365 DAYS IN METAL #61 SEPULTURA- Roots

Veröffentlicht am 25. Juli 2026 um 21:12

Nach dem deep greifenden SOULFLY- Gig in Hohenems wage ich mich heute an diesen "Generations-Klassiker" heran. Als Kind der 90er Jahre hatte ich das starke Gefühl, dass diese Scheibe auf sämtlichen Tableaus gespielt wurde. Fast in jedem alternativen Jugendzimmer/Haushalt wurde dieser Ethno-Metal-Klassiker gespielt. Ich hatte den Eindruck, dass es kaum eine Scheibe gab, die den Generationen- Spirit mehr abbildete, als dieses mächtige Album. Was ist das Geheimnis? MAX CAVALERA und Co. geben sich der Vision einer rhythmischen und durch Native Sounds angereicherte Klänge hin und befreien den "harten Metal" von seiner Verhaftung im "weißen Lifestyle". Und darin lag natürlich auch der Schmerzpunkt der Gralshüter: die Über-ARISE-SEPULTURA, die SLAYER das Fürchten lehren konnten, hatten sich in einem Experiment verrannt, einem Stück Wahnsinn, das wieder für den neuen Zeitgeist der permanenten Übertreibung stehen sollte. In dieser Zeit lag mir der Gralshüter spirituell auch näher, als der Didgeridoo- Spieler oder der Trommler, was mich schon auch eher im Team "nicht ganz ernst zu nehmen" platziert hat. Als sei jetzt konventioneller THRASH generell höher zu raten, als kreativ und organisch erschaffene Musik bzw Klanglandschaften. Eifersüchtig, wie wir real Metal-Heads nochmal sind, haben wir es nur nicht verkraftet, dass die Sozialpädagogik- Studentinnen neben REM und DEPECHE MODE plötzlich auch eine "unserer" Bands im CD - Regal hatten. SEPULTURA warn fremd gegangen und der Umstand wog für viele schwerer, als die Tatsache, dass dieses Album geil ist. Das wollten viele ja gar nicht wahrhaben, ätzten und dissten mit Kräften dagegen. Der Rhythmus betonte Core-lastige METAL- Sound ist für mich klar von CELTIC FROSTs unheimlichen Talent für Groove und Intensität geprägt. Urgewalt statt Filigran oder Geschwindigkeit. Erdig und direkt ins Herz zielend. Da ich heute zu hartem Sound viel lieber tanze, als headbange (hat auch was mit den Haaren zu tun...), erschließen sich mir Alben im Gegensatz zu früher immer erst über die Hüfte. Hüftchakra:  es symbolisiert Lebensenergie, Kreativität, Sinnlichkeit und die Fähigkeit, Emotionen zu fühlen und auszudrücken. Diese gestaltete Erdigkeit verkörpert dieses Stück Musikgeschichte uneingeschränkt für mich.