Es sind diese Melo-, Emo- , Schlafzimmer- Sing Sang- Parts, die im NU METAL dazugehören und nicht wegzudenken sind. Und obwohl ich MACHINE HEAD auch zu ihren NU METAL- Phasen immer ganz ok fand, tu ich mir schwer, aufgrund dieses Umstandes als "echte" THRASH- Band anzuerkennen. Der Band wird das vermutlich weitgehend egal sein, was ich von ihrer Ausrichtung halte. Ich will diesen Umstand aber besonders hier betont haben, da ich ich trotz unglaublicher Qualität dieser Scheibe auch nie so wirklich warm geworden bin. Als "Master of Puppets" der Neuzeit damals großspurig von der Band selber so angekündigt, stiegen Teile der Journalisten mit ein und bescheinigten MACHINE HEAD einen Klassiker auf diesem Niveau. damals. 2007. Eines vorneweg: hier ist lediglich der Wunsch der Vater des Gedanken. Und natürlich würde ich mir das auch wünschen: eine Scheibe, die sämtliche Wünsche der Anhängerschaft bedient und durch Variabilität, Ideenreichtum und großes kompositorisches Verständnis besticht. Mehr als ein gut platzierter Marketing-Zug kann hier also auch nicht ernsthaft platziert worden sein, denn ein Album vor Release mit einem DER Classics des Chambres zu vergleichen, ist schon etwas vermessen. Geht es jetzt um die Bewertung der THRASH- Credibility, sind MACHINE HEAD safe die gleiche Kategorie wie METALLICA. Keine Frage, Urgesteine der Szene, bestens vernetzt und mit den Heads der Bubble im Brudi-Mode. Und das THRASH- Handwerk beherrschen sie- das wäre absurd, hier irgendwas anderes zu behaupten. Schmerzpunkt für mich ist nur folgender: MACHINE HEAD wissen, dass man mit lupenreinem THRASH keine allzu fetten Gehaltsscheck bekommt. In der Zeit ihrer Bestseller. So hält man sich das Emo- und Melo- Türchen immer auf, dass auch die NU METAL- Kids von dem Sound abgeholt werden und sich mit dir im Alternativ- Tanzschuppen auf der Tanzfläche bewegen. Eigentlich ist es kein Problem. Es ist richtig gut gemachte Musik. Und ich freue mich, wirklich einen Bastard wie diesen "Among the living" zu wissen. Es ist lediglich die Sehnsucht nach einem unumschränkten Szene- Klassiker wie ihn die Welt in Form der METALLICA 86er u 88er Alben bekommen hat, MEGADETHS Mittachtziger und v.a "Rust in Peace"- Werken und nicht zuletzt von PANTERA, SLAYER und MACHINE HEAD selbst. "Burn my eyes" erfüllt vielleicht als letztes großes Album die Kriterien für einen THRASH- Klassiker. Das ist 1994 gewesen. Ich lehne mich weit aus dem Fenster: 2007 wäre es an der Zeit gewesen. Aber unter uns: es ist bis heute nicht passiert. Auch wenn es vereinzelt Lichtblicke und Hoffnungsschimmer gab. Wir warten immer noch auf den Erlöser. "The Blackening" hat Drive, eine wirklich phasenweise beeindruckende Gitarrenarbeit und Groove, um die Kühe beim Allgäuer Almabtrieb gleich wieder auf die Hügel zurück zu treiben. Aber es bleibt der "ich will nicht zur Arbeit und blärrr meine Freundin zu"- Singsang. Und natürlich subjektiv: aber das verhagelt so vieles. Aber auch ohne diesen Ansatz wär das Ding hier nur ein überdurchschnittliches THRASH-Album, das sich mit EXODUS, TESTAMENT, KREATOR und DEATH ANGEL messen dürfte. Aber nicht mit den Classics der "goldenen Zeit".