365 DAYS IN METAL #51 MEGADETH- Peace sells... but who`s buying

Veröffentlicht am 14. Juli 2026 um 00:26

Eine der Klassiker in MEGADETH- Kontroversen ist das "dünne Stimmchen" von DAVE, das ja so überhaupt nicht zum THRASH METAL passt und der eindeutige Schwachpunkt des BIG 4 Bestandteils darzustellen scheint. Diese Statements langweilen. Stimmen sind sicherlich einer der subjektivsten Kriterien für guten oder weniger guten METAL. Die garstige, die giftige "Arschloch-Stimme" von "Megadave" gehört für mich zum Gesamtbild wie TOM ARAYA zu SLAYER. Also über diesen Punkt muss schonmal gar nicht weiter diskutiert werden. Die METAL- Szene ist ja letztlich eine Ansammlung aggressionsgehemmter Liebgeister, die zwar vordergründig Tod und Teufel verehren, Hintergründig aber im Beisein des Therapeuten am liebsten über ihre Gefühle reden. Den meisten Liebgeister geht es in letzter Konsequenz um Harmonie. Ein durchgeknallter Narzisst, toxisch und maligne, wie Mustaine, der sich sein ganzes Leben an seiner Verletzung abarbeitet, will ein großer Teil der Szene nicht. Junkie, Bad Boy, Aggressionsprobleme, Christenfilm. Widersprüche sind sein Elixier, Spannung und Entladung sein daily Business. Nicht umsonst hat er Konsens-Alpha- Mann JAMES HETFIELD der Geschichte nach aufs Maul gehauen. Und da er eben zeitlebens in einem Überlebenskampf zu tunen scheint, löst er dieses Trauma bis heute nicht auf. Witzig, dass Teile der gerade Impulsivität und Dominanz verherrlichenden METAL-Szene diesen Typen nicht verstehen will. War das Debut von MEGADETH aus meiner Sicht noch "nett", "brauchbar" und "unterhaltsam", liegt hier mit Album Nummer 2 ein Klassiker vor, der realistisch betrachtet auf einer eigenen erhabenen Atompilzwolke chillt und entspannt zur Erde schaut: die UN hat sich im Streben nach Gier und Gebietsansprüchen der Mitgliedsstaaten selber egalisiert und den Durchzug in Richtung MEGADETH voll eingeläutet. Schaut man sich die politische Weltkarte heute, 2026, aus dem dystopischen Kopf eines DAVE MUSTAINE an, lag er mit Artwork und Titel damals so verdammt richtig. Komplexe bis teilweise jazzig- progressive Songstrukturen mit messerscharfen Riffs, sexy Grooves und vollendetes High End - Geballer schaffen einen Soundteppich, der eine erhabene Grundlage für des Meisters keifendes Gesinge schafft. Wir reden heute immer von THRASH, als hätten da alle Bands mehr oder minder ähnlich agiert. Ignorieren, dass die Komplexität, Wildheit, Kreativität und intelligent-eingesetzte Aggression sonst wirklich keiner anderen Band in dieser Konsequenz vergönnt war. Ein Zusammenfinden extrem kompetenter und kreativer Musiker und die pure Borderliner- Konsequenz eines DAVE MUSTAINE führen den METAL auf einen Energielevel, wie ihn in der Form nur MEGADETH beherrscht haben. Genieß die Power, die Rhythmik und die Kreativität dieses Albums. Je öfter ich es höre, desto mehr verstehe ich es und desto süchtiger werde ich. Dir wird es safe genauso gehen.