365 DAYS IN METAL #39 JUDAS PRIEST- Jugulator

Veröffentlicht am 2. Juli 2026 um 00:19

Natürlich ist der Vergleich gewagt, da JUGULATOR gechillte 17 Jahre jünger ist, als das gestern besprochene REDEEMER OF SOULS. Aber, hier haben PRIEST das getan, was ich bis zu ihrer Rente immer von Ihnen erwartet hätte: die METAL GODS zu sein. Vorweg: ich liebe dieses Album!!! Keine andere traditionelle HEAVY METAL- Band hatte je die Eier, so etwas zu machen und dann so unglaublich gut: ich bin eine HEAVY METAL- Legende, habe vor 7 Jahre das beste HEAVY METAL- Album überhaupt aufgenommen und meinen Sänger, den METAL GOD, an die Wirren der 90er verloren. Ich hole eine junge Version des METAL GOD und reflektiere meine selbst eingeleitete Frischzellenkur in den METAL von PAINKILLER bis heute. Auf der Tour damals wurden mit ANNIHILATOR und v.a PANTERA der groovige- rhythmische Metal saolonfähig und prägte das Jahrzehnt. Ja, These für die "real Metal"- Entwicklung war die PAINKILLER-Tour so wichtig wie die Zusage von Franz Beckenbauer beim FC Bayern. Die Geschichte wäre eine andere geworden, ohne das PAINKILLER-Album und die dazugehörige Tour. Klar, ist der Einfluss von der damals aufsteigenden Vorband unüberhörbar, in Produktion und Riffing. Aber PRIEST gehen mit Bedacht an das PANTERA- Thema ran, vergessen nicht wo sie herkommen und gestalten das musikalische Viagra im Rahmen ihrer ureigenen Stilmittel. Und dieser Mix ist es, der so tödlich abgeht. THRASH- Riffs, teilweise schon FEAR FACTORY- ähnlicher Schlagzeugsound und Einflüsse, die von MACHINE HEAD und TESTAMENT sämtliche Player in diesen Sphären reflektiert. Aber immer mit dem Bewusstsein, dass HEAVY METAL catchy, melodisch und zum Mitgröhlen animierend angelegt sein muss. Dass hier wahrscheinlich mancher PRIEST- Head überfordert war, leuchtet mir total ein und muss auch respektiert werden. Alle, die aber in der Lage waren, hier mitzugehen, erlebten HEAVY METAL in einer wirklich neuen Energie und einem ausformulierten Führungsanspruch der Gods. Zu der Zeit schien die Szene generell in einer Orientierungsphase zu sein und es zeichnete sich schnell ab, dass die "New Metal Priester" nicht das Bedürfnis der Szene waren. Ripper OWENS verschwand schnell wieder aus der Band und ebnete den Weg für die Rückkehr von HALFORD, mit dem man dann versuchte, am ganz konventionellen PRIEST-Konzept anzuknüpfen. Leider auch vorhersehbar.