In den weltoffenen und crossing all over 90er hatten sich einige Bands das True sein zur Lebensaufgabe gemacht. Aber kaum jemand war darin so ungewöhnlich und special wie die Niederländer GODDESS OF DESIRE. Wie eine Art "fahrendes Händlervolk" schlugen sie ihre Lager auf den Festivals auf, hatten Tonnen an METAL Merch dabei und ihre Ladies, die als Eye Catcher für die überwiegend männliche Zielgruppe agierten. Ihre dann immer auf den Festivals stattfindende Liveshow war ein Aneinanderreihen plastischer Metal-Klischees: "We have girls and bombs and hellish fire- hail, we`re GODESS OF DESIRE", so ähnlich lautete eine Songzeile. Auf der Bühne Fellhosen, Schwerter, leicht bekleidete Nixen, die es figürlich allesamt aufs "Triumph of Steele"- Cover geschafft hätten. Dazu ein wirklich geil knallender Soundmix mit CARNIVORE und VENOM als Basic, alten MANOWAR und CELTIC FROST als Erweiterung. Eine Persiflage dachten viele, geilster Shit ever, ein paar andere. Ihr Krieg als "Metal-Barbaren" galt dem ach so verhassten Christentum, das machten sie in Bühnenshow und Shirtgestaltung deutlich. Eigenvertrieb, Leidenschaft im "Marketing" und ein Auftreten als Average- Fan- Kutten und Rockstars gleichzeitig hatte etwas komplett eigenständiges und kultiges. Namen wie EMPEROR MARK und COUNT AUGUST sprachen für einen zeitgeistigen und gewollt (?) naiven Bezug zum gerade steil gehenden 2nd Wave BLACK METAL, in Sound, Bühnenshow und Optik beschränkte man sich auf 80er Klischees pur. Als ich GoD zum ersten Mal 1997 auf dem DYNAMO sah, fühlte es sich nach all dem KORN und MARILYN MANSON- Film wie eine Rettung an. Zwei Kumpels und ich hingen mindestens zwei Stunden an ihrem Stand ab. Es tat so gut, endlich andere besorgte Bürger getroffen zu haben. Abkotzen über die völlig fehlgeleitete Entwicklung in Richtung New Metal und all dem Scheiß. Ein "Fuck Manson" wurde von uns frenetisch gefeiert, hielten wir uns doch mit unserem Verständnis für TRUE METAL dem ganzen neuen Shit so übel überlegen. Man kannte sich nun, traf sich immer wieder auf Festivals. Für ein von mir mit initiiertes Fanzine aus dem Bodenseeraum hatte ich dann paar Jahre später auch mal ein Phoner-Interview mit dem COUNT. Neben seiner konsequenten Haltung für echten METAL verband uns noch ein gesteigertes spirituelles Interesse, das jetzt aber für den üblichen LA VEY- Kult in der Szene deutlich zu "Licht und Liebe"- like ausgelegt war. Richtig coole Geschichte. Leider bog die Band irgendwann mehr Richtung Ballermann 666 ab und verstrickte sich zusehends in ihrem eigenen Klischee, was sie irgendwann im Äther aufzulösen schien.