundschulabenteuern für Jungs verlieren. Zugegeben, Piraten üben für mich in der Altersspanne 6-10 eine krasse Faszination aus. In der Auseinandersetzung sind sie halt die übel freien Seemänner, die sich an keine sesshaften Strukturen binden. Sie wollen die Welt erkunden und nebenbei noch Angst und Schrecken auf den 7 Weltmeeren verbreiten. Gerade so betrachtet, matchen METAL und Piraterie vollkommen. 

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365 DAYS IN METAL: Album #19 THE RUINS OF BEVERAST- Tempelschlaf

Tag 19 dieser unglaublich zeitintensiven Challenge. Es ist fast mein Humor, dass gerade im Metal durch ein Überstrapazieren von Ritualen und Regeln ein Korsett für einen objektiv betrachtet absoluten Sekundärbereich wie dem Genuss von Musik geschaffen wird. So wird durch eine Challenge wie diese, schon Musikhören zur täglichen Pflicht, zur Arbeit, obwohl damit nichts zur Wirtschaftlichkeit und zum Wachstum des materiellen Lebens beigetragen wird. Der Effizienzbasierte Rationalist fasst sich irritiert an den Kopf und stellt sich ernsthaft die Frage, wieviel Aufwand man betreiben muss/kann, um dann drei Kumpels bei Gelegenheit die Schreibergüsse lesen zu lassen...

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365 DAYS IN METAL #18 SIX FEET UNDER- Haunted

Im Vorgänger Blog angekündigt, dass es den direkten Test gegen die satanisch-melodische Symphonie der Musik-Ästheten NECROPHOBIC null bestehen konnte. Aber besagter Moment zeigt auch, dass Musik immer verdammte Momentaufnahme ist. Gerade bin ich voller Vorfreude auf das SIX FEET UNDER- Konzert im Kaminwerk in Memmingen, was hier im Live Blog sicherlich Feature erfahren wird. Und dazu hör ich diesen unumschränkten Klassiker des Old School DEATH METAL. DEATH METAL, der gechillt, Brudi-like und immer alles andere als brutal um die Ecke kommt. Also brutal groovend und brutal bewegungsanimierend schon. Aber weit entfernt von grindig oder zerstörend. Irgendwie klingt dieses Classic Album wie die gechillte Version von OBITUARY.  

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365 DAYS IN METAL- #17 NECROPHOBIC - Dawn of the Damned

Phasenweise ist der angeschwärzte Death-Metal made in Schweden, oder der Todesblei gestählte Black Metal aus Schweden mein höchstes Ritual im Metal Magic-Konsum. Ob das nun DISSECTION, NAGLFAR, DARK FUNERAL oder NECROPHOBIC sind. Sie alle haben ein spielkulturelles Niveau, das sich immer an den ganz großen Komponisten des Heavy Metal orientiert. Besagte Combos sind nicht lange auf BATHORY oder SODOM hängen geblieben. Schnell war klar, um wirklich epischen, starken und emotional- berührenden Heavy Metal zu schreiben, muss man IRON MAIDEN, RIDE THE LIGHTNING und MERCYFUL FATE studieren. Für die Wucht orientiert man sich an SLAYER. Und um dem Spirit der Tradition gerecht zu werden, muss man POSSESSED und die frühen MORBID ANGEL verstanden haben. Wer mich kennt, weiß, dass diese Aufzählung neben objektivem Musikjournalismus (Augenzwinkern) natürlich auch (fast) alles beinhaltet, was mir so unheilig wichtig ist. 

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365 DAYS IN METAL- #16 DEICIDE- Scars of the Crucifix

Nach dem gestrigen antikosmischen Filetstück von WATAIN, steht heute der Krustenbraten an. Death- und Black-Metal spielen in meiner Selbstwerdung eine sehr zentrale Rolle. In inspirierter Tonkunst wie WATAIN findet mein nach Dunkelheit schreiender Seelenanteil genau die spirituelle und magische Klarheit, die mich generell zu dunkler Musik zieht. Mit DEICIDE will ich mich heute mit dem geradlinigen Teil von dunkler Musik beschäftigen: dem Teil, der beschlossen hat: Antirolle, Jugendsatanismus, Kreuz in die Stirn, Slayer-Sound als Vorlage nehmen und noch krasser machen. So ungefähr könnte ich DEICIDEs legendäres Debut kurz und knackig zusammenfassen.  Der Traum von einem stumpfen, radikalen und höchst effektiven DEATH METAL- Debut, das ohne Romantik, Reflexion und Intellektualität auskommt. Ein Batzen, der einfach nur durch rohe und ungeschliffene Schönheit besticht und den ich mir jeden Tag anhören kann, da ich eigentlich unterm Strich kein pureres DEATH METAL- Album kenne. Mit "Scars of the Crucifix" (2004) sind DEICIDE über 10 Jahre im Geschäft und befinden sich nach dem Hype Anfang der 90er Jahre in ruhigeren Gefilden.  Also nicht musikalisch- versteht sich.  Im DEATH METAL gibt es längst professionellere, extremere, kreativere, stumpfere und ja auch satanischere Genossen. Wobei letzteres natürlich immer ein Stückweit Betrachtungsabhängig ist.  

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Im BLACK METAL gibt es immens viele schöne Töchter zu entdecken: die Nebelhexe EMPEROR, die als junge Frau mit den krassesten Spells vertraut war, später ne freaky Prog Hexe wurde.  Von orthodoxer schwarzer Magie geleitete DARK FUNERAL, die einfach gern bei Vollmond auf verlassenen Burgruinen bissi Theatralik hat und schwarze Herzen frisst wie Aydas Mäuse Maismischungsfutter.  SATYRICON, die selbstbewusste Kokain-Hexe, die eigentlich gar nix zieht, aber gern Party macht. Und MAYHEM, das borderlinige Krawall-Weib, das einfach gern Seelen und Herzen zerstört. Dazu DISSECTION, die Stipendium- geförderte Musikstudentin, die ihren Master in KING DIAMONDistik, POESSESED, MORBID ANGEL und old school METAL macht. WATAIN ist von all den Ladies ein wenig und doch viel zu viel (wie sang schon BON SCOTT: Too much for my body, too much for my brain...).  WATAIN haben die Schwarzromantik erfasst wie DARK FUNERAL, mögen aber kein Popcorn. Heißt: hier gehst du mit deiner Lady echt an den See im Wald, nicht in nen plumpen Kino-Film. Da die Nebelhexe immer flüstert, was soll ne Nebelhexe sonst tun, wird das Album nie so konkret und "in your face", wie wir das zB von AC/DC kennen. Bei "Towards the Sanctuary" offenbart sich Lady DISSECTION, die mich mit diesen morbiden Melodien in den ABYSS treibt. Nirwana wäre andere Baustelle. Das ist vom Musikverständnis nur noch Kniefall. Alles ist gesteuert von Queen MAYHEM, die Chaos und Zerstörung als Fahrradanhänger und Latte Macchiato ihrer dunklen Weiblichkeit erschlossen hat. Und dieser geilste Mix, mit dem aufgeblähten Ego einer Princess SATYRICON, die wirklich nur noch dominiert und keinerlei Einschränkungen kennt. 

So überfahren Dich WATAIN mit ihrer gnadenlosen Inspiration aus jenseitiger Dimension, purem METAL- Feuer, schwarzer Magie und dem Chaos, das wir laut NIETZSCHE ja ganz gut gebrauchen können, um Sterne zu erschaffen. Um nix anderes geht es hier in letzter Konsequenz. 

365 DAYS IN METAL #14 DR BUTCHER-Dr Butcher

Nach dem tiefen Eintauchen in die "verbotenen Alben der 90er" wäre es eigentlich nur folgerichtig gewesen, SEPULTURA und BIOHAZARD direkt mit TRUE METAL zu beantworten. Die Scheibe meiner Wahl fällt auf ziemlich eigenwilligen US Power Metal der 90 er Jahre und kommt von keinem geringeren als SAVATAGE- Mastermind JON OLIVIA. Die Hauptband damals ein gebeutelter Riese: nach dem wirklich sehr geilen, aber zwiespältig aufgenommenen "Edge of Thorns"- Album verlor die Band mit CRISS OLIVA ihren begnadeten Gitarristen und JON OLIVA seinen Bruder. Der Band war trotz herausragender Alben immer ein Sprung nach ganz oben verwehrt geblieben, der Erfolg der späten SAVATAGE und v.a. dem Platinseller TRANS SIBIRIAN ORCHESTRA (in den USA mega groß, hier nicht sonderlich bekannt), war hier noch nicht absehbar. Und der vom Leben und der Drogen- und Alkoholsucht gezeichnete OLIVA, machte mit diesem Album seiner Spannung Luft. Der Legende nach sollten es Songs sein, die für SAVATAGE aktuell zu "heavy" waren, da der Stil der Band sich ja immer mehr in Richtung Symphonic-, Prog- und Hardrock bewegt hat. Hier holte JON OLIVA nochmal richtig die METAL_Keule raus. Der Opener "The Altar" beginnt zwar SAVA geTAGEd episch-orchstral, verwandelt sich dann aber kurzerhand in ein US POWER METAL- Klopfer, wie ihn neben SAVATAGE höchstens noch METAL CHURCH in dem Stil gebracht hätten. Durch JONS Organ fühlte sich der ehrfürchtig kniende POWER METAL- Head an die "going Songs" von GUTTER BALLET erinnert, die selbst auf diesem Klassiker schon in der Minderheit waren und den epischen Rock Hymnen Platz zu machen hatten. JON, der mir mal in einem Interview erzählte, dass er VENOM liebt, konnte das ganze METAL-Chaos aus sich heraus in einer Platte zum Ausdruc bringen, was besonders in dem mit Street Credibility" durchzogenen "Don´t talk" (Fuuck You!!!) perfekt zur Geltung kommt. Mit "Season of the Witch" gelingt dann ein unbewusster (?) Kniefall vor KING DIAMOND, was auch dem intensiven Touren mit dem dänischen Großmeister geschuldet sein könnte. Aufbau und Arrangements des Songs erinnern mich teilweise stark an "Conspiracy" oder "The Eye". Harte Metal-Brecher mit progressiven Spielereien und theatralem Aufbau versehen. Bei "Reach out and torment someone" ist der Namen Programm. DR BUTCHER (was für ein bescheuerter Namen) erfindet den METAL keinen verdammten Millimeter neu, holt aber seine unbändige Energie aus der NWOBHM- Zeit, der ACCEPT- Pionierzeit und der Proto-US-Metal-Phase mitten in die 90er, wo es zu dem Zeitpunkt nicht allzu viele Anhänger für diesen Sound gibt, was aber Freaks null vom Kauf abhalten sollte. 

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Nach

365 DAYS IN METAL- #13 SLAYER- Divine Intervention

Den mythischen, den ikonischen, den herausragenden SLAYER wird auch in diesem Blog eine Sonderstellung zu teil. Und wie es sich für die Könige des EXTREME METAL gehört, natürlich am SLAYER- Tag;dem 06.06.2026. Und da diese Zahlenmystik noch nicht reicht, ist dieser Eintrag der 13. im "365 DAYS IN METAL"- Blog. Und selbstverständlich wird es hier vorerst von Classic-Acts wie SLAYER kein x-tes Abnudeln von "Reign in Blood" oder "South of Heaven" geben. Natürlich wird sich dieser Blog im Laufe des Jahres auch den Olymp-SLAYER- Alben widmen, wenn es dem Blogger danach sein sollte. Doch der Reiz in der momentanen Phase des Blogs liegt im Abarbeiten der "Stiefkinder"- jener Alben, die nicht immer gleich als erstes genannt werden. 

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365 DAYS IN METAL Album #12: BIOHAZARD- Urban Discipline

Wie würde ich mir wünschen, dass mein 15- jähriges Ich diese Zeile lesen könnte. Ich sitze mit knackigen 49 Jahren am Rechner und schreibe eine Liebeserklärung an dieses Album. Es wäre ungefähr so, als würde im Islam ein neuer Prophet auftauchen, der da mal sagt: "Schweinfleisch, ja und? Schmeckt halt doch".  Mein 15- jähriges Ich hatte BIOHAZARD gehasst. Und im Gegensatz zu SEPULTURA hätte ich sie vor ein Kriegsverbrechergericht gestellt. Zum hektischen Crossover-Rock/Metal der Amis kam noch dieser abgefuckte Rapgesang und dieses sinnlose Geshoute. Nach dem intensiven Genuss von CHAOS A.D. (siehe Blog #10) musste ich jetzt in die Vollen gehen und mir das verdorbene Stück Sünde aus dieser Zeit anhören. Dank CD Second Hand-Verkauf von Meister Breze liegt es bei mir schon ne ganze Weile auf dem Schreibtisch und hat mir, ganz unter uns, schon viele laue Sommerabende gepimpt. Pubertät ist so eine furchtbare Suche nach Identität und einem verlässlichen Kompass für die nächsten paar Jahre, dass der junge desorientierte Geist auch wenig Vorbilder mit Meisterfunktion und integralem Rockbewusstsein findet. So sah ich mich in meinen Recherchen ausnahmslos mit den Vertretern des heiligen METAL GRALS oder eben mit No-Checkern CROSSOVER- Deppen in meinem Alter formuliert, die den wirklichen Spirit dieser Musik noch nicht verstanden haben konnten. Ich hätte jemanden gebraucht, der mir klar aufgezeigt hätte, dass BIOHAZARD und RUNNING WILD kein Widerspruch sein muss. CROSSOVER Kids hatten entweder ihre POWER METAL- Phase schon hinter sich oder fanden die Fönfrisuren-Bands der 80er nur Panne. Und TRUE CRUSADERS OF THE METAL BLADE warnten vor der CROSSOVERISIERUNG des Abendlandes. Da ich mich tendenziell eher sentimental prägen lassen wollte, schloss ich mich kurzerhand den CRUSADERS an, drückte auf Schulparties "The Reaper" von GRAVE DIGGER durch und lief am liebsten in meinem MERCYFUL FATE "Unholy Reunion on Dynamo"- Shirt rum. Selbstverständlich war ich auf diesem 93er DYNAMO null. Ironischerweise sollte ich BIOHAZARD auf meinem ersten DYNAMO 95 live sehen. Ich wollte den wahren Metal verteidigen, gegen den Trend sein. Schwarz. True. Satanic. Was später ziemlich hip sein sollte, versuchte ich damals zwischen lauter Alternativ- und Crossover-Kids zu verkörpern. Warum ich nicht einfach nicht auch BODY COUNT, RATM oder eben BIOHAZARD gehört hab? Tja Leute, da wirds magic ;) Mein heiliger Schutzengel hat mich damals schon regelmäßig geschnappt und mir absurdeste Wege in den 80er METAL, der damals null cool war, gezeigt. Vielleicht, dass ich mit Ende 40 über den angesagten Sound meiner tatsächlichen Jugend schreiben kann. Heute lieb ich diesen Prolo-Crossover, der mit "Business" auch eine richtig Antikommerz-Hymne im BEASTIE BOYS - Style verfügt, die an meinem 50er nach MANOWARs "Metal Warriors" laufen wird. Versprochen

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365 DAYS IN METAL #10 SEPULTURA-Chaos AD

Heute der erste unumstrittene Klassiker dieser Reihe, bei dem es wohl keine allzu unterschiedlichen Meinungen geben wird, was den Klassikerstatus angeht. Aus ganz vielen Gründen, eine wirklich super krasse Scheibe: SEPULTURA hatten es gerade geschafft, das wohl bedeutenste Thrash Metal- Album der 90er aufzunehmen und den Thron von SLAYER ernsthaft zu beanspruchen. "Arise" wird innerhalb dieser Jahres-Challenge sicher noch Thema werden. Mit "Chaos A.D" greifen SEPULTURA mit Eiern die 90er Jahre an und geben dem METAL die Handlungsrichtung vor. Die 90er sollen das Jahrzehnt globaler Prozesse im Positiven, wie im Negativen werden. Die Botschaft dieser Scheibe ist fast so eindeutig und klar wie die von RAGE AGAINST THE MACHINE: elitäres Rockstargehabe im Elfenbeinturm mit Texten über bevorzugte Sexualpartnerinnen und Fiktion aus Fantasie und Horror sind so 80er Jahre wie die widerliche Vorherrschaft US amerikanischer Macho-Combos. Schau Dir diese abgefuckte Welt an, die Du in der westlichen Hemisphäre noch nicht so ungerecht empfindest, aber die da ist. Krieg, Ausbeutung, Gen-Manipulation, Religion und Armut sind die Folgen einer weltweit greifenden Dystopie, die sich Kapitalismus nennt und die von wenigen gegen uns, die Menschheit, verwendet wird. Die Zutaten dieses Augenöffners sind wie die 90er : rhythmisch, direkt und vom Hardcore und Punk mehr geprägt, als vom klassischen Heavy Metal. Logisch, damals fand ich das gar nicht so cool. Hype und v.a Verrat am "echten" Metal. SEPULTURA wurden von mir nicht wegen Hochverrat angeklagt, da ihr Logo auf den Kutten noch große Bedeutung hatte und eben "Arise" und sein Vorgänger so ehrfürchtig verehrt wurden. Aber mir war es schlicht zu rhythmisch, zu wenig "metal"-  damals. Heute ist es eine der coolsten und intensivsten Scheiben überhaupt für mich. Schliesslich darf man sich ja auch weiterentwickeln ;)

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365 DAYS IN METAL Album #9 METALLICA- St. Anger

"St. Anger" hatte ich nie hören müssen, um zu wissen, dass es mit mir nichts zu tun hat. METALLICA gehörten mittlerweile zu den "woken", den "links-grün-versifften", denen, die für Vielfalt und bunte Rockmusik eintreten. Die, die im besten "Rockland aller Zeiten leben". Verblendete Idioten. Ich war immer gegen Grenzöffnungen und für Leitkultur. Dass ich METALLICA selbst erst so richtig mit dem "Black Album" zu lieben lernte, spielt in der persönlichen Geschichtsschreibung erstmal keine Rolle. Man wähnt sich automatisch als "Ride the lightning"- Ultra, der nur schwer über die Professionalisierung bei "Master of Puppets" hinwegkam. Tiefer in die DNA der Band geblickt, hätte schnell klar gemacht, dass  eine musikalische Offenheit in der Band grundlegend angelegt ist. 

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365 DAYS IN METAL Album #8 DYING FETUS-Destroy the Opposition

In den Grind bin ich leider nie so eingetaucht, wie es in einem Teil meiner Persönlichkeit angelegt ist. Der radikale politische Ansatz im Grind ist mir genau so wenig fremd, wie der radikal spirituelle im Black Metal. Der Black Metal-Ansatz fand bei mir deutlich mehr Kultivierung. Innenschau und Reflexion statt eindeutiger politischer Aktion. Ich bin damit ok, denk aber manchmal schon: was nutzt Dir Deine scheiß Erleuchtung, wenn du in einem totalitären Transhumanismus- High Tech- State aufwachst, du Trottel? Da mein Kampf eher mächtigen inneren Dämonen und spirituellen Irrwegen in mir selber galt, ist mein GRIND-Archiv auch zahlenmäßig meinem BLACK METAL-Archiv deutlich unterlegen:  habe auch den Eindruck, dass hier ein Rundum-Sorglos GRIND-Album vorliegt, da es wirklich alles an Kunsthandwerk zur Schau stellt, was ich von geilem EXTREM-METAL erwarte. Von dem her greift die Reduktion auf GRIND hier auch nur bedingt. Die Einflüsse aus klassischem DEATH METAL und hier sogar BLACK METAL ("Born in Sodom") sind zu dominant, um das GRIND- Reinheitsgebot zur Anwendung zu bringen. Timing und Wucht sind für mich zwei zentrale Komponenten auf dieser Jahrhundert-Scheibe: tight wie der vielzitierte Arsch und immer vorwärts treibend; das was man HARDCORE nennt. Ich liebe das. Ist allerdings noch eine relativ junge Liebe, meine Annäherung an den HARDCORE. Als von Satan persönlich eingesetzter Black Metal- und True Evil Heavy Metal- Beauftragter im Gau Oberschwaben Südost, war es noch nicht unbedingt so vorstellbar, mal Soundabende mit BIOHAZARD und HATEBREED zu zelebrieren. Heute gibt mir dieser Sound oft gleich viel wie traditioneller Metal. Und diese sich gerade anbahnende Sommerliebe hat es mir auch ermöglicht, mich "Destroy the opposition" nochmal ganz neu zu nähern. Ich bin geflashed von diesem "immer auf die 12 hauenden " Aggro-Geschoss mit filigraner Schlagseite. Der richtige Sound, um die Welt in Stücke zu hauen und parallel dazu neu aufzubauen. 

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365 DAYS IN METAL #7 PARADISE LOST-Gothic

Ähnlich als beim Vorgänger-Tages-Album (#6, HYPOCRISY) geht es hier auch um große melancholische Stimmungen und unbändige Power. PARADISE LOST wurden auch völlig zu unrecht von Puristen gerne in der "Wimps and Posers"- Schublade geführt, die generell überhaupt keinen Sinn ergibt, damals aber ein verbreitetes rhetorisches Mittel bei "Metal-Fachsimpeleien" war. Ich persönlich fühle das Album in seiner emotionalen Wirkung total klar: es küsst den von Weltschmerz verzauberten Schwarzromantiker in Dir wach, ohne Dich jedoch in der Verletzlichkeit und Zurückgezogenheit zu halten. Durch treibende Rhythmen und Gitarren zwischen doomigem Rock und Metal formuliert das Album permanent eine Botschaft, genauer gesagt einen Imperativ: "Gothic-Krieger, mach auf! Zieh hinaus in die Welt und entdecke deinesgleichen. Seelen mit Weltschmerz, den die Alpha- Menschen verächtlich "Selbstmitleid" nennen, gibt es genug. Seelen, die in der Nacht magisch glühen und zu tanzen beginnen, wenn der Alpha- Mensch vom Betonfundament seiner geplanten Garage oder dem Gewächshaus träumt. In seinem wohlverdienten Schlaf. Du GOTHIC SOUL musst Dich damit abfinden, dass sie da draußen, das Schwarze, das Klare, das Magische als "schwul", "gestört", "weiblich" diskriminieren werden. Aber schau Dir ihr Kultur- und Sozialprogramm an und fühle Dich geehrt.

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365 DAYS IN METAL Album #6 HYPOCRISY- The final Chapter

Die Mitte bis Endneunziger sind es, die schwarze Löcher und die dunkle Karma- Sternschnuppen der Persönlichkeit formidabel bedient hat. Ich, und darauf gehen wir in diesem Blog noch explizit ein, liebe die großen, kommerziellen Dark/Black Metal- Produktionen dieser Epoche und freue mich schon auf DIMMU BORGIR, THERION, MOONSPELL, DIABOLICAL MASQUARADE und DISMAL EUPHONY innerhalb dieses Blogs. HYPOCRISY sind objektiv betrachtet die eierlegende Wollmilchsau für den Dunkelboy (natürlich auch für das Dunkelgirl): die Schweden sind atmosphärisch und treibend, können sich  in Hypno-Emo-Hymnen vergessen, um sich im nächsten Moment  ihrer wilden Death Metal-Roots zu besinnen und den kompletten Wald niederzumähen. Sie laufen also keinerlei Gefahr, ne seichte Gothic-Band zu sein, da sie mit allen Todesmetallischen Wassern getauft sind und damit weit weg von Angreifbarkeiten durch die Szenen-Polizei. Mehr "Metal" als PETER TÄGTREN muss man halt auch erstmal sein und dann wird es mit dem Judgen  schwierig. 

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365 DAYS IN METAL Album #5 Gehennah-King of the sidewalk

In einem Universum B, ist das die geilste Scheibe meiner Sammlung: GEHENNAH sind Dorf-Stadt-Kids, chillen ihr Leben und machen in ihrem Dorf auf harte Rocker und Metal-Street-Gang-Assis. Ständig besoffen und am Pöbeln. Sie fühlen am SPEED METAL vor allem den SPEED. Sie haben beschlossen: KILL ' EM ALL ist zwar das beste Album aller Zeiten, aber MOTÖRHEAD, VENOM, EXCITER und SODOM sind in ner Moped Speed- Gang auch kein Fehler. Und nur KILL ´EM ALL- Liebe reicht zwar, um die Straßen im Ort eindringlich zu dominieren,  aber wir brauchen VENOM. Dringend. Weil besser als KILL `EM ALL geht zwar net, aber die Spacken haben schon bei "Ride the lightning" gesnitched wie Tussies aus dem Büchereiclub. In nem Universum B ist immer Freitag-Abend, Deine Speed Metal- Gang trifft sich bei RUNNING WILD und WARRANT (D) zum Dosenstechen. Jeden Freitag. Nach dem RUNNING WILD/SLIME- Tape legt der Typ mit dem Iro EXPLOITED ein. Dieser Entwurf ist ein verdammt geiler. So pogen wir, headbangen und saufen uns durch den Abend. "Saturday Night" ist unsere SPEED-PUNK-Bruder Hymne. Einzig und allein CRONOS von VENOM steht noch über KILL `EM ALL und SODOM. Aber nur, weil er einfach der geilste Typ der Welt ist. GEHENNAH gehen räudigen Street-Speed-Metal mit Liebe an. Und Liebe ist das Gesetz der Straße. SPEEEEEEEEEED METAAAAAL!!!!

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365 DAYS IN METAL Album #4 Dark Throne- A Blaze in the northern sky

Black Metal zu beschreiben und zu definieren, ist ein fehlgeleitetes Unterfangen. Black Metal ist in Gänze emotional und erschließt sich für mich nur jenseits von Worten und Konzepten. Und ein Album, bei dem Worte nicht greifen, hat der Black Metal seine Finger hochwahrscheinlich im Spiel. Mit den Stilmitteln hätte man hier sicherlich ein Standard "Extrem-Metal-Album" beschrieben, das scandinavian Death Metal-based, Celtic Frost- worshipped und grindig  Fuck You- Finger zeigend daher kommt und von den Grundzutaten wahrscheinlich ähnlich Standard war, wie der nur geile 90er Euro Dance-Standard zu der Zeit. Ist das jetzt Snap oder Culture Beat?Nein,  Dr Alban! Nach dem Motto. Magie ist das Nichtbeschreibbare jenseits von Konzepten, das den schwarzen Urkern in Dir aktiviert. Das, was Eckhart Tolle für das JETZT! hält. Nocturno Culto und Fenriz für A Blaze in the Northern Sky. Freunde, das was die Metal-Geschichts-Schreibung (die Geschichte schreibt immer der Sieger) als misanthropisch, depressiv und dunkel bezeichnen, ist die Reduktion purer Existenzschwingung. Natürlich wirken Dark Throne erstmal finster und böse, da ihr musikalischer Cocktail die Farben aus dem Film nimmt und Insta-Fitness-Day-Posting, die Games people play und all die abgefuckte Matrix, unter der der Subkulturler so leiden muss, komplett von der Festplatte löschen. Ist die Freiheit darin erkannt, wundert mich aus heutiger Sicht gar nicht mehr, wie eine verirrte Seele in meinen Räumlichkeiten um die 1997 beim exzessiven Genuss von Dark Throne nach Raggae fragen konnte. Dark Throne umarmt die reine Freude am Kosmos genau so konsequent wie es ein basic Roots-Raggae tut. Man spürt, dass Sonne und Staub mehr sind als eine Alliteration....

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365 DAYS in Metal #3 Mercyful Fate- Into the Unknown

MERCYFUL FATE und KING DIAMOND sind heute landläufig der Inbegriff von Kult, schwarzmetallischer Pionierarbeit und natürlich auch Trueness. In meinen jüngeren Jahren erinnere ich mich durchaus daran, wie etliche Headbanger und Headbangerinnen bei Erwähnung des gnadenvollen Schicksals zu lachen begannen, nicht zuletzt wegen der Stimme seiner Majestät. Unvergessen damals auch die Show in der Röhre (Stuttgart) vor nicht mal 50 Zahlenden. MERCYFUL FATE warn in den 90er der Inbegriff von unsexy, oldfashioned und rückständig. Für Leute wie mich z.B war dieser Umstand Motivation genug, sich dem Thema erst recht hinzugeben. Und natürlich verehrte man die Klassiker der Dänen mit Hingabe, freute sich jedoch auch euphorisch über Releases wie dieses 96er Album. 

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365 Days in Metal Album #2 ICED EARTH- Burnt Offerings

Über ICED EARTH zu reden und dabei JON SCHAFFERS Rolle am 6. Januar 2021 unerwähnt zu lassen, wird heutzutage wahrscheinlich kaum passieren. Ich will über den Musiker und Visionär JON SCHAFFER reden, der mich mit seiner Musik und ICED EARTH zwischen 94 und 96 geprägt hat, wie kaum eine andere Band zu dieser Zeit. Mit diesem herausragenden Album loteten ICED EARTH das Potential ihrer ganzen kreativen Schaffenskraft aus. Von der Grundstimmung pirschte man sich an den Gothic-Zeitgeist der 90er heran, schuf eine Stimmung, die den dunkel-romantischen Stunden mit TYPE O oder MOONSPELL ergänzend zur Seite stand, während Riffing und Intensität freilich eher von Schaffers Helden METALLICA inspiriert schienen.  Wenn es "aufs Gas geht " auf diesem Album, demonstriert Schaffer eindrucksvoll, dass eingängiger, catchy Thrash nicht nur den Branchenführern vorbehalten ist. Wobei es mit einer Reduktion auf Power- und Thrash- Metal hier nicht getan ist: ICED EARTH agieren teilweise Prog-mäßig verspielt und scheinen auch deshalb schon immer ein Standing bei US Prog Metal-Freaks gehabt zu haben. Nach einem verspielt-leichten Part kann auf diesem vielschichtigen Album ohne Schmerz ein Doom-Part a la CANDLEMASS folgen.  Wahnsinnig daran ist, dass nichts, aber auch gar nix, einen Millimeter konstruiert wirkt. Hier hat sich ein Mastermind von Intuition, Literatur, technischem und musikalischen Verständnis und einer großen Metal-Leidenschaft leiten lassen.  Mit ICED EARTH und "Burnt Offerings" hatte der Power Metal sein braves Konsens-Dasein verloren. Der kleine, fleißige Bruder des großen Thrash, der aufgrund seiner Ruppigkeit immer mehr Aufmerksamkeit bekommen hatte,  war in Form von ICED EARTH zu einem "evil Brudi" inkarniert, der durch seine Dunkelheit, Schwere und Variationsvielfalt ein ganz eigenes Lebensgefühl erschaffen konnte, das für mich durch Teenager-True-Love-Suicide Hymnen wie "Last December" (was für ein Banger!!!) und dem Höllenritt "Dantes Inferno" (Überlänge) mehr zu nem Abend mit DISSECTION und EDGE OF SANITY gepasst hatte, als zu ARMORED SAINT und METAL CHURCH. Ein Klassiker - ohne Diskussion !!!

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