365 Tage in Metal: Eine musikalische Reise

Willkommen bei "365 Tage in Metal", einem einzigartigen Blog-Projekt von Magicinthemetal. Tauchen Sie ein in ein ganzes Jahr voller Metal-Alben, jeden Tag ein neues Highlight. Hier geht es um die Leidenschaft für Metal, überraschende Entdeckungen und das gemeinsame Erleben der Kultur, die uns verbindet.

Jeden Tag eine neue Entdeckung

Stellen Sie sich vor: Jeden Tag, 365 Tage lang, wird ein neues Metal-Album vorgestellt. Dieses aufregende Projekt startet am 25. Mai 2026 und endet am 25. Mai 2027. Ziel ist es, Ihnen eine umfassende und abwechslungsreiche Reise durch die Welt des Metal zu bieten. Von Klassikern bis hin zu versteckten Juwelen – wir haben für jeden etwas dabei.

365 DAYS IN METAL #63 ALICE COOPER- Constrictor

Heute habe ich mir auf Amazon die "Master of the Universe"- Verfilmung aus diesem Jahr gegönnt. Ein wirklich amüsanter Nostalgie-Streifen für Maniacs von He-Man, Skeletor und all den anderen. Wahnsinnig hängen blieb mir v.a der Soundtrack für dessen Elemente sich THE DARKNESS und BRIAN MAY u.a. verantwortlich zeichnen. Wird auf alle Fälle noch gecheckt, klang extrem vielversprechend. Ähnlich straight und konsequent nach 80ern klingt für mich dieses Album, das an naivem Bubble-Gum- Hardorock mit metallischer Schlagseite wirklich nur liefert. Ich bin ehrlich, das war der Grund, warum ich dieses Stück konsequenten Zeitzeugen auflegen musste. Tiefere Reflexions- und Besprechungsebenen liegen hier weder versteckt noch offen da. Es ist einfach meine Ergänzung zu Masters of the Universe heute. Take it or leave it. 

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365 DAYS IN METAL #62 SOULFLY - Soulfly

MAX CAVALERA nochmal: nach den Verwerfungen mit SEPULTURA knüpft MAX mit SOULFLY relativ folgerichtig an das ROOTS- Album an, irritiert nicht wie nach ARISE und CHAOS A.D. mit etwas ganz neuem, strahlt erstmal eine gewisse Verlässlichkeit aus. Objektiv lässt sich feststellen, dass wir es mit einem NU METAL- Album in Sinne von KORN und/oder SLIPKNOT zu tun haben, eine Richtung, die mit ROOTS klar eingeschlagen wurde. Aus dem Liveset neulich sind mir die Songs des Albums voll reingelaufen, auf Scheibe sehe ich allerdings schon den ersten Abnutzungseffekt gegeben. Weder RAGGA und HIP HOP- Einlagen schaffen es, mich tatsächlich in einer euphorischen Aufmerksamkeit zu halten. Alles wirkt nicht mehr so wild und spannend wie auf ROOTS. Das organische gefasste Chaos der letzten SEPULTURA - Scheibe mit MAX wirkt hier systematisiert und irgendwie abrufbar gemacht. Was auf ROOTS ein ergreifendes Stück Innovation, Bewegung und Intensität war, verkommt hier für mich schon zum Dienst nach Vorschrift. Die Frage ist, warum sich dieser Effekt einstellt. Hat der ROOTS-Sound kein Potential für mehrere Scheibe? Das wäre ja ziemlich komisch, wenn man sich anschaut, wie oft wir THRASH-, TRUE-, BLACK- , DEATH- METAL- Alben nach gleichen Strickmustern abfeiern. Ok, die ganz großen der Zunft klingen auf keinem Album wie auf dem Vorgänger (METALLICA, SLAYER, MEGADETH, aber auch JUDAS PRIEST und IRON MAIDEN in der Dickinson-Ära). Aber dann gibt es Bands, die uns mit einem Prinzip über Jahre begeistern (RUNNING WILD, AC/DC, ACCEPT, OBITUARY, BOLT THROWER...). Warum funktioniert das hier nicht? Vermutung: der Business-Plan stand hier über dem künstlerischen Prozess und das ist bei Gott kein Kommerzvorwurf oder dergleichen. Kann mir vorstellen, dass MAX schnell mit SOULFLY im schnelllebigen Musikgeschäft eine Positionierung gesucht hat, die Linie relativ klar gesteckt war und er sich einen kreativen Prozess einfach nicht erlauben wollte/konnte. So bleibt der etwas ungute Eindruck vom ROOTS- Abklatsch vorhanden, da selbst "Ratamahatta" einfach mit "Umbrabaruma" neu angesetzt wurde. Okay, bei den Acts in der RUNNING WILD- Klammer feiern wir gerade die Beharrlichkeit und Vorhersehbarkeit. MAX CAVALERA hat aber mit seiner schamanischen Grundlagenarbeit bei SEPULTURA die schnöde Business-Schiene verlassen, muss sich also auch anders messen lassen, als ROCK `N `ROLF. Also wer meine Einschätzung will: reine Ergänzungsscheibe zu ROOTS. Aber niemals im Ansatz so gut. 

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365 DAYS IN METAL #61 SEPULTURA- Roots

Nach dem deep greifenden SOULFLY- Gig in Hohenems wage ich mich heute an diesen "Generations-Klassiker" heran. Als Kind der 90er Jahre hatte ich das starke Gefühl, dass diese Scheibe auf sämtlichen Tableaus gespielt wurde. Fast in jedem alternativen Jugendzimmer/Haushalt wurde dieser Ethno-Metal-Klassiker gespielt. Ich hatte den Eindruck, dass es kaum eine Scheibe gab, die den Generationen- Spirit mehr abbildete, als dieses mächtige Album. Was ist das Geheimnis? MAX CAVALERA und Co. geben sich der Vision einer rhythmischen und durch Native Sounds angereicherte Klänge hin und befreien den "harten Metal" von seiner Verhaftung im "weißen Lifestyle". Und darin lag natürlich auch der Schmerzpunkt der Gralshüter: die Über-ARISE-SEPULTURA, die SLAYER das Fürchten lehren konnten, hatten sich in einem Experiment verrannt, einem Stück Wahnsinn, das wieder für den neuen Zeitgeist der permanenten Übertreibung stehen sollte. In dieser Zeit lag mir der Gralshüter spirituell auch näher, als der Didgeridoo- Spieler oder der Trommler, was mich schon auch eher im Team "nicht ganz ernst zu nehmen" platziert hat. Als sei jetzt konventioneller THRASH generell höher zu raten, als kreativ und organisch erschaffene Musik bzw Klanglandschaften. Eifersüchtig, wie wir real Metal-Heads nochmal sind, haben wir es nur nicht verkraftet, dass die Sozialpädagogik- Studentinnen neben REM und DEPECHE MODE plötzlich auch eine "unserer" Bands im CD - Regal hatten. SEPULTURA warn fremd gegangen und der Umstand wog für viele schwerer, als die Tatsache, dass dieses Album geil ist. Das wollten viele ja gar nicht wahrhaben, ätzten und dissten mit Kräften dagegen. Der Rhythmus betonte Core-lastige METAL- Sound ist für mich klar von CELTIC FROSTs unheimlichen Talent für Groove und Intensität geprägt. Urgewalt statt Filigran oder Geschwindigkeit. Erdig und direkt ins Herz zielend. Da ich heute zu hartem Sound viel lieber tanze, als headbange (hat auch was mit den Haaren zu tun...), erschließen sich mir Alben im Gegensatz zu früher immer erst über die Hüfte. Hüftchakra:  es symbolisiert Lebensenergie, Kreativität, Sinnlichkeit und die Fähigkeit, Emotionen zu fühlen und auszudrücken. Diese gestaltete Erdigkeit verkörpert dieses Stück Musikgeschichte uneingeschränkt für mich. 

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365 DAYS IN METAL #60 KERRY KING- From hell I rise

Heute Abend gehts zu SOULFLY / SACRED REICH und DEATH ANGEL: da ich mich nach der SACRED REICH/DEATH ANGEL- Tour im Herbst 23 besonders auf diese beiden Combos freue, habe ich beschlossen heute zum Konzert Warm-Up dieses von MARK OSEGUEDA eingesungenes Album aufzulegen. Der DEATH ANGEL- Shouter, soviel vorab, macht hier einen Top-Job, passt sich weitgehend der KINGSCHEN Vorgabe an (zumindest vermutet) und orientiert sich auch etwas an TOM ARAYA. Natürlich ist "From hell I rise" genau so wenig Methadon wie sämtliche SLAYER- Alben nach "Season in the Abyss". Aber wenn man mal so tut, als sei man kein Edel-SLAYER-Fan, der bei seinen Hipster- Kumpels sein "Live Undead" - Shirt trägt, THRASH- Diskussionen (bestes Album ever?) mit der irgendwie ausgelutschten "Reign in Blood"- Argumentation beendet und schon klar macht, dass er nur die Fab 4- Besetzung akzeptiert, dann gibt einem das ne Menge Freiheit merk ich grad. Mal so tun als könnten Songs von dieser Playlist völlig gleichberechtigt auf ner SLAYER- Playlist laufen, die sämtliche Phasen der Band integriert und auch vor KINGs Soloalbum null halt macht. So genieße ich richtig geile THRASH Metal- Songs wie "Everything I hate about you", der wie ein geiler Mix aus SLAYER und EXODUS daherknallt. Oder das durchaus deeper wirkende "Crucifixation". Hier sind richtig geile Songs drauf, die mich grad in die richtige Stimmung zu einem lupenreinen THRASH- Gig bringen. 

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365 DAYS IN METAL #59 BLIND GUARDIAN- Tales from the twilight world

Jeder hat hoffentlich eine Scheibe, die für die absoluten Glückshormone der Jugend steht. Ich kann mir ehrlich gesagt wenig vollkommeneres vorstellen, als mit Matte, Stretch-Jeans, meinem BLIND GUARDIAN- Allover und schwarzer Lederjacke in die Welt einer Kleinstadt reinzugehen, die sich jugendkulturell in vielen Facetten offenbart, aber HEAVY METAL- technisch nicht viel an gleichgesinnten zu bieten hat. Dennoch ist es nicht nicht die GUARDIAN - Leichtigkeit, die in mir durchaus angelegt ist, sondern die MANOWAR- Verbissenheit, die im Jugendhaus bei Parties auflegt oder GRAVE DIGGER- CDs mit zu Schulparties schleppt. Wenn die Leute Mitleid hatten oder sich meinem CRUSADE nicht mehr beugen konnten und ich einen Slot als DJ eingeräumt bekam, war "Welcome to Dying" immer ein sehr willkommener Opener für meinen Set. Dying, das Heer der BAD RELIGION- Girls und WIZO- Boys sollte wissen, dass jetzt mit weltlichem Punk- Tralalala Schluss war. Willkommen zum Sterben. Aber in ein Sound verpackt, der jetzt nicht vor den Kopf stieß, da BLIND GUARDIAN ja bissi so die Fun Punks des TRUE METAL warn. Nett, humorvoll, voller positiver Vibes und einem grandiosen Gespür für Melodien. Dazu kommt, dass sie damals ihre Berufung auch noch im SPEED suchten und fanden. Pogo tanzen war also auch drin, wenn man wollte. Ich hielt BLIND GUARDIAN damals für viel anschlussfähiger als MERCYFUL FATE oder TESTAMENT, was zu der Phase bei mir auch hoch im Kurs gestanden hat. Glaube allzu viele haben meine DJ Überlegungen nicht so richtig verstanden, meist bekam ich mit meinem Sound nur ein überschaubares Träubchen Headbanger auf die Tanzfläche. Da hat "Fighting the world" von MANOWAR tatsächlich besser funktioniert, da bei den immer anwesenden Jacky Halstuch- Trägern "Carry on" einfach eine Bank war. Ich wollte aber nicht diesen Ami Redneck- Dartautomat- Whiskeyflaschenaufhängungs- Sound auf der Party, lieber das frische und stark energyreiche German Speed - Brett. Deutlich mehr heavy als HELLOWEEN zu "Keepers"- Zeiten, mit klaren Bezügen zu SPEED und THRASH der Bay Area und geilen Chören sind BLIND GUARDIAN zu der Zeit eigentlich der Traum einer coolen HEAVY METAL- Band. Der Perfektionismus und die QUEEN/SAVATAGE- Fixierung nehmen auf der übernächsten Scheibe zu und aus den Krefeldern wird ein internationaler Akt und der Inbegriff für nerdigen Rollenspieler- Sound. Zu der Zeit waren sie frisch, spontan und getrieben, wie sich das für eine junge METAL- Band gehört. Trotzdem so herrlich klischeefrei und in Interviews immer ohne Peinlichkeiten und unreflektierten Stuss. War der tatsächliche Gegenentwurf zu US Acts wie SLAYER (RednecKING), MANOWAR (kein Klischee auslassend) und auch METALLICA (Heavy Metal? Das ist doch dieses Empowerment für Zurückgebliebene?). BLIND GUARDIAN haben mir mehr "normal Vibe" vorgelebt, als die allermeisten Acts. KREATOR würde ich noch ähnlich raten. Aber dann hat es sich quasi. Unneurotischer geht echt kaum.  

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365 DAYS IN METAL #58 MAYHEM- Liturgy of Death

Seit dem PARTY SAN 22 bin ich von MAYHEM richtig fasziniert. Die Show war von Sound, Lichtshow und Acting so intensiv und kraftvoll, dass ich sämtliche Black Metal- Filme darin in einer ureigenen Einzigartigkeit vereint sah. Angetrieben vom HELLHAMMER riss dieses Ding mit dem "Typen aus der Zwischenwelt" ATTILA so dermaßen ab, dass es MAYHEM bei mir in einen Kreis erhabener Soundeliten geschafft haben und ich ihre Alben mit einer besonderen Ehrfurcht auflege. Auch das 2026- Album, dieses, ist der unmittelbare Zugang zur Zwischenwelt. MAYHEM haben die Fähigkeit im Kollektiv genau jene Töne zu treffen, die die LIEBHERR- Spur (in meinem Hirn auch ein schwächliches Spürchen) narkotisiert und Dir jede technisch- rationale Matrix zur Wahrnehmung der Wirklichkeit zerstört. Ein permanenter Schlag einer Maschine (aus Fleisch und Blut),HELLHAMMER,  hält Dich in Narkose und macht Dein Unterbewusstsein auf für eine morbide Ansammlung  Melodien, die dich direkt auf dem Tableau der XIII (Tod) begrüßen. Kabbala- Freaks fiel natürlich die Quersumme aus 5 und 8 längst auf. In Narkose lässt du es zu, dass der XIII - Mann wie ein Schatten nach dir greift und dein Fleisch für immer leblos daliegen sehen will. Sein Game ist das mieseste im Kosmos, weil er es gegen Menschen immer gewinnt. Es ist lediglich dein Werk, dich ausreichend lang gegen seinen Sieg zu wehren. Sein Sieg ist gewiss. Nur Jesus hat ihn der Legende nach besiegt. Wenn man MAYHEM als astrale Reiseführer hat, die einen Blick "beyond" gönnen, mag die Hoffnung bringende Christenstory fast nicht mehr so wirklich glauben. Aber das ist der Auftrag von so Sound-Magiern wie MAYHEM. Den spirituellen Führern aller verlorenen Seelen vom Herointoten bis zum Selbstmörder. MAYHEM verkaufen die Zwischenwelt, die ein glanzloser und stiller Ort ist, wie eine Wellness- Kur für den geschundenen Teil, der von der Welt verloren gesagten Seele. ATTILA lädt dich ins "Realm of endless Misery". Dein "Funeral of existence". Was für Titel. Was für eine Atmosphäre. Eine Liturgie des Todes. Ein Fest für die Sinne. Eine ultimative Werbung für die Dimension dahinter. Oder davor. Folgt MAYHEM. Das sind die Großmeister des Todes. Besiegen werden sie ihn nicht. Aber das ist auch sowas von null ihr Willen. 

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365 DAYS IN METAL- #57 DISSECTION- Reinkaos

DISSECTION könnten eine eigene Fanseite von mir bekommen, wenn ich der Archivtyp und Bildersammler wär, würde ich hier stolz mit meiner Eintrittskarte 96 im LKA angeben oder mit der Comeback-Show 2005 oder 06 in München. Auch auf dem WACKEN 97 hatte ich eine mittelschwere Erleuchtung. Und über "The Somberlain" und v.a. "Storm of the Lights Bane" werde ich hier noch Worte verlieren. An anderer Stelle. Klar ist: niemand hat satanischere und dunklere HEAVY METAL- Musik gemacht, als DISSECTION. Ob das Black- oder Death- Metal ist, ist eine sinnbefreite Frage, da DISSECTION für sich selber steht. Dann kommen wir wie bei ICED EARTH nicht daran vorbei, über JON NÖDTVEIDT zu reden. Genie und Wahnsinn und so. NÖDTVEIDT hat nach der Auseinandersetzung mit classic METAL und OCCULTISMN immer einen tieferen Weg in ein, heute würde man sagen, Rabbit-Hole gefunden. Klar distanzieren möchte ich mich an dieser Stelle von NÖDTVEIDTS Mord an einem Homosexuellen, der durch die nun folgenden Ausführungen weder verharmlost und schon gar nicht glorifiziert werden soll. Zu seinem geistigen Kurs, der ihn immer mehr ins "Reich der 11", der antikosmischen Magie führte, will ich nur bemerken: ich kenne weder "seine" vermeintliche und nihilistische Magie genauer (MLO), will aber zu bedenken geben, dass die im ROCK ´N `ROLL oft adaptierten Magie-Systeme a la CROWLEY ihre zumindest intellektuell zugänglichen Wurzeln in den christlichen und jüdischen Traditionen haben. LA VEY hatte diesen "Makel" erkannt und den Mummenschanz CROWLEY in seiner CHURCH OF SATAN mal kurzerhand über Bord geworfen und damit ein pragmatisches Verständnis von Selbst und Magie geschaffen, das mit seiner Magie heute Großteile "alternativer"  Gesellschaftsentwürfe durchzieht. Als Rebellion gegen das prüde Bürgertum und die Individualbeschränkung der staatlichen Erziehung, dominiert das von LA VEY mit SATAN vereinfachte HADIT- Prinzip CROWLEYs den Mainstream. Vom Tattoo- Studio über den CSD über den Fitness-Kult bis hin zur persönlichen Götterbildung auf Social Media. SATAN ist streng genommen genau so rebellisch wie ein Kreismusikfest, wenn man in die DNA spürt. Eine Fähigkeit, die NÖDTVEIDT hatte. Mit der 11 wird der jüdische Baum des Lebens verlassen und die Tore zum Chaos werden geöffnet. Kein Wert, keine Schöpfung hat Bestand. Und der Aderlass ist auch diesem Album anzuhören: natürlich ist "Reinkaos" immer noch um ein Vielfaches besser, als 93 % aller Mitbewerber- Alben. Und obwohl es klar und super klassisch strukturiert ist, fehlt die ganz hohe Kunst der Sinfonie. Nicht, dass es NÖDTVEIDT nicht mehr gekonnt hätte, er hatte eine neue künstlerische Vision entwickelt. Brachialer, einfacher und direkter widmet er das Album Göttinnen wie der KALI oder dem LEVIATHAN. Wesen, die auf der Astralebene nicht unbedingt für Harmonie und Frieden sorgen. Chaos- Götter. Oder Prinzipien. Und so ist das Album aufgebaut. Als Fazit: ein brachial-knallendes HEAVY METAL- Album, das jedoch nicht mit den 90er Alben von DISSECTION verglichen werden darf. 

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365 DAYS IN METAL #56 TRIUMPHER- Piercing the heart of the world

Wenn es um MANOWAR geht, bin ich verhältnismäßig unkritisch und sehe Dinge oft vielleicht etwas geschönter, als bei anderen Bands. TRIUMPHER sind der perfekte Augenöffner, wie geil EPIC POWER METAL im Jahr 2026 klingen muss. Safe kommt man bei der Stilrichtung nicht am Branchenführer vorbei und der ist MANOWAR. Punkt. Allerdings habe ich seit "Triumph of steel" keinen Song mehr wie "Destroyer" gehört. Das ist die erdige, epische und vertrackte Seite von MANOWAR, die die Götter auf "Triumph of Steel" zu einem eigenen Kino gezimmert hatten. Weg vom super Bombast der "Kings of Metal"- Ära, hin zum organisch- vertrackten Heavy Metal, der dem Begriff EPIC eine neue Klarheit und Bedeutung verliehen hat. Dass alle Welt beim Thema MANOWAR immer von den ersten vier Alben redet, ist eine Seuche der Gralshüter. Der TRIUMPH MANOWARs ist die Inspiration TRIUMPHERs. Ich haile Leadsinger Mars Triumph mit dem Hammer, der gute Mann kommt ERIC ADAMS oft schon verdammt nah, bekommt sogar die markerschütternden Screams hin. Es ist für die Griechen sicher nicht nur geil, auf Album drei in jedem Review mit ihren offensichtlichen Idolen verglichen zu werden, gehört aber nun mal zu den Hard Facts: hier musizieren Die hard- METAL WARRIORS. Und dennoch sind TRIUMPHER viel mehr als eine "Coverband" ihrer Helden. Zum einen finden sich auf dem Album auch Parts und Inspirationen aus BATHORYS Epic Phase, die ja laut QUORTHON komplett MANOWAR- uninspiriert war....

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365 DAYS IN METAL #55 EXODUS- Pleasures of the flesh

Wenn man sich die Darstellung des vermeintlichen Kannibalen ("Pleasures of the flesh") auf dem Backcover anschaut, frägt man sich, Wokeness hin oder her, schon, was EXODUS für ein ästhetisches Empfinden mit sich bringen, oder ob sie dieser Aspekt tatsächlich nicht zu tangieren scheint. Sie sitzen in einer Art Strandbar, sehen aus, als kämen sie gerade irgendwie aus ihrem "daily life" zwischen Mechaniker in der Autowerkstatt und dem Job im Solarium um die Ecke. Der wirklich coole Schriftzug ist irgendwie ins obere rechte Eck des Bildes geknallt. Auf dem Tresen der Strandbar liegen Totenköpfe. Wenn wir sämtliche THRASH- Konkurrenten zu der Zeit betrachten, sind wir was Ästhetik, professionelle Wirkung und Konzept angeht in anderen Galaxien unterwegs. Ich dachte mir das beim "Bonded by Blood"- Cover schon so oft: diese kultige, aber durch irgendwie abgefuckte Zwillingszeichnung schlägt in der Kategorie Coverartworks großer THRASH- Debut- Alben nur das ANTHRAX- Debut. Was jetzt keine allzu große Kunst ist. Selbst das planlose MEGADETH- Cover würde ich höher raten. Dass EXODUS aber ihren Job nicht als nett bezahltes Hobby sehen, sondern durchaus ambitioniert zu Werke gehen, beweist schon die Tatsache, dass sie in IRON MAIDEN- Manier mit einem professionelleren Sänger weitermachen wollen. Und mit Ex- LEGACY (TESTAMENT) Shouter STEVE SOUZA verschwindet auch der Wahnsinn aus dem Gesamtsound. Ein durchstrukturiertes THRASH-Album mit immenser musikalischer Potenz lässt in punkto Dampf, Aggression und Intensität absolut keinen Wunsch offen. Aber mit dem Weggang von BALOFF scheint die EXODUS ATTACK auch auf eine seltsame Weise ihre Boshaftigkeit und ihren "Mayhem" verloren zu haben. Der Weg der Professionalisierung ist ein folgerichtiger und führt zu dieser Zeit im Normalfall direkt zum Erfolg. Über "Zu spät dagewesen"  und Drogen- und Besetzungsprobleme wurde ausreichend spekuliert. Im Gegensatz zu den BIG 4 sind EXODUS die straightesten und unterkomplexesten- im positiven Sinne. Ein AC/DC- Ansatz, den GARY HOLT auch oft exakt so benannt hat. Man könnte die Theorie fahren, dass der THRASHer per se etwas mehr Komplexität mag, der AC/DC- Ansatz gar nicht notwendig war. Ich bleib bei meiner Optik-Theorie: Schriftzug unbestritten Arsch auf Eimer. Ob Skateboard- Freak, Basecap- Thrasher oder Jeanskutte: das Ding ist so wirkmächtig wie die Schriftzüge der "großen Brüder". Allerdings: bis inklusive "Tempo of the Damned" (Anfang 2000er) hatten EXODUS nur trashige (ja, TRASHIGE), deplatzierte oder richtig unästhetische Artworks. Ich weiß nicht, ob diese Theorie kursiert. Aber eine andere Erklärung finde ich nicht, warum EXODUS es nie ins erste Glied der Bewegung geschafft haben. Die Scheibe ist jedoch wie AC/DC: einfach gut! ;)

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365 DAYS IN METAL #54 MACHINE HEAD- The Blackening

Es sind diese Melo-, Emo- , Schlafzimmer- Sing Sang- Parts, die im NU METAL dazugehören und nicht wegzudenken sind. Und obwohl ich MACHINE HEAD auch zu ihren NU METAL- Phasen immer ganz ok fand, tu ich mir schwer, aufgrund dieses Umstandes als "echte" THRASH- Band anzuerkennen. Der Band wird das vermutlich weitgehend egal sein, was ich von ihrer Ausrichtung halte. Ich will diesen Umstand aber besonders hier betont haben, da ich ich trotz unglaublicher Qualität dieser Scheibe auch nie so wirklich warm geworden bin. Als "Master of Puppets" der Neuzeit damals großspurig von der Band selber so angekündigt, stiegen Teile der Journalisten mit ein und bescheinigten MACHINE HEAD einen Klassiker auf diesem Niveau. Damals. 2007. Eines vorneweg: hier ist lediglich der Wunsch der Vater des Gedanken. Und natürlich würde ich mir das auch wünschen: eine Scheibe, die sämtliche Bedürfnisse der Anhängerschaft bedient und durch Variabilität, Ideenreichtum und großes kompositorisches Verständnis besticht. Mehr als ein gut platzierter Marketing-Zug kann hier also auch nicht ernsthaft platziert worden sein, denn ein Album vor Release mit einem DER Classics des Chambres zu vergleichen, ist schon etwas vermessen. Geht es jetzt um die Bewertung der THRASH- Credibility, sind MACHINE HEAD safe die gleiche Kategorie wie METALLICA. Keine Frage, Urgesteine der Szene, bestens vernetzt und mit den Heads der Bubble im Brudi-Mode. Und das THRASH- Handwerk beherrschen sie- das wäre absurd, hier irgendwas anderes zu behaupten. Schmerzpunkt für mich ist nur folgender: MACHINE HEAD wissen, dass man mit lupenreinem THRASH keine allzu fetten Gehaltsscheck bekommt. In der Zeit ihrer Bestseller zumindest, was Ende 90er und um den Jahrtausendwechsel war.  So hält man sich das Emo- und Melo- Türchen immer auf, dass auch die NU METAL- Kids von dem Sound abgeholt werden und sich mit dir im Alternativ- Tanzschuppen auf der Tanzfläche bewegen. Eigentlich ist es kein Problem. Es ist richtig gut gemachte Musik. Und ich freue mich, wirklich einen Bastard wie diesen "Among the living" zu wissen. Es ist lediglich die Sehnsucht nach einem unumschränkten Szene- Klassiker, wie ihn die Welt in Form der METALLICA 86er u 88er Alben bekommen hat. Auch in Form von MEGADETHS Mittachtziger und v.a "Rust in Peace"- Werken und nicht zuletzt von PANTERA, SLAYER und MACHINE HEAD selbst. "Burn my eyes" erfüllt vielleicht als letztes großes Album die Kriterien für einen THRASH- Klassiker. Das ist 1994 gewesen. Ich lehne mich weit aus dem Fenster: 2007 wäre es an der Zeit gewesen. Aber unter uns: es ist bis heute nicht passiert. Auch wenn es vereinzelt Lichtblicke und Hoffnungsschimmer gab. Wir warten immer noch auf den Erlöser. "The Blackening" hat Drive, eine wirklich phasenweise beeindruckende Gitarrenarbeit und Groove, um die Kühe beim Allgäuer Almabtrieb gleich wieder auf die Hügel zurück zu treiben. Aber es bleibt der "ich will nicht zur Arbeit und blärrr meine Freundin zu"- Singsang. Und natürlich subjektiv: aber das verhagelt so vieles. Aber auch ohne diesen Ansatz wär das Ding hier nur ein überdurchschnittliches THRASH-Album, das sich mit EXODUS, TESTAMENT, KREATOR und DEATH ANGEL messen dürfte. Aber nicht mit den Classics der "goldenen Zeit". 

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#53 Goddess of Desire- Let us win this War

In den weltoffenen und crossing all over 90er hatten sich einige Bands das True sein zur Lebensaufgabe gemacht. Aber kaum jemand war darin so ungewöhnlich und special wie die Niederländer GODDESS OF DESIRE. Wie eine Art "fahrendes Händlervolk" schlugen sie ihre Lager auf den Festivals auf, hatten Tonnen an METAL Merch dabei und ihre Ladies, die als Eye Catcher für die überwiegend männliche Zielgruppe agierten. Ihre dann immer auf den Festivals stattfindende Liveshow war ein Aneinanderreihen plastischer Metal-Klischees: "We have girls and bombs and hellish fire- hail, we`re GODESS OF DESIRE", so ähnlich lautete eine Songzeile. Auf der Bühne Fellhosen, Schwerter, leicht bekleidete Nixen, die es figürlich allesamt aufs "Triumph of Steele"- Cover geschafft hätten. Dazu ein wirklich geil knallender Soundmix mit CARNIVORE und VENOM als Basic, alten MANOWAR und CELTIC FROST als Erweiterung. Eine Persiflage dachten viele, geilster Shit ever, ein paar andere. Ihr Krieg als "Metal-Barbaren" galt dem ach so verhassten Christentum, das machten sie in Bühnenshow und Shirtgestaltung deutlich. Eigenvertrieb, Leidenschaft im "Marketing" und ein Auftreten als Average- Fan- Kutten und Rockstars gleichzeitig hatte etwas komplett eigenständiges und kultiges. Namen wie EMPEROR MARK und COUNT AUGUST sprachen für einen zeitgeistigen und gewollt (?)  naiven Bezug  zum gerade steil gehenden 2nd Wave BLACK METAL, in Sound, Bühnenshow und Optik beschränkte man sich auf 80er Klischees pur. Als ich GoD zum ersten Mal 1997 auf dem DYNAMO sah, fühlte es sich nach all dem KORN und MARILYN MANSON- Film wie eine Rettung an. Zwei Kumpels und ich hingen mindestens zwei Stunden an ihrem Stand ab. Es tat so gut, endlich andere besorgte Bürger getroffen zu haben. Abkotzen über die völlig fehlgeleitete Entwicklung in Richtung New Metal und all dem Scheiß. Ein "Fuck Manson" wurde von uns frenetisch gefeiert, hielten wir uns doch mit unserem Verständnis für TRUE METAL dem ganzen neuen Shit so übel überlegen. Man kannte sich nun, traf sich immer wieder auf Festivals. Für ein von mir mit initiiertes Fanzine aus dem Bodenseeraum hatte ich dann paar Jahre später auch mal ein Phoner-Interview mit dem COUNT. Neben seiner konsequenten Haltung für echten METAL verband uns noch ein gesteigertes spirituelles Interesse, das jetzt aber für den üblichen LA VEY- Kult in der Szene deutlich zu "Licht und Liebe"- like ausgelegt war. Richtig coole Geschichte. Leider bog die Band irgendwann mehr Richtung Ballermann 666 ab und verstrickte sich zusehends in ihrem eigenen Klischee, was sie irgendwann im Äther aufzulösen schien. 

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365 DAYS IN METAL- #52 SODOM- The Arsonist

Mit "M 16" hatte mich ANGELRIPPER damals nochmal wirklich bekommen, das war so um die Zweitausender rum. Dann ging es mir wie so vielen: im die Classics bis Anfang der 90er, "M 16" und live immer wieder cool, wenn der Partyfaktor umgesetzt wird. Sonst sind SODOM bei mir leider eher im Desinteresse- Bereich geparkt, auch wenn ich gerade durch die ganzen Wiederveröffentlichungen schon auch nochmal Facetten aus der 90er Phase der Band entdecke. "The Arsonist" klingt für mich phasenweise stark nach "M 16" - irgendwie scheint das auch für den TOM wie auch etliche SODOM- Freaks ein Topstandard zu sein. Immer wenn ich Interviews mit TOM sehe oder lese, bin ich beeindruckt, wie geradlinig und einfach der Typ an die Dinge rangeht. Es ist offensichtlich, dass er Sound für die SODOM- Freaks macht, keinerlei Anspruch hegt, mit Innovation oder Überraschungen ins Gerede zu kommen. SODOM sind wahrscheinlich die "deutscheste" aller deutschen Band. Nicht nur TOM versprüht den Charme eines Kleingärtners, der stolz seine wohl geratenen Zucchinis präsentiert, auch seine Alben tun es. Der Kleingarten SODOM ist über die Jahre gewachsen und top gepflegt worden. Neben den Stauden mit VENOM, MOTÖRHEAD, TANK hat TOM im Laufe der Jahre sich auch mit moderner Gartenbaukunst beschäftigt, sich von befreundeten Kleingarten-Freunde SLAYER- Stauden anlegen lassen. Der Einsatz von SLAYER- Gitarren ist ja schon länger so ein Zugeständnis an einen "modernen Kleingarten". Ansonsten werden das "Agent Orange" und das "Better off dead"- Feld gepflegt und gegossen. Wenn man richtig Bock auf eine wirklich gut angelegte, professionell geführte Kleingarten-Anlage hat, empfehle ich dieses Album uneingeschränkt. 

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365 DAYS IN METAL #51 MEGADETH- Peace sells... but who`s buying

Eine der Klassiker in MEGADETH- Kontroversen ist das "dünne Stimmchen" von DAVE, das ja so überhaupt nicht zum THRASH METAL passt und der eindeutige Schwachpunkt des BIG 4 Bestandteils darzustellen scheint. Diese Statements langweilen. Stimmen sind sicherlich einer der subjektivsten Kriterien für guten oder weniger guten METAL. Die garstige, die giftige "Arschloch-Stimme" von "Megadave" gehört für mich zum Gesamtbild wie TOM ARAYA zu SLAYER. Also über diesen Punkt muss schonmal gar nicht weiter diskutiert werden. Die METAL- Szene ist ja letztlich eine Ansammlung aggressionsgehemmter Liebgeister, die zwar vordergründig Tod und Teufel verehren, Hintergründig aber im Beisein des Therapeuten am liebsten über ihre Gefühle reden. Den meisten Liebgeister geht es in letzter Konsequenz um Harmonie. Ein durchgeknallter Narzisst, toxisch und maligne, wie Mustaine, der sich sein ganzes Leben an seiner Verletzung abarbeitet, will ein großer Teil der Szene nicht. Junkie, Bad Boy, Aggressionsprobleme, Christenfilm. Widersprüche sind sein Elixier, Spannung und Entladung sein daily Business. Nicht umsonst hat er Konsens-Alpha- Mann JAMES HETFIELD der Geschichte nach aufs Maul gehauen. Und da er eben zeitlebens in einem Überlebenskampf zu tunen scheint, löst er dieses Trauma bis heute nicht auf. Witzig, dass Teile der gerade Impulsivität und Dominanz verherrlichenden METAL-Szene diesen Typen nicht verstehen will. War das Debut von MEGADETH aus meiner Sicht noch "nett", "brauchbar" und "unterhaltsam", liegt hier mit Album Nummer 2 ein Klassiker vor, der realistisch betrachtet auf einer eigenen erhabenen Atompilzwolke chillt und entspannt zur Erde schaut: die UN hat sich im Streben nach Gier und Gebietsansprüchen der Mitgliedsstaaten selber egalisiert und den Durchzug in Richtung MEGADETH voll eingeläutet. Schaut man sich die politische Weltkarte heute, 2026, aus dem dystopischen Kopf eines DAVE MUSTAINE an, lag er mit Artwork und Titel damals so verdammt richtig. Komplexe bis teilweise jazzig- progressive Songstrukturen mit messerscharfen Riffs, sexy Grooves und vollendetes High End - Geballer schaffen einen Soundteppich, der eine erhabene Grundlage für des Meisters keifendes Gesinge schafft. Wir reden heute immer von THRASH, als hätten da alle Bands mehr oder minder ähnlich agiert. Ignorieren, dass die Komplexität, Wildheit, Kreativität und intelligent-eingesetzte Aggression sonst wirklich keiner anderen Band in dieser Konsequenz vergönnt war. Ein Zusammenfinden extrem kompetenter und kreativer Musiker und die pure Borderliner- Konsequenz eines DAVE MUSTAINE führen den METAL auf einen Energielevel, wie ihn in der Form nur MEGADETH beherrscht haben. Genieß die Power, die Rhythmik und die Kreativität dieses Albums. Je öfter ich es höre, desto mehr verstehe ich es und desto süchtiger werde ich. Dir wird es safe genauso gehen.

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365 DAYS IN METAL #50 KREATOR- Cause for Conflict

Ein zentrales Thema dieses Blogs ist die Aussöhnung mit Alben, die zum Zeitpunkt ihres Erscheinens keine Jubelstürme ausgelöst haben, irgendetwas im Unterbewusstsein aber immer wusste, dass da ne ganze Menge Potential vergraben ist. Im Sommer 95 habe ich gerade mein erstes kopiertes Fanzine WITCHES DANCE gegründet, bzw arbeite verbissen an der ersten Ausgabe. Verrückt wie ich sein kann, habe ich besonders mit GUN/DRAKKAR - Promotion eine super Geschäftsbeziehung aufgebaut und interviewe für meine erste Ausgabe RAGE und GRAVE DIGGER, die ich zu der Zeit glaub dann auch beide zusammen mit GAMMA RAY und ICED EARTH in Tübingen in der "Stefan-Hartmann-Halle" sehen darf. Mit der "Imaginations" von BLIND GUARDIAN war ein Überalbum aus Germany raus und ich war patriotischer wie nie zuvor und nie mehr später in meinem Leben. Leider war der German Melodic Speed im 95er Kollektiv unterrepräsentiert, die Gleichsetzung mit BONFIRE oder MANOWAR oder auch Zeltcover Rock- Bands war dem "links-grün-versifften" Alternative-Mainstream sicher. Zu der Zeit glaubte ich an das wahre SUMMER Märchen. Und während MTV und VANESSA PANTERA, BIOHAZARD und WHITE ZOMBIE todnudelten, zeigte VIVA METALLA und setzte auf eben Combos aus dem GUN/DRAKKAR- Lager. Auch MILLE und KREATOR waren in diesem Stall geparkt, hatten musikalisch mit meinen "Sommermärchen-Helden" wenig bis nix gemein. Damals galt meine THRASH- Aufmerksamkeit noch den eher strukturierteren Geschichten a la TESTAMENT, ANNIHILATOR, METALLICA und MEGADETH. Und SLAYER und OVERKILL fand ich ganz großartig. Von dem her lief mir von KREATOR v.a. "Coma of Souls" und "Extreme Aggression" rein. Und witzigerweise "Renewal", was eigentlich außerhalb all meiner Dogmen angesiedelt war.  Aber der Titelsong nahm Sinnsuche- und Psy- Phase wohl schon etwas vorweg. "Cause for Conflict" ist der nicht sonderlich beliebte Nachfolger von "Renewal". Und das- Überraschung- völlig zu unrecht!!! Produktionstechnisch nimmt man die Idee von CHAOS A.D auf und setzt auch sonst hart auf Industrial und Hardcore. Ein Album, das die dystopische Realität der Mitt-Neunziger abbildet. Ich frage mich, wie ein derartiges Album bei der heutigen Weltlage klingen müsste. MILLE artikuliert sich gewohnt gesellschafts-, religions- und wirtschaftskritisch und liefert einen echt geilen Soundtrack zu Vorapokalyptischen Zeit ab. Der Sommer 95 war magisch, weil er mein einzig patriotischer war. MILLE hatte damit nur am Rande zu tun. Sein Album werde ich den Sommer 31 (!!!!) Jahre später gerne immer wieder auflegen!

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365 DAYS IN METAL #49 METALLICA- Kill `em all

Wir gehen auf 50 Alben zu. Klar, zwei, drei Blogs wurden vom technischen Chaos dahingerafft und müssen von mir die Tage noch "remastered" werden. Dann werde ich mit Album 50 mal ein Zwischenfazit ziehen. Mit Album 49 passiert es: der erste DNA- Klassiker. Wie kommt es dazu? Ein Kumpel hat nen Plattenladen. In diesem steht natürlich auch eines der ikonischsten METAL-Alben ever. METALLICAs Debut. Mein Kumpel hat einen 15-jährigen Besucher, der regelmäßig kommt und sie sich anhört. Stoisch, konzentriert, fasziniert. Ich versuche mich heute ganz bewusst, die Faszination dieser Scheibe zu ergründen und dabei ein fiktives lyrisches Ich eines 15-jährigen einfließen zu lassen. Viel habe ich schon gehört von diesem SPEED METAL. Obwohl mich Englisch teilweise auch langweilt, es geht um Geschwindigkeit. Und "Hit the lights", der Opener ist die Definition von SPEED METAL. Wo EXCITER und ANVIL schon Glanztaten abgeliefert hatten, setzen METALLICA hier noch einen drauf, einen besseren SPEED METAL- Song gab es davor nicht und wird es auch nie mehr geben. "The Four Horsemen" kommt verhältnismäßig getragen daher, erfüllt das Kriterium von heavy und ist eine Vertonung der 4 apokalyptischen Reiter. Ich habe eine Ahnung, dass sämtliche Religionen den Untergang der Erde und der Menschheit prophezeien. Und das alles soll jetzt gar nicht so weit weg sein. Im HEAVY METAL finde ich zurück in mich. Weg von all der Vor-Apokalypse um mich herum. "Motorbreath"- die full speed or nothing"- Abgeh-Nummer unterstreicht das: ich bin jung, was soll ich jetzt an den Scheiß in 20 Minuten denken? Das Leben findet im Moment statt. Oder sollte es zumindest. Schnell bin ich wieder aus diesem Motorbreath- Feeling raus und verliere mich im Kopfkino meiner hauseigenen Apokalypse. Meine 4 Reiter: schaffst du das Schuljahr? Warum langweilen mich alle? Warum hab ich Finja jetzt immer noch nicht angesprochen? Warum schaff ich es nicht, mit dem Gitarre spielen anzufangen? Ich krieg den HETFIELDschen Imperativ: "come on, jump in the Fire!" einfach nicht umgesetzt. Ob ich bei nem METALLICA - Gig  83 ein Whiplash wär? Einer der "thrashing all around" kann? Es klingt nach einer großartigen Verheißung: "thrashin all around". Ich fühle die Verbundenheit mit dem Geist von WHIPLASH. WHIPLASH ist der Gott aller THRASH- Gläubigen. Man kann es nicht erklären. Er ist da, wenn er da ist. Der Geist von THRASH. Für mich ein Song, der für die Definition von THRASH die gleiche Bedeutung hat wie das "Bonded by Blood"- Album von EXODUS. WHIPLASH ist im Gegensatz zum PHANTOM LORD, der noch ein Worshippen der NWOBHM- Helden darstellt, einer DER Thrash-Songs nach dem von mir definierten Reinheitsgebot. METALLICA machen hier aus magischer Sicht einen brillanten Move (wie bewusst, sei dahingestellt): WHIPLASH als Attraktor und Egregor für die gerade entstehende THRASH- Szene mit der Personalisierung der Energie in "Cause we`re METALLICA". Genial, die Gleichsetzung von der Szene und dem ikonischen Bandnamen. Wenn ich dem "nüchternen" Leser zu emotional- esoterisch schreibe: lies jetzt Deinen Eiweiß- Optimierungsplan. Ich muss jetzt kurz abgehen: diese Scheibe ist vom Universum gewollt. Es musste passieren. Ein kollektiver Willen wollte, dass diese akustische Verneigung vor der puren Energie des Seins in Vinyl- Rillen gepresst wird und auf den Bühnen dieser Welt stattfindet. Das Universum wollte nicht, dass METALLICA als ROCKALLICA von Gralshütern gehated werden dürfen wegen all dem Scheiß, den sie dann gemacht haben. Das ist verbohrtes Fehler- Denken (siehe SOULFLY- Blog am Tag davor). METALLICA waren bereit den Auftrag von WHIPLASH umzusetzen. Was mit ihnen weiter passiert, ist WHIPLASH ziemlich egal. Er/sie wollte genau dieses Album. Mit dem Riff-Monster "Seek and Destroy", das endlich nen wirklichen Headbanger Ausdauer- Sport definiert. Sicher auch kein THRASH in WHIPLASHS Verständnis , aber der Zeit weit voraus, wenn man weiß, wie rhythmisch und groovig sich diese Richtung nach ein paar Jahren entwickeln soll. Da war also noch gleich eine prophetische Offenbarung eingebaut. Die man nicht nur in Texas verstanden hat ;) Wenn auch erst bissi später. Die Scheibe endet mit "Metal Militia" und schafft nochmal reinen SPEED/THRASH in WHIPLASHs Sinn. Ich liebe auch die 4 Nachfolgealben dieser Band, halte "Ride the Lightning" für ihr geilstes Album, werde aber nie rational beschreiben können, warum ich "Kill`em all" trotzdem den viel höheren Wert beimesse. Versucht habe ich es hier. 

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365 DAYS IN METAL #48 SOULFLY- Totem

SOULFLY ist so eine Geschichte, die ich nach den ersten Alben ziemlich aus den Augen verloren habe. Der anfängliche Ethno- Metal hatte mir damals gar nicht so schlecht zugesagt, weil er letztlich auch für Offenheit, globales Bewusstsein und musikalisches Experimentieren stand. Da ich mich aber phasenweise immer eher puristisch abgeschottet hatte, ob das nun meine Black Metal - Elitär-Phasen waren oder mein Metal Warrior- Film, SOULFLY warn mir dann irgendwann doch zu nice und unbedeutend. Durch meine Auseinandersetzung mit den ersten drei SEPULTURA- Alben in letzter Zeit und dem CAVELERA CONSPIRACY- Gig in Dornbirn vorletzten Juli, ist das SOULFLY- Feld wieder "vorbewusst" geworden. Nun steht mit dem SPEEDFEST in Hohenems ein THRASH- Burner an. DEATH ANGEL und SACRED REICH wieder im Doppelpack und SOULFLY als Headliner- das wird garantiert ein richtig geiler Abend. Im Zuge zur Vorbereitung steht natürlich auch eine Dosis SOULFLY auf dem Playlist-Programm. "Totem" hatte ich bei Erscheinung 2022 komplett ignoriert, wie sämtliche SOULFLY- Alben davor. Von Fehlern rede ich grundsätzlich nur noch ungern. Irgendwann sollte man das Schüler-Bewusstsein verlassen und erkennen, dass Fokus eigentlich nicht bewertet werden kann und darf. METAL-Heads leben auch sehr gerne im ewigen Schülerbewusstsein: richtige Bands entdecken, auf falsche Konzerte gehen. Fehler machen. Lernen. Ich bin gerade im Fokus "Totem". Intensiver und v.a. sehr düsterer THRASH- und DEATH, der auch mit CAVALERAS Vorlieben für BLACK METAL und HARDCORE kann. Oft reduziert im CELTIC FROSTschen Sinne, das Wesentliche im Fokus. Mit der SEPULTURA- Phase um Chaos A.D finde ich das kompatibel, wenn auch deutlich mehr im Underground - METAL geparkt, als im CORE. Dazu klingt zB gerade der Titelsong wie eine Mid-Tempo SODOM- Nummer. Ob beabsichtigt oder nicht, MAX klingt hier streckenweise nach TOM ANGELRIPPER. Ein wirklich cool knallendes THRASH- Album, das neben den typischen CAVALERA- Selling Points, auch für Old School Maniacs von SODOM, CELTIC FROST bis OBITUARY von Bedeutung sein sollte. 

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365 DAYS IN METAL #47 OVERKILL- W.F.O

Die 90er werden immer so hingestellt, als hätten sie durch diverse Dynamiken und Trends im METAL so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Aber mal real Talk: unterm Strich hatte MTV nur seine Ausrichtung geändert. Der klassische Klischee- Hard `n`Heavy der Föhnfrisuren ist dank PANTERA vom Strategietableau geflogen bzw in andere Spartenprogrammen geparkt. DEF LEPPARD, BON JOVI und AEROSMITH haben Anfang der 90er sicherlich gleich viel oder mehr Asche gemacht, als in den 80ern. Die Trennlinie zum HARDROCK wurde von MTV stärker gezogen, was es besonders für traditionelle Acts wie MAIDEN oder MANOWAR hinsichtlich Airplay schwer gemacht hat. Für aggressive und nicht ganz im METAL-Klischee gebrandete Acts hätte eine Wahnsinns Marktchance da sein müssen. VHS Aufnehmer aus der Zeit erinnern sich safe noch an die zwei OVERKILL - Videos von "Fast Junkie" und "Bastard Nation", die beide auf dem vorliegenden Longplayer angesiedelt sind. Und damit sind wir wohl beim Knackpunkt: der Sound auf "WFO" knallt "amtlich", die Rhythmus-Gruppe trimmt die energiegeladenen Speed-Thrasher komplett auf Nineties und auch hier und da blitzt noch der kultig- punkige OVERKILL- NY- Spirit auf. Aber DD Verni wird hier in Szene gesetzt, als wär er STEVE HARRIS und in gewisser Weise war es das damals wahrscheinlich auch. BLITZ liefert eine gewohnte Meisterleistung ab und krönt dieses dynamisch-abwechslungsreiche METAL-Album, das mit "Supersonic Hate", "Under One" und dem MANOWAR- Kniefall "Bastard Nation" auch unsterbliche Liveklassiker beherbergt. Die Phase war eine goldene für THRASH. Mit "Low", "Divine Intervention", "Distortion" und dem mächtigen "Burn my eyes" hatten die Kids genug zu bangen. Bei OVERKILL war das Problem: Atlantic hat safe noch richtig in die Produktion gebuttert, aber bei Image und Video gespart. Auf den genannten Videos wirken OVERKILL trotz geglückter Soundtransformation wie eine von Beavie und Butthead gedisste 80ies Band. Mit 17 Jahren (so alt war ich, als das Album erschien), hätte ich mich für den Gedanken erschossen: aber Frisuren und Style etwas an die 90er angepasst, wer weiß... Dann noch ein knalliges Video und bissi Anbiederung. Das ist im METAL natürlich das No Go schlechthin. Ich bin aber sicher, OVERKILL hätten hier "all in" gehen müssen. Dann wären Slots auf MACHINE HEAD und PANTERA- Touren drin gewesen. Vermute ich...

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365 DAYS IN METAL#46 SKID ROW- same

Es ist Sommer und Glam- und Hair Metal ist einfach der allerbeste Sound dafür. Ja, Leute, der irgendwann mal selbst ermächtigte ANTI COSMIC Ghoul gesteht: eigentlich wäre diese Art Sound der Traum im Universum B. Cool aussehen, nur mit Leuten chillen, die auch cool aussehen und natürlich viele Ladies, die einen anhimmeln. Der Film läuft als SKID ROW sicher einfacher, als als NAPALM DEATH. Auch wenn bei NAPALM DEATH all deine bierbauchigen Friendzone- Loser- Kumpels "real shit" sagen, bei SKID ROW angewidert "Poser" skandieren- im besten Fall. Leute, es ist Neid. Schaut euch die Jungs an. Also, einer hübscher als der andere. Das war immer so ein Tabu: die wirklich "good looking Bands" gut zu finden. Wieviel Jungs aus Deiner Metal-Clique kennst du, die SKID ROW cool fanden? Also so richtig? Eben. Wie viele brennen für SODOM, TANKARD, NAPALM DEATH und andere Buddy- Bands? Eben. Klar, der Sound mag auch ne Rolle spielen. Aber keiner hat ein Problem mit Hard Rock, wenn er von AC/DC kommt. Die warn immer hässlich genug. Es mag eine Ausnahme gegeben haben: GUNS N ROSES- ziemlich adrette Boys, Hardrock und trotzdem respected. SKID ROW, da muss man jetzt nicht um den heißen Brei reden, sind der strategische Beitrag von Atlantic zum GUNS N ROSES- Hype. Mit SEBASTIAN BACH hat man einen Poster Boy der Liga AXL ROSE oder BRET MICHAELS am Start und mit dem Sound bewegt man sich zwischen AEROSMITH, GUNS N ROSES, POISON und MÖTLEY CRÜE. MICHAEL WAGENER sorgt für einen Sound, der einfach nur knallt und trotzdem keinem weh tut. Und Emotions? Leute, wer bei "18 and Life" nicht sentimental wird, hatte keine Jugend. Wer bei "Youth gone wild" nicht den ungezügelten Rock n Roll- Impuls spürt, sollte sich ECKHARDT TOLLE- Hörbücher anhören. Und wer bei "I remember you" nicht in Tränen ausbricht, war nie unglücklich verliebt. Dazwischen GLAM, GLANZ und GUNS N ROSES :). Auch wenn "Appetite for Destruction" sicher kultiger, "härter" und mehr von der Straße ist, ich finde dieses Ding hier fast genau so geil. So jetzt mach die Augen zu und sags: POSER!!!!

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365 DAYS IN METAL #45 KING DIAMOND- Abigail

Vom Coverartwork bis zum letzten Ton der Scheibe kann ich hier bedenkenlos von einem wahren Klassiker des HEAVY METAL reden. Es gibt wohl kaum eine Phase in meinem Leben, in der "Abigail" nicht in meiner Top 10 zeitloser Metal-Classics aufgetaucht ist.  Warum ist "Abigail" den KING DIAMOND- Klassikern "Fatal Portrait", "Them" und "Conspiracy" überlegen? Ernsthaft? Das sind wahrscheinlich Nuancen und gerade das Debut "Fatal Portrait" ist vom Okkult- und Evil- Faktor der nahtlose Anknüpfpunkt an MERCYFUL FATE und ist noch deutlich "straighter" und weniger "progressiv" als "Abigail". Und im Vergleich zum Nachfolger "Them" ist  dieses Album hier wieder ziemlich straight, da es der KING auf "Them" mit seinem Faible für Prog schon sehr ernst meint. Das erste hier vorliegende Album ist der Start einer Trilogie und verkörpert für mich den KD- Sound in der geilsten Form: die Songs sind allesamt komplex und vielschichtig angelegt, so dass "Abigail" immer als Proto-Typ des Kopfhörer-Albums taugt. Und trotz aller Ambitionen der Musiker zu demonstrieren, dass der Hörer hier mit einer absoluten Profi-Truppe zu tun hat, liegt der Fokus auf songdienlichen Parts mit Wiedererkennungswert. Vielleicht eine wirklich perfekt gemachte Mischung aus "Musiker-Album" und fandienlich. Durch den Einsatz von Synthies und dem Hörspieltypischen Arrangement einzelner Passagen und nicht zuletzt durch die theatrale Herangehensweise des KÖNIGs an die Interpretation der einzelnen Lyric-Parts, ist hier das perfekte KING DIAMOND- Album entstanden. Perfekt, weil es den einzigartigen Sound seiner Hoheit so auf den Punkt bringt wie auf keinem anderen Album. Für den Grad an Vertracktheit und Theatralik, ist dazu von einer ungewöhnlich hohen Hitdichte zu reden. Für eine gepflegte METAL- Party erhält nahezu jeder die uneingeschränkte Einsatzfreigabe. Und das Schöne: im DJ - Set funktioniert der KÖNIG zwischen FATES WARNING, MEGADETH und DEATH genau so gut wie zwischen CELTIC FROST und BATHORY. Selbstverständlich im ganz klassischen Teil zwischen WARLOCK und MANOWAR auch. Technischer Anspruch, creepy Atmosphäre und Headbanger-Vollprogramm- alles gegeben,  soll das heißen. STAY HEAVY !

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365 DAYS IN METAL #44 SAMAEL- Passage

Nach MOONSPELLs Irreligious ist SAMAELs Passage quasi Pflicht. Die härtere, die metallischere, die schwärzere Seite der gleichen Medaille. Unter uns: hier ist der Vorgänger "Ceremony of Opposites" auch schon so klar in seiner Vision und Ausrichtung, dass ich ja der Meinung bin, die Schweiz verfügt nach CELTIC FROST in den 80ern auch in den 90ern über den wichtigsten Vertreter der schwarzen Zunft. Auch wenn auf "Passage" der Brachial-Metal-Anteil in den Hintergrund rückt und der Bruder Electro-Beat das Geschehen dominiert, ist dieses Album für mich richtig "metal". Wo steht, dass es nur Metal ist, wenn du headbangst? Eben. Hier wird der Sound zu Body-Experience. Der rhythmische und dennoch sphärische Sound trifft dich direkt. Und das rituell-kultische zum ekstatischen Tanz wohnt bereits der Scheibe inne. Überflüssig zu erwähnen, dass die Liveshows zu dieser Zeit mit ihren Light und Picture Shows der Band eine wirklich herausragende psychedelische Erfahrung warn. Auf dem 96er DYNAMO bewusstseinserweitert im Zelt bei der SAMAEL- Show gestanden und jeden Ton und Beat genossen. Wenn du deinen Blog "magicinthemetal" nennst, magst Du Metal, Magie und klar, Manowar. Schließlich ein Zitat aus "Metal Warriors". Die Magie in diesem Album dürfte mit Songtiteln wie "Liquid Soul Dimension" , "Moonskin" oder "Born under Saturn" schon mehr als angedeutet sein. Mit Manowar stell ich jetzt die Verbindung nur insofern her, dass ich sie trotz Techno-Loops genau so "metal" finde wie meine heißgeliebte "heimliche Lieblingsband" .  An nem Abend wie heute, 2026, wirklich leicht Ü 30, sitz ich da und denk mir: verdammt, was für Killeralben haben eigentlich deine "Langzeitjugend" geprägt? Eigentlich hättest ja alleine durch den Sound dieser Zeit die Möglichkeit gehabt, richtig cool zu werden ;) Weil mehr "Jupiterian Vibe" gabs halt sonst nicht mehr groß. Alle Astro-Metaller und Space-Headbanger: lasst uns diese Zeit nochmal fühlen. Ich bin mir sicher, der "Shining Kingdom" wird unser sein. 

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365 DAYS IN METAL #43 MOONSPELL- Irreligious

Mit MOONSPELLs Irreligious findet der auf dem Vorgänger "Wolfheart" eingeschlagene Kurs in eine klinischere und technokratischere Schiene, was dem Album aber eine völlig neue Dimension von MOONSPELL verleiht. Der Vorgänger, für mich eines der allerbesten Dunkelalben überhaupt, lebt von der Folklore und der Liebe zu Portugals dunkler Seite. Und wie es ein vom Mond und den Fischen regiertes "magisches Land" wie Portugal verlangt, wechseln sich darauf südeuropäische Leichtigkeit und romantische Tiefe ab. In den 90ern war es geradezu eine musikalische Wissenschaft und Alchemie, sich über die Auseinandersetzung mit GOTHIC und METAL der dunklen Seite des Seins anzunähern. Allerdings "dunkel" nicht im Sinn von ruhelosem Chaos und Zerstörung- dunkel im Verständnis von den Liebkosungen der Nacht, die die Liebe, die Kreativität und die Sinnlichkeit beherbergen. Diese Beschwörung wohnt diesem sinnlich und auch erotischen Klassiker in seiner DNA inne. Der Kurs ist jedoch europäischer, internationaler. Hinein in die dunklen Szeneläden jener Zeit, interessant für all die TYPE O- Girls, SISTERS OF MERCY- Worshipper und natürlich auch PARADISE LOST- Folks zu jener Zeit. Leider ist die romantische und ästhetische Form namens Gothic heute nahezu vollständig aus den Szenen verschwunden. Zwischen plakativem Satanismus, Pagan und der ewig währenden Suche nach der Effizienz und Praktikabilität durchlebt auch die Musikszene aktuell die "Dark Side of Aquarius" scheint mir manchmal. Wo sind die Liebhaber, die Rotweintrinker, die Hingebungsvollen, die Lyriker, die Magier, die Hexen, die Mondsüchtigen, die Nachtschattengewächse, die gähnend und gelangweilt das Tagwerk der solaren Technokraten- Rasse beobachten und auf die Dunkelheit warten, da sie unter dem Schutz von Göttin LUNA der wahrhaftige Zauber des Seins ist. Irreligious ist ein direkter Toröffner in die Nacht. Ob "Herr Spiegelmann", das epische "Mephisto" oder die Bandhymne "Full Moon Madness": hier sind wahrhaftige Formeln mächtiger Mondmagie versteckt. Wer diesen Text spürt und nicht nur liest, weiß was zu tun ist. Wer die "Eso-Geschwurbel"- Brille schon auf der Nase trägt: der Check 24- Strompreis ist wichtiger als Lyrik. Hast du den Jahresverbrauch mal hochgerechnet, Schatz?

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365 DAYS IN METAL #42 - Conqurers of Armageddon

Wer braucht Songstrukturen, Grooves oder Heavy Metal-Verständnis? Richtig, wenn Du diese Scheibe auflegst, Du nicht. Mit einem der geilsten Cover der Menschheit ausgestattet, setzen die drei Brasilianer hier zum Frontalangriff auf den METAL_Thron an:  Ein Schlagzeug in Dauerexzess treibt Gitarren im Black Metal-Stil vor sich her. Darum geht es hier. MARDUK wollten mit der "Panzerdivision" ihre Kumpels paar Jahre später foppen. Ein Unterfangen, das nur teilweise gelungen ist. MARDUK, wir werden uns damit noch ausführlich schicken, schaffen es konkreter, mehr auf ihr Thema bezogen. KRISIUN brauchen kein Thema mehr, sie sind das Thema. Ende der 90er war dieser "War Metal"- Style verbreitet und killte konventionellen Black Metal in Punkto Speed, Intensität und Durchschlagkraft. Gefühle, Atmosphäre? Die Eroberer von Armageddon sind Gefühl genug. Diese Scheibe ist ein Mantra. Ein Mantra der Zerstörung. Eine weitere Verneigung!

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365 DAYS IN METAL #41 OBITUARY-Slowly we rot

Bevor OBITUARY zu der netten Death Metal- Groove-Nummer Deiner Wahl geworden sind, waren sie ein verdammter Bastard. Ein verdammter Hurensohn-Bastard aus CELTIC FROST, GRIND, SLAYER, VENOM und allem was irgendwie in dieser Liga mithalten kann. Der Film wirkte wie die genannten Zutaten in einer abgefuckten Druffi-WG abgekocht und brühwarm eingecheckt. Hier ist nix geschönt, nix spirituell, nix integrativ. OBITUARY sind das finale Fuck You an eine Gesellschaft, die sich in Doppelmoral, Konsumerfolg oder Versagen, kultureller Dekadenz und moralischer Verkommenheit zum Verrecken entschieden hat. OBITUARY empowern keinen Gegenentwurf dazu. Man könnte sagen: DEICIDE bieten den Hass auf das schwache, verlogene Christentum an. Sprich: Satan ist die billige und konsequente Lösung. CANNIBAL CORPSE machen dich zum Zombie ihrer, richtig, Zombiewelt und MORBID ANGEL bieten die spirituelle Flucht aus der Matrix an. Ihr wilder philosophischer Mix aus Lovecraft, La Vey, Crowley und Poe ist eine intellektuelle Konstruktion, die eine Meta-Ebene zur Verfügung stellt. OBITUARY machen hier den Namen zum Programm: sie vertonen einfach nur das Dahinsiechen in einer verachtenswerten materialistischen Gesellschaft. Diese wird als naturgegeben gesetzt und braucht keinen Gegenentwurf. Wo DEICIDE sich symbolisch suizidieren, um Satan als Sieger über das Evangelikale zu setzen, CANNIBAL CORPSE in Zombiefilmen den ultimativen Ausdruck von Nihilismus erkennen und MORBID ANGEL, Meditation und Astralreisen als Möglichkeit anbieten, sind OBITUARY die Junkies. Sie hängen an dem konsequenten, nicht spektakulären Niedergang des Seins. Nicht mit intellektueller Distanz. Mit hoffnungsloser Befangenheit. Und das macht dieses Album zu einem extremen Motherfucker im Extrem-Metal. Ganz deepe Verneigung. 

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365 DAYS IN METAL #40 DEATH ANGEL- The Art of Dying

Die quasi Comeback-Scheibe von 2004 belegt bei mir eine ganz entscheidende Pole Position: Best Car Thrash- Album.  Ich liebe diesen super kultivierten Sound der Todesengel, der verspielt, komplex und kreativ die Grundsubstanz des konventionellen Thrash entsprechend erweitert und mit seiner komplett positiven Attitude wirklich viel mehr sein sollte, als ne Metal-Kultband, die man immer noch regelmäßig in kleineren Clubs zu sehen bekommt. Da DEATH ANGEL eine wirklich große Bandbreite an Sound im harten Rockbereich abdecken, ist an dieser Stelle vor allem für ihre mitreißenden Liveshows zu werben. Dass THRASH-Metal mit Variation und dem Ablegen szenespezifischer Scheuklappen auch außerhalb der METAL_Szene funktioniert, zeigt der Branchenführer. Der Bedarf an knallendem Rock-Sound wird hier befriedigt, ob das nun mit MOTÖRHEADscher Unbekümmertheit, hypnotischem Groove oder punkiger Wildheit ist- DEATH ANGEL zelebrieren ihre einzigartige Mischung auf einem Niveau, das sie in der THRASH- Community wirklich einzigartig macht. Was das Liveerlebnis angeht, sehe ich mit OVERKILL noch einen weiteren Kandidaten, der in dieser Liga von US THRASH METAL mit Variationsreichtum, Groove, Aggression und Melodie spielt. Lediglich die Tonträger von OVERKILL konnten mich im Laufe der Jahre nie mehr so überzeugen wie es DEATH ANGEL tun. Unbedingt checken und abfeiern!!!

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365 DAYS IN METAL #39 JUDAS PRIEST- Jugulator

Natürlich ist der Vergleich gewagt, da JUGULATOR gechillte 17 Jahre jünger ist, als das gestern besprochene REDEEMER OF SOULS. Aber, hier haben PRIEST das getan, was ich bis zu ihrer Rente immer von Ihnen erwartet hätte: die METAL GODS zu sein. Vorweg: ich liebe dieses Album!!! Keine andere traditionelle HEAVY METAL- Band hatte je die Eier, so etwas zu machen und dann so unglaublich gut: ich bin eine HEAVY METAL- Legende, habe vor 7 Jahre das beste HEAVY METAL- Album überhaupt aufgenommen und meinen Sänger, den METAL GOD, an die Wirren der 90er verloren. Ich hole eine junge Version des METAL GOD und reflektiere meine selbst eingeleitete Frischzellenkur in den METAL von PAINKILLER bis heute. Auf der Tour damals wurden mit ANNIHILATOR und v.a PANTERA der groovige- rhythmische Metal saolonfähig und prägte das Jahrzehnt. Ja, These für die "real Metal"- Entwicklung war die PAINKILLER-Tour so wichtig wie die Zusage von Franz Beckenbauer beim FC Bayern. Die Geschichte wäre eine andere geworden, ohne das PAINKILLER-Album und die dazugehörige Tour. Klar, ist der Einfluss von der damals aufsteigenden Vorband unüberhörbar, in Produktion und Riffing. Aber PRIEST gehen mit Bedacht an das PANTERA- Thema ran, vergessen nicht wo sie herkommen und gestalten das musikalische Viagra im Rahmen ihrer ureigenen Stilmittel. Und dieser Mix ist es, der so tödlich abgeht. THRASH- Riffs, teilweise schon FEAR FACTORY- ähnlicher Schlagzeugsound und Einflüsse, die von MACHINE HEAD und TESTAMENT sämtliche Player in diesen Sphären reflektiert. Aber immer mit dem Bewusstsein, dass HEAVY METAL catchy, melodisch und zum Mitgröhlen animierend angelegt sein muss. Dass hier wahrscheinlich mancher PRIEST- Head überfordert war, leuchtet mir total ein und muss auch respektiert werden. Alle, die aber in der Lage waren, hier mitzugehen, erlebten HEAVY METAL in einer wirklich neuen Energie und einem ausformulierten Führungsanspruch der Gods. Zu der Zeit schien die Szene generell in einer Orientierungsphase zu sein und es zeichnete sich schnell ab, dass die "New Metal Priester" nicht das Bedürfnis der Szene waren. Ripper OWENS verschwand schnell wieder aus der Band und ebnete den Weg für die Rückkehr von HALFORD, mit dem man dann versuchte, am ganz konventionellen PRIEST-Konzept anzuknüpfen. Leider auch vorhersehbar.

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365 DAYS IN METAL #38 JUDAS PRIEST- Redeemer of Souls

Wer einen derartig ikonischen Namen wie JUDAS PRIEST geprägt hat, darf auch bei den Album-Titeln Selbstbewusstsein verbreiten. Mit "Painkiller" wurde diesbezüglich schon vieles definiert und brennt im kollektiven Metal-Gedächtnis. Wer Schmerztöter kann, kann auch "Seelenerlöser" ,denken PRIEST und schreiten motiviert und mit guten Melodie- und Songideen zur Tat. 2014 veröffentlicht, befinden wir uns kollektiv betrachtet kurz vor Trumps konkreten Einstieg in die Politik und den nachhaltig wirkenden Entwicklungen in der Ukraine. Wohin sich das alles entwickelt, konnte damals, auch ein Jahr nach Gründung der AfD, noch mitnichten erahnt werden. Sicher und überschaubar wie diese Zeit dann letztlich trotz IS dann dennoch war, wirkt auch dieses Album, das ich freilich seit dieser Zeit nicht mehr groß angehört habe. Sieht man gegebenenfalls von der Vorbereitung auf ein PRIEST-Konzert 2015 oder 16 ab. Auch wenn ich von keiner drucklosen Produktion sprechen will, fehlt mir bei "Redeemer" dann doch der letzte Punch, wenn ich heute an das Album herangehe. Um es mal in meinen Worten zu beschreiben: das Songwritter-Team hatte einige wirklich sehr zündende Ideen: die Hymne "Halls of Valhalla" besticht durch einen mitreißenden Ohrwurmcharakter und verkörpert für mich eine klassische PRIEST- Hymne. Auch der Titeltrack kann was und "Sword of Damocles" macht Laune.  So schafft man zu jeder Sekunde dynamische Rockmusik, die aber für mich den Anspruch "Metal Gods"- made nicht erfüllt. So haben wir nette "ACCEPT-Nummern" wie "Hell and Back", die Laune machen und sicher auch in der Fanklasse im Alter der Musiker für Begeisterung sorgen können. Was PRIEST hier ganz klar verpassen, ist der Führungsanspruch für eine Szene, die sie einst "METAL GODS" getauft hat. Eine Rolle, die im klassischen HEAVY METAL auf Dinosaurier-Ebene keiner so richtig zu erfüllen mag. IRON MAIDEN machen definitiv ihr Rock- und Prog- Ding, wenn ein neues Album aufgenommen wird, MANOWAR schweigen wir in diesem Kontext tot, die schon erwähnten ACCEPT liefern konstant und auf zufriedenstellendem Level. METALLICA zum traditionellen METAL gerechnet, liefern objektiv betrachtet zwar auch keine Göttergaben, überzeugen mich aber mit "Hardwired" (aus der Zeit) deutlich mehr, als die anderen "großen". Ein Aspekt, der einfach auch mal benannt gehört. Werde natürlich hier demnächst auch mit Tests um die Ecke kommen. JUDAS PRIEST haben hier ein cooles, wirklich unterhaltsames Heavy Rock- Album aufgenommen, das mit catchy Songs und teilweise treibender Rhythmik zu überzeugen weiß, aber zu keiner Sekunde über ein SINNER, PRIMAL FEAR oder BRAINSTORM - Album herauskommt, eher im Gegenteil. Würde hier nicht JUDAS PRIEST draufstehen und ROB HALFORD singen, es wär ein solides Heavy Rock- Album mit einer Produktion, die ähnlich wie bei MAIDEN nicht den Anspruch hat, noch "mithalten" zu können. 

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365 DAYS IN METAL #37 IN FLAMES- The Jester Race

Den Hauptimpact auf mich üben aktuell die METAL-Classics aus der Mitt- bis Endneunziger-Phase aus. Es sei auch gesagt, dass diese Zeit auch durch eine unglaubliche Klassiker-Dichte geprägt ist. Mit IN FLAMES kommt hier das Traumalbum jedes "echten" METAL-Heads: die Schweden haben es auf unnachahmliche Weise vollbracht, richtig brachialen METAL-Sound, der mal corelastig, mal eher Death Metal- zentriert daherkommt, mit epischen POWER METAL- und IRON MAIDEN- Elementen zu mischen. So erinnere ich mich gut, wie mich diese Mischung aus Intensität und Melodie an den Rande des Wahnsinns getrieben hat. Schließlich war alles drin, was die Headbanger- Karriere bis zum 18. Lebensjahr ausgemacht hatte: rasanter Death Metal, Thrash-Einflüsse und die ganze MAIDEN-, BLIND GUARDIAN- und HELLOWEEN- Kinderstube. Und dazu kam, dass es natürlich aufgrund der vorhandenen "Düsterheit" gut in die damals rollende Dark- und Black- Metal- Welle passte. Ich hab IN FLAMES in der Zeit im U 2 in Bad Wörishofen und als Support von CRADLE OF FILTH und DISSECTION gesehen.  Jungs ohne große Schnörkel und aufgesetzte Showelemente und "Metal-Gepose". Normale Skater- und Hippie-Typen, die du in deinem Heimatkaff völlig langweilig gefunden hättest, weil METAL musste immer etwas mit BLUT, FEUER und TOD zu tun haben. Darin liegt vielleicht ein weiterer großer Influencing- Faktor von IN FLAMES: METAL-Sound mit Hingabe und Überzeugung zu spielen, ohne die landläufigen Klischees zu erfüllen. Musik zu machen um der Musik willen. Hier hatten sie eine große Parallele zu zwei offensichtlichen Vorbildern: IRON MAIDEN und BLIND GUARDIAN. Beide liefern dem Fan das perfekte Kino-Film-Programm mit ihrem Konzept und ihren Shows. Ansonsten ist ihre Identität nur in einem überschaubaren und verträglichen Ausmaß von METAL-Style und Verhalten geprägt.  Will sagen: man muss nicht WATAIN oder THE DEVILS BLOOD sein, um authentische und intensive Musik zu erschaffen. Diese "Normalität" ist ein weiterer Aspekt, der IN FLAMES ausmacht.  

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365 DAYS IN METAL #36 ICED EARTH- The dark Saga

Keine 40 Tage durchgezogen und schon das zweite ICED EARTH- Album? Da sich meine Jugend und das etwas länger anhaltende "junge Erwachsenenalter" hart mit ICED EARTH beschäftigte und darüber hinaus dieses Meisterwerk am kommenden Sonntag im Memmingen von ASHES OF ARES (Band des hier tätigen Sängers Matthew Barlow) performt wird, liegt der Move sehr nahe. Denn wir reden hier von einem Meisterwerk, das aufgrund diverser Gründe leider über einen gehobenen Insider-Status nicht hinauskommt. Die Fakten? ICED EARTH gehen auf ihrem vierten Album wesentlich straighter und erdiger als bisher vor, haben hier quasi ihr "Black Album" aufgenommen. Der oft wilde Mix aus unterschiedlichen Stilen (siehe Vorgänger "Burnt Offerings") ist einem songdienlicheren Stil gewichen, der in punkto Groove und Heavyness ganz klar an METALLICA orientiert ist, seine Epic aus einer unerschöpflichen IRON MAIDEN- Liebe bezieht, ohne das eines der Vorbilder kopiert wird. Grundlegend verarbeiten JON SCHAFFER und Mannen hier wirklich die absoluten METAL- Giganten, schaffen aber ein unverkennbares, eigenständiges Album. Schon alleine durch die sehr markante, durchdringende Stimme von BARLOW, die eine Emotionalität erzeugt, die selbst im stimmpotenten Power Metal ihresgleichen sucht. So wird das tragische Liebesdrama des HELLSPAWN auf diesem Konzeptalbum in einer Nähe und Intimität erzählt, dass ich geneigt bin, BARLOW hier mit den aller größten Meister seiner Zunft zu vergleichen. BARLOW fühlt das Album und jeden Moment darauf. Ob er im sentimentalen "I die for you" eine der gigantischsten Power Balladen ever intoniert, mit dem kompromisslosen THRASHER "Violate" alles dem Erdboden gleichmacht, im Titelsong mit seiner getragenen Erzählerstimme für mich zu einer dunklen Version von DIO wird oder im Schluss-Opus "A question of Heaven" alle Register zieht und diese Liebeserklärung an die Dramatik zu einer Nummer auf "Hallowed by thy Name"- Niveau macht. Bei dem Kniefall vor Herrn BARLOW soll das herausragende Genie JON SCHAFFER und die Kompositionskunst auf diesem Klassiker nicht unerwähnt bleiben. Auch wenn in der METAL-Szene vieles schnell als "Kult", "unantastbar" etc gefeiert wird (ich bin hier auch oft schnell und wenig realistisch), liegt hier ein Album vor, das ich qualitativ mit den ganz großen Sternstunden des Genres auf eine Stufe stelle. Ich könnte es PROBLEMLOS zwischen "7 th Son", dem Black Album, "Youthanasia" und "Operation: Mindcrime" laufen lassen. Ambitioniert? Mitnichten. Dieses Album spielt exakt in dieser Liga. KOI ABER!

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365 DAYS IN METAL #35 FORBIDDEN-Forbidden Evil

Die letzten Tage waren eher von gemächlicheren Alben geprägt. Dass wir nicht zu sehr im HARD `N `HEAVY- Trott verharren, packte ich parallel zu all dem netten ALICE COOPER/QUIET RIOT/RAGE- Spaß hier mal wieder die absolute THRASH- Kante aus. Zwei Grundthesen zu THRASH: wer zu irgendeiner Phase im Leben THRASH gelebt und geatmet hat, kommt extrem gut durch diese politischen Wirrungszeiten, da der THRASH einen resistent macht gegen dummes Geblubber von Politikersprechpuppen. Warum? Weil richtiger THRASH Dich so durchschüttelt, dass Du gar nicht mehr in der Lage sein wirst, Dich im Kopfkino zu verlieren. Andere Grundthese: FORBIDDEN sind definitiv Champions League. Auch so ein Fakt, der für mich einfach drei Jahrzehnte keine Rolle spielte. Ich sitz manchmal selber da und denke: Bruder, wie konntest du so ein KILLER-Album Jahre lang ignorieren, bzw ihm viel zu wenig Aufmerksamkeit zukommen lassen? FORBIDDEN machen einfach eine verdammt pure Form von THRASH. Durchaus Rifflastig und damit "Heavy Metal-Based", aber immer in einer Mosh-Energie, die am ehesten mit den MOSH- Meistern ANTHRAX vergleichbar ist. Was FORBIDDEN als echt sehr abgefahrenen Gimmick in ihrem lupenreinen THRASH integriert haben: Vocals von RUSS ANDERSON, der neben wirklich super eindrucksvollem Shouting eine EXZELLENTE POWER METAL- Sirene abfeuern kann, die ihn für HELSTAR oder vergleichbare Nerd Geschichten aus dem POWER METAL- Lager qualifizieren würde. Besonders im Titelsong kommt das ja sowas von zur Geltung. Ich bin angetan von dieser Dynamik, die ich bei der "second Wave" THRASH-Combos so nur von meinen Lieblingen DEATH ANGEL kenne. Ich schau Dr BAY AREA, meinen METAL THERAPEUTEN fragend an: "Ich habe keine Erklärung dafür, dass ich dieses METAL-Gewitter so viele Jahre nicht wirklich gehört habe. Was ist das Verdrängung? Sublimierung?".  Dr BAY AREA: "Dummheit. Nix weiter. Taucht in den besten Familien auf. Ach, ich hör ja brav METALLICA, SLAYER und TESTAMENT. Niemand kann sagen, dass ich kein THRASHER wäre. Dazu kenn ich EXODUS, die ich unglaublich cool find, die aber an diese Dynamik und diese Spielfreude niemals rankommen. Ja, das Schlagzeug vom "March into Fire" macht Sie wild. Das ist normal. Wer hier still sitzen bleibt, hat keine Berechtigung, sich THRASHER zu nennen. Herr Netti, die gute Nachricht: durch solche unentdeckten Jahrhundertalben bleibt das Leben für Sie auch nochmal 49 Jahre spannend. Mindestens. 

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365 DAYS IN METAL #34 SAVATAGE- Edge of Thorns

Ein Album, das mich um sein Erscheinen herum wirklich in den Bann gezogen hat. Ich würde behaupten, dass es kein mir bekanntes Album gibt, das eine ähnliche Stimmung verbreitet. Von SAVATAGE ist man mit "Streets" schon den High End-Musical-Ansatz mit all der Theatralik und Broadway- Kompatibilität gewohnt, dass es hier eigentlich nur um das Fortführen dieser Schiene gehen konnte. Tat es aber nicht. SAVATAGE erkundeten neue Landschaften, was auch am neuen charismatischen Sänger Zachary Stevens lag, der im MTV - Zeitalter sicherlich eine deutliche optische Verbesserung zu "Mountain King" JON OLIVA darstellte. Musikalisch entführte einen das romantisch-verträumte und dennoch irgendwie bedrückende "Edge of Thorns" sofort in eine magische Matrix, die sich aus klassischen TAGE-Elementen, progressivem Gerocke und kernigen POWER METAL Gewitter führte und der Welt darum die Lichter ausschießt. Weil dieses Album einzigartig ist.  Lyrisch sind OLIVAs und O NEILs Ideen inspirierend, wenn sie kryptisch- philosophierend und poetisch beschreibend, die schöne "Tänzerin verloren auf ihrer Bühne" beschreiben (im Titelsong) oder gesellschaftskritisch-konkret gegen den Mindset aus dem TV ansingen (Don `t no super heroes, don `t need no movie stars, don `t no politicians in big black shinny cars") und damit "Follow me" zu einer deep einprägsamen Nummer machen. 

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365 DAYS IN METAL #32 ALICE COOPER- Raise your fist and yell

Mit dem Opener "Freedom" liefert ALICE einen seiner größten METAL- Brecher ab und setzt dem sowieso schon 80er HEAVY ROCK- Statement "Constrictor" einen drauf. Es ist offensichtlich, dass der Horror-Altmeister 87 nicht auf den BON JOVI/AEROSMITH- Markt schielte, was mit den Nachfolgealben klar passiert ist, sondern die METAL- Kids der Mitt 80er im Blick hatte. Rebellisch und mit Drive sagt er der verlogenen US Gesellschaft den Kampf an. Schon im Opener "Freedom". Der Gitarrensound von KANE ROBERTS klingt nach richtig solidem Heavy Metal und mit MICHAEL WAGENER und KIP WINGER sind hier Charaktere involviert, die das Geschäft mit dem MTV - Mainstream-Hair-Metal kennen. Das Problem an allzu offensichtlichen "Zeitgeist-Alben" ist, dass man es ihnen anmerkt. In diesem Fall ist es aber gar kein Problem, dass der Altmeister hier nochmal zeigen will, dass er den Anforderungen der Zeit gewachsen ist. Und so bekommen wir hier ein geil gemachtes HEAVY ROCK- Album, das ich irgendwo zwischen "Creatures of the Night" von KISS und QUIET RIOT einstufen würde. Freilich lässt sich hier auch schon vermuten, dass WAGENER in Kürze mit SKID ROW die Könige des Teenie HEAVY ROCK produzieren wird. Natürlich braucht ein ALICE COOPER, der damals schon böse, alte Mann, andere Themen als Mädelsschwarm SEBASTIAN BACH: so wird hier der "Prince of Darkness" besungen. Mit "Give the Radio back" findet sich ein "We `re not gonna take it" oder eben "Youth gone wild" auf der Scheibe. Ich habe ein großes Herz für TEENIE HEAVY ROCK und würde euch empfehlen, euch regelmäßig diesen Kracher zu ziehen. Mit "Roses on white Lace" endet dieses Album mit einem echten Highlight, dass für mich nur eine Frage offen lässt: wo sind die VHS- Videotheken alle hin? Ich würde mich jetzt so gerne in der Horror-Umteilung umschauen. Verdammt. 

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365 DAYS IN METAL Album #31 RAGE- Ghosts

Neulich musste ich lachen, weil irgendwo stand: wisst ihr was das Beste an IRON MAIDEN ist? Richtig, sie haben noch nie ein Orchester-Album aufgenommen. Sicherlich würde sich das mit dem Songmaterial von MAIDEN hervorragend anbieten und vielleicht kommt das auch noch auf uns zu, wer weiß. "Lingua Mortis" von RAGE war gegen Mitte/Ende der Neunziger ein richtig cooles Album, das den Songs der damals jüngeren RAGE Vergangenheit eine neue, nicht geahnte Tiefe verleihen konnte und mich damals insbesondere live sehr beeindruckt hat (die 97er Show auf dem WACKEN war ein Statement). Dass RAGE damals mit ihrem "nichtssagenden Profil" aus dem Schatten der nationalen Mitbewerbern von RUNNING WILD, BLIND GUARDIAN bis hin zu HELLOWEEN herausgehoben hat und den netten Jungs aus Herne ein eigenes Profil verschafft hat. Das war wahrscheinlich immer bissi das Problem von RAGE: RUNNING WILD warn halt die Piraten, BLIND GUARDIAN, auch liebe und nette Jungs mit Abitur und guten Benehmen, die Tolkien- Freaks und HELLOWEEN warn mit dem Kürbis- und Lustig-Image auch klar gebrandet. RAGE erweckten weder den Eindruck VENOM im "Rock`n`Roll- Sein" Konkurrenz zu machen, auch wenn sie regelmäßig mit MOTÖRHEAD spielen durften, noch sonst irgendwie mehr zu sein, als all die langweiligen Typen, die man als Väter der eigenen Kumpels kannte. Gut, PEAVY hatte so ein Faible für Totenschädel. Das hob ihn etwas aus der Facharbeiter - und Ingenieurs - Rasenmäher-Liga. Aber auch net wirklich. Wenn man bei den LBS- Djangos genauer hinschaute, war da auch meist irgend ein Sammelelement mit drin. Gut, dass PEAVY die naheliegende Idee hatte, den Zuspruch, der ihn mit Orchesterideen erreichte, zur allgemeinen Image-Sache zu machen. Und leider kam mit "Ghosts" nicht mehr raus, als das übliche RAGE- "Problem".  "Ghosts" kommt über "super nett und trifft man gern beim Elternabend" nicht raus. Wirklich: gerade in Sachen Gesangsmelodien kann Herr Wagner, wie so oft, richtig überzeugen. Der typische RAGE- Ohrwurm heißt hier "Love and Fear Unite".  Das Songwritting ist ambitioniert und die Zusammenarbeit mit klassisch ausgebildeten Musikern hat RAGE sicherlich extrem gut getan. Sagen wir es so: als Freund kraftvoller Rockmusik mit Emotionen, die aus dem real life kommen und mit klassischen Musikern arrangiert wurden, hat man hier die angenehme Abrundung eines Tages im Hamsterrad. "Spiritual Awakening" auf vorliegender Scheibe überzeugt zwar abermals mit einer großartigen Refrain plus zugehöriger Bridge. Aber ein "Spiritual Awakening" bleibt aus. In Body, Mind and Soul. Ein alter Wegefährte nannte RAGE immer "die gut bürgerlichen". Genau hab ich die Bedeutung dieser Bezeichnung nie erfasst. Ich glaube, dass sie mir mit der Auseinandersetzung mit "Ghosts" gerade klar geworden ist. 

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365 DAYS IN METAL Album #30 GHOST- same

Was war das für eine Erweckung... Zugebenermaßen erst mit etwas Abstand bei fröhlichen Sonntag-Nachmittag-Amazon-Gestöber aufmerksam geworden. Davor, ich schwöre, nix von der Band gelesen oder gehört. Bei der Beschreibung 70er Rock, MERCYFUL FATE, Theatralik, Okkult, BLUE OYSTER CULT bin ich automatisch angefixt und muss das Album sofort hören.  Erstmal: in einer Szene, in der bei GHOST, mit ihrem Verständnis für Musik, Kunst und dem menschlichen Streben nach Selbstvergottung in der Kunst, von ABBA (die natürlich rein musikalisch betrachtet herausragend sind) geredet und abfällig GHOST gemeint wird, wird ein Teil von METAL null verstanden. Der auf der Tradition visionärer und magisch gepolter Menschen fußt, die kein Interesse am CHECK 24 - Verständnis irgendwelcher Sabaton- und JBO- feiernder "Metal ist doch so schön normal, wenn der Grill angefeuert ist"- Dumpfbacken haben. METAL, liebe Freunde in einem weitreichenderen Verständnis, steht in der Tradition von Vision und Stimme. Vision und Stimme der Götter und kein klein geistiger "meine Schnitte hat Schnitten gemacht"- Scheißdreck. Man muss GHOST null mögen (verstehe ich zwar nicht), aber sie zu haten, weil kreativ und inspiriert, ist das Dilemma mit dem METAL heute : jedes 30 Häuser Dorf lullt sich mit dem eigenen Tannenzapfen - Festival ein, feiert fünfklassige Combos, die halt "metal" sind. Hauptsache die Grillsauce passt zum Nackensteak. Fick Dich, Ballermann 666! Das mal grundsätzlich. So, was gibt mir das Recht, so abzuledern? Gar nix. Ich tue es einfach, weil mich die Emotion beim Schreiben gerade gecatched hat. 

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365 DAYS IN METAL Album #29 MORGANA LEFAY - Maleficium

Nachdem ich Vorgänger- Post, dem FAITH NO MORE- Kniefall, MORGANA LEFAY bereits gespoilert habe, will ich mich heute diesem Ding hier widmen, wenn es auch nicht mein Top Fave der Schweden ist. Für alle, die in den Neunzigern zu jung warn und/oder lieber FAITH NO MORE gehört haben: es gab da dieses schwedische Kaff, Bollnäs, aus dem neben MORGANA LEFAY auch noch TAD MOROSE stammten, die ebenfalls bei BATHORY- Label BLACK MARK unter Vertrag standen, und im Gegensatz zu den MORGANAs eher dem Prog-Part des POWER METAL huldigten, mich deswegen nie so gecatched haben. MORGANA LEFAY sind grundlegend in der Tradition von US- Power Metal- Größen wie METAL CHURCH und alten SAVATAGE verwurzelt. Was sie aber durchaus sexy und zeitgemäß machte, ist die Tatsache, dass sie das Black Album von METALLICA komplett verinnerlicht hatten und auch mit der wilden Wucht von PANTERA nicht "fremdelten". Will sagen, man hatte den Sound erkannt, der den traditionellen POWER METAL, der nun mal immer klar im HARD ROCK verwurzelt ist, in die wilden 90er gebracht. Für mich spielten sie in der gleichen Liga wie ICED EARTH und NEVERMORE zu der Zeit. Würdet ich mich jetzt nach der obligatorischen weiteren Nummer in der BIG 4 des 90ies POWER METAL fragen, könnte ich nur etwas sehr abgefahrenes nennen (SKYCLAD). Dass SKYCLAD vielleicht tatsächlich die Rolle von ANTHRAX in dieser konstruierten BIG 4 haben, ist ein Gedanken, dem ich nachgehen werde- an anderer Stelle. 

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365 DAYS IN METAL Album #28: FAITH NO MORE- Angel Dust

Wieder so ein: "ich bekenne spät, dass ich in den Neunzigern mir viel Sound selber verbaut habe"- Blog. Na ja, ich sehe das heute eigentlich super entspannt. Ich glaube, mein METAL-Feuer hat gerade deshalb so stark lodern dürfen, da ich keinerlei Verwässerung und Anschlussfähigkeit gesucht habe. Wenn ich ein Mädel mit alternativem Soundgeschmack kennengelernt habe, fand ich es viel cooler, sie auf nen SAMAEL oder nen MORGANA LEFAY- Film zu bringen (beides konkret passiert), als ihren "Faith No more"- Sound abzufeiern. Diese Sounds repräsentierten das links-liberale Establishment dieser Zeit, was ich generell ja eine schöne Gesellschaftsidee fand und finde. Aber METAL durfte für mich nur bis zu einem gewissen Grad anspruchsvoll im kulturellen Sinn sein. Ich fühlte mich auf nem "Black Trip" angeleitet von den dunkelsten Kräfte der Nacht, die jedoch genau in das hellste aller Lichter führen: LIEBE. Wenn Sound schon in seiner DNA viel Liebe enthielt, war er mir suspekt. Ich fühlte immer, dass der METAL Kampf war. Kampf mit den unbewussten Teilen, der falschen Anpassung an die "Matrix" oder sonstigen Dämonen. Eine Transformation. Etwas konnte nicht per se schon so schön und erhaben sein wie das "Angel Dust"- Cover. Mit dem Schlachthof-Bild auf der Rückseite konnte ich da schon deutlich eher mit. 

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365 DAYS IN METAL Album #27: CRADLE OF FILTH- Cruelty and the Beast

Der Metal-Ritt durch die 365 DAYS IN METAL wird auch ein brutaler und schmerzhafter der Selbsterkenntnis: beim Zusammenstellen der Playlists wird mir immer bewusster, wie unvollständig und lückenhaft meine Sammlung im Laufe der Jahre geworden ist. Verkäufe, Umzüge und unerklärliche schwarze Löcher scheinen verantwortlich, dass vieles, was ich selbstverständlich auf der "Habenseite" wähnte, einfach nicht mehr im Kornspeicher ist. Im Aeon der Streamingdienste und Youtube könnte man sagen: WTF. Aber ich dachte, dass ich hier zumindest ein ordentlicher Schwabe sei, der zwar nicht alles alphabetisch geordnet archiviert, aber notfalls alles sofort zur Hand hat, wenn es notwendig ist. Pustekuchen! 365 DAYS IN METAL entwickelt sich gerade immer mehr zur General- Inventur und der schmerzhaften Erkenntnis, dass ich über den Verbleib diverser Perlen einfach keine Ahnung habe. Zwar sind mir METAL- Buchhalter generell suspekt, aber absolute MATERIAL-ANARCHISTEN wie ich sind es auch. Wenn Du dem eigenen BEAST ins Auge blickst und realisierst: dein Dämon ist ein antimaterieller. Wer sich mit Tarot und de Lebensbaum beschäftigt, kennt die verheerend- wirkende "7 der Scheiben"- Merkur im Stier. Geiler weise noch meine Merkurstellung im Geburtsradix. Merkur ist hier wohl in seiner unverbindlichsten, chaotischsten Form am Strahlen, wenn er in der instabilen 7 wirkt. Der ästhetische und im irdischen Genuss verhaftete Stier kann wenig anfangen, wenn nach einer SACRED REICH- Scheibe beim Suchen nach der CD- Hülle (drum kein Bild) ein CRADLE OF FILTH- Album in ner Kiste entdeckt wird. Zack, das ist die neue Scheibe. Der Stier hätte lieber ein aufbauendes SACRED REICH-Erlebnis. Bring mir jetzt FORBIDDEN. Oder von mir aus noch MACHINE HEAD. Aber CRADLE OF FILTH.... Das ist nur für den Götterboten Merkur in seinem verspielten Aspekt ein perfekter Move. ..

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365 DAYS IN METAL #26 SACRED REICH- Awakening

Von Einstellung, Ausstrahlung und Coolness sind sie zweifelsohne die coolste Thrash-Band auf diesem Planeten. SACRED REICH kriegen mit Urgestein PHIL RIND das Kunststück hin, die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf der Welt kritisch und anklagend zu betrachten und dabei gleichzeitig ein Leuchtturm für alle sein, die in ihrer Familie, ihrem Umfeld, ihrer Liebe "Something to believe" haben und am Machtspiel der "War Pigs" nicht verzweifeln. Hört euch die Hymne "Something to Believe" an. Alter, wäre heute 1990, ich bin mir ganz sicher, das Ding würde einen HEADBANGERS BALL- Jingle Clip untermalen. VANESSA WARWICK würde grinsen und uns alle, die große HEADBANGER-Familie, begrüßen. Man möchte sich nicht vorstellen, was wäre, wenn SACRED REICH den Status von ANTHRAX oder gar METALLICA hätten und ihre direkte politische und spirituelle Botschaft direkt und ohne Umwege weiterhin so in den Äther schicken würden. 

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365 DAYS IN METAL #25 SENTENCED- Amok

Ok, es ist Donnerstag-Abend und dies ist eine weitere Liebeserklärung an das "verbotene Jahrzehnt" im HEAVY METAL. Sie mussten mir schon bei der schnellen Auseinandersetzung mit einem ICH ZAHL NICHT MEHR- Sampler aufgefallen sein. Die Finnen SENTENCED, die auf besagtem Teil noch klar dem Underground DEATH METAL zuzurechnen waren, bei mir aber keinen allzu großen Eindruck hinterlassen haben. Auseinandersetzung mit METAL läuft auf genau vier Ebenen ab: erste Ebene: es schickt Dich nicht oder Du findest es sogar Bullshit. Die Abstufungen sind für Deinen METAL- Geist- Körper nicht von allzu großer Bedeutung.  Ebene drei: du erkennst ein Muster: ach, das klingt bissi wie MORBID ANGEL, DESTRUCTION oder PARADISE LOST. Muster-Bands sind cool, weil sie etwas bereits erfahrenes und gelerntes in Dir reproduzieren, aber keinen weiteren Effekt erzielen. Auf Ebene zwei erkennst du intuitiv, dass das für mehrere Leute eine Rolle spielen wird. Auf Ebene 1 triffst du deinen SOUL SOUND. Klang, die Dein Heiliger Schutzengel für Dich gesucht hat und will, dass er immer Teil Deiner SOUL ist. MAGICINTHEMETAL. Beim Erlebnis auf dem ICH ZAHL NICHT MEHR- Sampler mach ich eine Erfahrung zwischen Ebene Vier und Drei. Auch der Tatsache geschuldet, dass ich mich mit Underground- DEATH METAL bislang null beschäftigt hatte. Als mir der 90er Algorhitmus, ich nenn ihn gerne HOLY GUUARDIAN ANGEL, auf dieses Album bringt, bin ich erst etwas irritiert. Für meine TRUE METAL- Seele irgendwie zu dark, zu gothic. Aber generell mit vereinzelten Parts, die als Kniefälle vor RUNNING WILD oder IRON MAIDEN verstanden werden dürfen. Auch von düsterem Metal ist die Rede. Im Wirkungskreis von SAMAEL oder ROTTING CHRIST (Label) ist das aber auch nicht passend. Und so wirklich finnisch-schnulzig-rockig, wie die kurz darauf startenden HIM ist dieses Album halt auch nicht. Dennoch scheint es als romantisches Kerzenlicht-Album zu taugen, dann dein Date allerdings weder auf den BACKSTREET BOYS noch auf CANNIBAL CORPSE hängen geblieben sein darf. Und mit Frauenstimmen und PARADISE LOST- Gitarren scheint man, so der scharfsinnige ROCK HARD/EMP - Querdenker der 90er, nur auf die große Kohle aus zu sein. 

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365 DAYS IN METAL Album #24 AMON AMARTH- Fate of Norns

Nach Autofahrer-Mucke, Teil 1 (Motörhead) lege ich heute mit Teil 2 nach. Ihr seht: terminintensivere Tage, abgenommener Motivationslevel, um sich akribisch und voller Elan einem wahrhaften Herzensthema hinzugeben grad. Nennen wir es den VOMITORY- Effekt. Auch ein chilliges Album, das ich während meiner kürzlich stattgefundenen Maiden- Exkursion gehört habe, das aber aufgrund seines Alters eher einer (noch) unspektakuläreren Neuvorstellung entspricht. Ehrenlos natürlich, sich bei einem derartigen Lückenfüller-Tag an ein Album der Nordmänner AMON AMARTH zu machen. Aber keine Sorge: ich bin kein großer Experte für Wikinger-Sounds generell, mag neben AMON AMARTH nur das Old School- Gegenstück UNLEASHED und kann rein spirituell mit nordischen Einflüssen deutlich weniger anfangen, als mit Mythologie und Kult aus dem Mittelmeer-Raum. Und obwohl ich gelesen habe, dass "Fate of Norns" sowohl bei der Band selbst, als auch bei Fans nicht allzu hoch im Kurs zu stehen scheint, hör ich es mir verdammt gerne auf Autofahrten an. So auch heute. Ok, AMON AMARTH wurden mit "Twilight of the Thunder God" einmal von ODIN persönlich geküsst und haben für mich einen der aller stärksten METAL- Songs überhaupt abgeliefert. Ein Song, der Power, Emotionalität und Magie eines echten Klassikers verströmt. Die Jungs daran zu messen ist unfair, da ich JUDAS PRIEST- Songs ja auch nicht an "Painkiller" messe. So ist "Fate of Norns" vielleicht das "Turbo" von Hegg und Co. Etwas experimenteller und suchender. Eigenständiger und spezieller. Und dennoch unverkennbar PRIEST, ähhh AMON AMARTH. 

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365 DAYS IN METAL Album #23 MOTÖRHEAD-Bomber

Unter uns: der MOTÖRHEAD- Hype, der auf einer Radiostation gar in ein unsägliches "Lemmy unser" mündet, nervte mich phasenweise fast mehr als LEMMY die Bezeichnung Heavy Metal für seinen Sound. Oh ja, wie krass waren sie immer, die Diskussionen in der Jugend in denen gemutmaßt wurde, wie viel Whisky, Zigaretten oder weißes Pulver der gute LEMMY so daily konsumiert. Durch die "Unhealthy Scores" der damals gängigen Zeitschriften wurde das Thema noch mehr zum Fokus als die eigentliche Musik. Durch die Feuilleton der Republik und ein Classic Rock and Metal-Revival auf Festivals wurden MOTÖRHEAD wieder zum Dauerthema und zu einem "Street Credibility"- Indikator eben kopflastiger Kulturjournalisten. Für mich warn sie immer da, natürlich respected und die Wirkung von "Ace of Spades" als 14 jährigen kann ich natürlich auch nicht abstreiten. Aber dass mich MOTÖRHEAD geprägt hätten, wie zB IRON MAIDEN, METALLICA oder MANOWAR, davon konnte nicht vom Ansatz eine Rede sein. Im Gegensatz zu den drei genannten waren MOTÖRHEAD in meinen jüngeren Jahren eine klassische Konsensband. Die großartigen, heiligen und über jedem Zweifel stehende IRON MAIDEN wurden Ende der 90er Jahre von vielen hart gehated, da der Inbegriff von Sirenen-Voice und Alte weiße Männer- HEAVY METAL. METALLICAs Polarisierung liegt in der Natur ihres Status und die KINGS OF METAL waren eh umstrittener als alle anderen. Daran hat sich bis heute nix geändert.

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365 DAYS IN METAL Album #22 TYPE O NEGATIVE- Bloody Kisses

Wahrscheinlich eines der ikonischsten Alben der Neunziger Jahre. Kaum jemand, der sich zwischen DYNAMO, Crossover-Disko und Headbangers Ball bewegt hat, dürfte es nicht kennen, das Cover dieses Klassikers. Auf Wunsch eines Lesers wage ich mich hier heran. "She is in love with herself, she likes the dark", PETE STEELE, umstrittener CARNIVORE- Frontmann, New Yorker- Legende und Sexsymbol der kommenden Jahre, läutet auf der Frühneunziger CD mit diesen Worten ein neues Zeitalter des METAL ein. Das Zeitalter des Weiblichen im Hardrock- und Metal-Bereich. TYPE O setzen die dunkle Weiblichkeit in die Betrachtung ihres emotionalen Schaffens und erwecken damit den GOTHIC ROCK zu neuem Leben. Eine Menge Evas werden durch dieses Album zu Liliths verwandelt werden. Den schwarzen Kajal rausholen, sich anziehen wie "Lilly Munster" (Textzitat) und krass nach Patchouli duften. Will sagen, PETE STEELE ist unumschränkt der Hohepriester der GOTHIC Hexen, die die Neunziger ohne Besen und Hexenhaus im Sturm erobern. Er zelebriert sein Ritual süßlich, mit seiner unnachahmlichen Stimme und einer Menge erotischem Pathos. Die Scheibe ist pure Magie. Eine Melange aus diversen 70er Rock-Elementen, Gothic Keyboards und leicht verträglichen Doom-Anleihen. "Set me on Fire" ist hier das Motto, eine lässige Nummer mit dezenter DOORS- Schlagseite. Wo Gothic generell das Klischee von Deepness, Depression und schwarzer Magie bedient, wird hier "Saturday Night Fever"- Gothic zum beschwingten "Summer Breeze"- Event. TYPE O holen damit das Schwarze aus der psychopathologischen Ecke und platzieren es im Rock- Mainstream der 90er Jahre. Ich gehöre zu den 120.000 Menschen, die der Headlinershow 1995 beim DYNAMO beigewohnt haben und einen eigenen Woodstock-Moment hatten. 

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365 DAYS IN METAL Album #21 ENTOMBED- To ride, shoot straight and speak the truth

Wagen wir ein Gedankenexperiment: wir schreiben das Jahr 1997 und der damalige noch amtierende US- Präsident Clinton hat seinen großen Auftritt vor der UN- Vollversammlung: Wie Sie wissen, liebe ich den Rock`n`Roll. Der Rock`n`Roll ist es, der die Menschheit gesund, leistungsfähig und zufrieden halten wird.  Der Rock `n`Roll ist es, der uns antreibt, dass wir rausgehen und uns andere Rock `n `Roller suchen, mit ihnen abhängen, eine Familie gründen oder eine Firma aufbauen. Der Rock `n`Roll ist die universale Sprache, die Zärtlichkeit der Völker. Jeder versteht ohne Umschweife die Botschaft von Motörhead oder AC/DC, meine Damen und Herren. Je simpler dein Leben wird, desto intensiver wird es. Begehen Sie jetzt nicht den Fehler und scheitern Sie an Unterkomplexität. Stellen Sie die Einfachheit der Dinge und das daraus resultierende Leben nicht in Frage. Sie würden sich komplexe Fragen stellen und Antworten auf FATES WARNING- Alben, in philosophischen Büchern oder im Studium der Politik suchen. Alles das würde die Einfachheit zerstören. Spüren Sie die Lust nach "Like this with the devil"- folgen Sie dem Groove, feiern Sie Ihren Impuls nach Liebe da draußen. Es ist egal, ob Sie ein finsterer Todes-Metaller sind, der sich über dunkel-groovende Rhythmik freut, ein Moped-AC/DC- Typ oder ob Sie sich zur 90er Alternativ und Grunge- Community zählen. Auch wenn Sie alte Schule sind. Bei Ihnen lerne ich mit Nachdruck! Lerne von großartigen Lehrplänen, die von ALICE COOPER und KISS verfasst worden sind. Ich appelliere an Sie: trennen Sie den Rock`n`Roll nicht, sehen Sie ihn als Gesamtheit, egal in welcher Form er sich Ihnen offenbart. 

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365 DAYS IN METAL Album #20 RUNNING WILD- Death or Glory

Tag 20, das war im Outro von Tag 19 schon angekündigt: nach all den Death- und Black-Metal- Alben der letzten Tage, sollte hier nun Space sein für ein solides TRUE METAL- Album. Und ich habe es genossen, mich heute intensiv mit diesem deutschen Klassiker auseinander zu setzen. RUNNING WILD sind für viele 90er Kids der Innbegriff von "hängen gebliebenen Fantasy-Opfer", die sich vor der Realität auf die Schatzinsel flüchten und sich in typische Grundschulabenteuern für Jungs verlieren. Zugegeben, Piraten üben für mich in der Altersspanne 6-10 eine krasse Faszination aus. In der Auseinandersetzung sind sie halt die übel freien Seemänner, die sich an keine sesshaften Strukturen binden. Sie wollen die Welt erkunden und nebenbei noch Angst und Schrecken auf den 7 Weltmeeren verbreiten. Gerade so betrachtet, matchen METAL und Piraterie vollkommen. 

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365 DAYS IN METAL: Album #19 THE RUINS OF BEVERAST- Tempelschlaf

Tag 19 dieser unglaublich zeitintensiven Challenge. Es ist fast mein Humor, dass gerade im Metal durch ein Überstrapazieren von Ritualen und Regeln ein Korsett für einen objektiv betrachtet absoluten Sekundärbereich wie dem Genuss von Musik geschaffen wird. So wird durch eine Challenge wie diese, schon Musikhören zur täglichen Pflicht, zur Arbeit, obwohl damit nichts zur Wirtschaftlichkeit und zum Wachstum des materiellen Lebens beigetragen wird. Der Effizienzbasierte Rationalist fasst sich irritiert an den Kopf und stellt sich ernsthaft die Frage, wieviel Aufwand man betreiben muss/kann, um dann drei Kumpels bei Gelegenheit die Schreibergüsse lesen zu lassen...

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365 DAYS IN METAL #18 SIX FEET UNDER- Haunted

Im Vorgänger Blog angekündigt, dass es den direkten Test gegen die satanisch-melodische Symphonie der Musik-Ästheten NECROPHOBIC null bestehen konnte. Aber besagter Moment zeigt auch, dass Musik immer verdammte Momentaufnahme ist. Gerade bin ich voller Vorfreude auf das SIX FEET UNDER- Konzert im Kaminwerk in Memmingen, was hier im Live Blog sicherlich Feature erfahren wird. Und dazu hör ich diesen unumschränkten Klassiker des Old School DEATH METAL. DEATH METAL, der gechillt, Brudi-like und immer alles andere als brutal um die Ecke kommt. Also brutal groovend und brutal bewegungsanimierend schon. Aber weit entfernt von grindig oder zerstörend. Irgendwie klingt dieses Classic Album wie die gechillte Version von OBITUARY.  

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365 DAYS IN METAL- #17 NECROPHOBIC - Dawn of the Damned

Phasenweise ist der angeschwärzte Death-Metal made in Schweden, oder der Todesblei gestählte Black Metal aus Schweden mein höchstes Ritual im Metal Magic-Konsum. Ob das nun DISSECTION, NAGLFAR, DARK FUNERAL oder NECROPHOBIC sind. Sie alle haben ein spielkulturelles Niveau, das sich immer an den ganz großen Komponisten des Heavy Metal orientiert. Besagte Combos sind nicht lange auf BATHORY oder SODOM hängen geblieben. Schnell war klar, um wirklich epischen, starken und emotional- berührenden Heavy Metal zu schreiben, muss man IRON MAIDEN, RIDE THE LIGHTNING und MERCYFUL FATE studieren. Für die Wucht orientiert man sich an SLAYER. Und um dem Spirit der Tradition gerecht zu werden, muss man POSSESSED und die frühen MORBID ANGEL verstanden haben. Wer mich kennt, weiß, dass diese Aufzählung neben objektivem Musikjournalismus (Augenzwinkern) natürlich auch (fast) alles beinhaltet, was mir so unheilig wichtig ist. 

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365 DAYS IN METAL- #16 DEICIDE- Scars of the Crucifix

Nach dem gestrigen antikosmischen Filetstück von WATAIN, steht heute der Krustenbraten an. Death- und Black-Metal spielen in meiner Selbstwerdung eine sehr zentrale Rolle. In inspirierter Tonkunst wie WATAIN findet mein nach Dunkelheit schreiender Seelenanteil genau die spirituelle und magische Klarheit, die mich generell zu dunkler Musik zieht. Mit DEICIDE will ich mich heute mit dem geradlinigen Teil von dunkler Musik beschäftigen: dem Teil, der beschlossen hat: Antirolle, Jugendsatanismus, Kreuz in die Stirn, Slayer-Sound als Vorlage nehmen und noch krasser machen. So ungefähr könnte ich DEICIDEs legendäres Debut kurz und knackig zusammenfassen.  Der Traum von einem stumpfen, radikalen und höchst effektiven DEATH METAL- Debut, das ohne Romantik, Reflexion und Intellektualität auskommt. Ein Batzen, der einfach nur durch rohe und ungeschliffene Schönheit besticht und den ich mir jeden Tag anhören kann, da ich eigentlich unterm Strich kein pureres DEATH METAL- Album kenne. Mit "Scars of the Crucifix" (2004) sind DEICIDE über 10 Jahre im Geschäft und befinden sich nach dem Hype Anfang der 90er Jahre in ruhigeren Gefilden.  Also nicht musikalisch- versteht sich.  Im DEATH METAL gibt es längst professionellere, extremere, kreativere, stumpfere und ja auch satanischere Genossen. Wobei letzteres natürlich immer ein Stückweit Betrachtungsabhängig ist.  

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365 DAYS IN METAL #14 DR BUTCHER-Dr Butcher

Nach dem tiefen Eintauchen in die "verbotenen Alben der 90er" wäre es eigentlich nur folgerichtig gewesen, SEPULTURA und BIOHAZARD direkt mit TRUE METAL zu beantworten. Die Scheibe meiner Wahl fällt auf ziemlich eigenwilligen US Power Metal der 90 er Jahre und kommt von keinem geringeren als SAVATAGE- Mastermind JON OLIVIA. Die Hauptband damals ein gebeutelter Riese: nach dem wirklich sehr geilen, aber zwiespältig aufgenommenen "Edge of Thorns"- Album verlor die Band mit CRISS OLIVA ihren begnadeten Gitarristen und JON OLIVA seinen Bruder. Der Band war trotz herausragender Alben immer ein Sprung nach ganz oben verwehrt geblieben, der Erfolg der späten SAVATAGE und v.a. dem Platinseller TRANS SIBIRIAN ORCHESTRA (in den USA mega groß, hier nicht sonderlich bekannt), war hier noch nicht absehbar. Und der vom Leben und der Drogen- und Alkoholsucht gezeichnete OLIVA, machte mit diesem Album seiner Spannung Luft. Der Legende nach sollten es Songs sein, die für SAVATAGE aktuell zu "heavy" waren, da der Stil der Band sich ja immer mehr in Richtung Symphonic-, Prog- und Hardrock bewegt hat. Hier holte JON OLIVA nochmal richtig die METAL_Keule raus. Der Opener "The Altar" beginnt zwar SAVA geTAGEd episch-orchstral, verwandelt sich dann aber kurzerhand in ein US POWER METAL- Klopfer, wie ihn neben SAVATAGE höchstens noch METAL CHURCH in dem Stil gebracht hätten. Durch JONS Organ fühlte sich der ehrfürchtig kniende POWER METAL- Head an die "going Songs" von GUTTER BALLET erinnert, die selbst auf diesem Klassiker schon in der Minderheit waren und den epischen Rock Hymnen Platz zu machen hatten. JON, der mir mal in einem Interview erzählte, dass er VENOM liebt, konnte das ganze METAL-Chaos aus sich heraus in einer Platte zum Ausdruc bringen, was besonders in dem mit Street Credibility" durchzogenen "Don´t talk" (Fuuck You!!!) perfekt zur Geltung kommt. Mit "Season of the Witch" gelingt dann ein unbewusster (?) Kniefall vor KING DIAMOND, was auch dem intensiven Touren mit dem dänischen Großmeister geschuldet sein könnte. Aufbau und Arrangements des Songs erinnern mich teilweise stark an "Conspiracy" oder "The Eye". Harte Metal-Brecher mit progressiven Spielereien und theatralem Aufbau versehen. Bei "Reach out and torment someone" ist der Namen Programm. DR BUTCHER (was für ein bescheuerter Namen) erfindet den METAL keinen verdammten Millimeter neu, holt aber seine unbändige Energie aus der NWOBHM- Zeit, der ACCEPT- Pionierzeit und der Proto-US-Metal-Phase mitten in die 90er, wo es zu dem Zeitpunkt nicht allzu viele Anhänger für diesen Sound gibt, was aber Freaks null vom Kauf abhalten sollte. 

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365 DAYS IN METAL- #13 SLAYER- Divine Intervention

Den mythischen, den ikonischen, den herausragenden SLAYER wird auch in diesem Blog eine Sonderstellung zu teil. Und wie es sich für die Könige des EXTREME METAL gehört, natürlich am SLAYER- Tag;dem 06.06.2026. Und da diese Zahlenmystik noch nicht reicht, ist dieser Eintrag der 13. im "365 DAYS IN METAL"- Blog. Und selbstverständlich wird es hier vorerst von Classic-Acts wie SLAYER kein x-tes Abnudeln von "Reign in Blood" oder "South of Heaven" geben. Natürlich wird sich dieser Blog im Laufe des Jahres auch den Olymp-SLAYER- Alben widmen, wenn es dem Blogger danach sein sollte. Doch der Reiz in der momentanen Phase des Blogs liegt im Abarbeiten der "Stiefkinder"- jener Alben, die nicht immer gleich als erstes genannt werden. 

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Der Überraschungseffekt jeden Morgen

Was macht "365 Tage in Metal" so besonders? Der Überraschungseffekt! Sie wissen nie, welches Album am nächsten Tag vorgestellt wird. Diese tägliche Dosis Spannung und die Vorfreude auf eine neue musikalische Entdeckung unterscheiden uns von anderen Metal-Blogs. Es ist wie ein täglicher Adventskalender für Metal-Fans, gefüllt mit erstklassigem Content, der unsere Metal-Style, Views und Culture widerspiegelt.

365 DAYS IN METAL Album #12: BIOHAZARD- Urban Discipline

Wie würde ich mir wünschen, dass mein 15- jähriges Ich diese Zeile lesen könnte. Ich sitze mit knackigen 49 Jahren am Rechner und schreibe eine Liebeserklärung an dieses Album. Es wäre ungefähr so, als würde im Islam ein neuer Prophet auftauchen, der da mal sagt: "Schweinfleisch, ja und? Schmeckt halt doch".  Mein 15- jähriges Ich hatte BIOHAZARD gehasst. Und im Gegensatz zu SEPULTURA hätte ich sie vor ein Kriegsverbrechergericht gestellt. Zum hektischen Crossover-Rock/Metal der Amis kam noch dieser abgefuckte Rapgesang und dieses sinnlose Geshoute. Nach dem intensiven Genuss von CHAOS A.D. (siehe Blog #10) musste ich jetzt in die Vollen gehen und mir das verdorbene Stück Sünde aus dieser Zeit anhören. Dank CD Second Hand-Verkauf von Meister Breze liegt es bei mir schon ne ganze Weile auf dem Schreibtisch und hat mir, ganz unter uns, schon viele laue Sommerabende gepimpt. Pubertät ist so eine furchtbare Suche nach Identität und einem verlässlichen Kompass für die nächsten paar Jahre, dass der junge desorientierte Geist auch wenig Vorbilder mit Meisterfunktion und integralem Rockbewusstsein findet. So sah ich mich in meinen Recherchen ausnahmslos mit den Vertretern des heiligen METAL GRALS oder eben mit No-Checkern CROSSOVER- Deppen in meinem Alter formuliert, die den wirklichen Spirit dieser Musik noch nicht verstanden haben konnten. Ich hätte jemanden gebraucht, der mir klar aufgezeigt hätte, dass BIOHAZARD und RUNNING WILD kein Widerspruch sein muss. CROSSOVER Kids hatten entweder ihre POWER METAL- Phase schon hinter sich oder fanden die Fönfrisuren-Bands der 80er nur Panne. Und TRUE CRUSADERS OF THE METAL BLADE warnten vor der CROSSOVERISIERUNG des Abendlandes. Da ich mich tendenziell eher sentimental prägen lassen wollte, schloss ich mich kurzerhand den CRUSADERS an, drückte auf Schulparties "The Reaper" von GRAVE DIGGER durch und lief am liebsten in meinem MERCYFUL FATE "Unholy Reunion on Dynamo"- Shirt rum. Selbstverständlich war ich auf diesem 93er DYNAMO null. Ironischerweise sollte ich BIOHAZARD auf meinem ersten DYNAMO 95 live sehen. Ich wollte den wahren Metal verteidigen, gegen den Trend sein. Schwarz. True. Satanic. Was später ziemlich hip sein sollte, versuchte ich damals zwischen lauter Alternativ- und Crossover-Kids zu verkörpern. Warum ich nicht einfach nicht auch BODY COUNT, RATM oder eben BIOHAZARD gehört hab? Tja Leute, da wirds magic ;) Mein heiliger Schutzengel hat mich damals schon regelmäßig geschnappt und mir absurdeste Wege in den 80er METAL, der damals null cool war, gezeigt. Vielleicht, dass ich mit Ende 40 über den angesagten Sound meiner tatsächlichen Jugend schreiben kann. Heute lieb ich diesen Prolo-Crossover, der mit "Business" auch eine richtig Antikommerz-Hymne im BEASTIE BOYS - Style verfügt, die an meinem 50er nach MANOWARs "Metal Warriors" laufen wird. Versprochen

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365 DAYS IN METAL #10 SEPULTURA-Chaos AD

Heute der erste unumstrittene Klassiker dieser Reihe, bei dem es wohl keine allzu unterschiedlichen Meinungen geben wird, was den Klassikerstatus angeht. Aus ganz vielen Gründen, eine wirklich super krasse Scheibe: SEPULTURA hatten es gerade geschafft, das wohl bedeutenste Thrash Metal- Album der 90er aufzunehmen und den Thron von SLAYER ernsthaft zu beanspruchen. "Arise" wird innerhalb dieser Jahres-Challenge sicher noch Thema werden. Mit "Chaos A.D" greifen SEPULTURA mit Eiern die 90er Jahre an und geben dem METAL die Handlungsrichtung vor. Die 90er sollen das Jahrzehnt globaler Prozesse im Positiven, wie im Negativen werden. Die Botschaft dieser Scheibe ist fast so eindeutig und klar wie die von RAGE AGAINST THE MACHINE: elitäres Rockstargehabe im Elfenbeinturm mit Texten über bevorzugte Sexualpartnerinnen und Fiktion aus Fantasie und Horror sind so 80er Jahre wie die widerliche Vorherrschaft US amerikanischer Macho-Combos. Schau Dir diese abgefuckte Welt an, die Du in der westlichen Hemisphäre noch nicht so ungerecht empfindest, aber die da ist. Krieg, Ausbeutung, Gen-Manipulation, Religion und Armut sind die Folgen einer weltweit greifenden Dystopie, die sich Kapitalismus nennt und die von wenigen gegen uns, die Menschheit, verwendet wird. Die Zutaten dieses Augenöffners sind wie die 90er : rhythmisch, direkt und vom Hardcore und Punk mehr geprägt, als vom klassischen Heavy Metal. Logisch, damals fand ich das gar nicht so cool. Hype und v.a Verrat am "echten" Metal. SEPULTURA wurden von mir nicht wegen Hochverrat angeklagt, da ihr Logo auf den Kutten noch große Bedeutung hatte und eben "Arise" und sein Vorgänger so ehrfürchtig verehrt wurden. Aber mir war es schlicht zu rhythmisch, zu wenig "metal"-  damals. Heute ist es eine der coolsten und intensivsten Scheiben überhaupt für mich. Schliesslich darf man sich ja auch weiterentwickeln ;)

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365 DAYS IN METAL Album #9 METALLICA- St. Anger

"St. Anger" hatte ich nie hören müssen, um zu wissen, dass es mit mir nichts zu tun hat. METALLICA gehörten mittlerweile zu den "woken", den "links-grün-versifften", denen, die für Vielfalt und bunte Rockmusik eintreten. Die, die im besten "Rockland aller Zeiten leben". Verblendete Idioten. Ich war immer gegen Grenzöffnungen und für Leitkultur. Dass ich METALLICA selbst erst so richtig mit dem "Black Album" zu lieben lernte, spielt in der persönlichen Geschichtsschreibung erstmal keine Rolle. Man wähnt sich automatisch als "Ride the lightning"- Ultra, der nur schwer über die Professionalisierung bei "Master of Puppets" hinwegkam. Tiefer in die DNA der Band geblickt, hätte schnell klar gemacht, dass  eine musikalische Offenheit in der Band grundlegend angelegt ist. 

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365 DAYS IN METAL Album #8 DYING FETUS-Destroy the Opposition

In den Grind bin ich leider nie so eingetaucht, wie es in einem Teil meiner Persönlichkeit angelegt ist. Der radikale politische Ansatz im Grind ist mir genau so wenig fremd, wie der radikal spirituelle im Black Metal. Der Black Metal-Ansatz fand bei mir deutlich mehr Kultivierung. Innenschau und Reflexion statt eindeutiger politischer Aktion. Ich bin damit ok, denk aber manchmal schon: was nutzt Dir Deine scheiß Erleuchtung, wenn du in einem totalitären Transhumanismus- High Tech- State aufwachst, du Trottel? Da mein Kampf eher mächtigen inneren Dämonen und spirituellen Irrwegen in mir selber galt, ist mein GRIND-Archiv auch zahlenmäßig meinem BLACK METAL-Archiv deutlich unterlegen:  habe auch den Eindruck, dass hier ein Rundum-Sorglos GRIND-Album vorliegt, da es wirklich alles an Kunsthandwerk zur Schau stellt, was ich von geilem EXTREM-METAL erwarte. Von dem her greift die Reduktion auf GRIND hier auch nur bedingt. Die Einflüsse aus klassischem DEATH METAL und hier sogar BLACK METAL ("Born in Sodom") sind zu dominant, um das GRIND- Reinheitsgebot zur Anwendung zu bringen. Timing und Wucht sind für mich zwei zentrale Komponenten auf dieser Jahrhundert-Scheibe: tight wie der vielzitierte Arsch und immer vorwärts treibend; das was man HARDCORE nennt. Ich liebe das. Ist allerdings noch eine relativ junge Liebe, meine Annäherung an den HARDCORE. Als von Satan persönlich eingesetzter Black Metal- und True Evil Heavy Metal- Beauftragter im Gau Oberschwaben Südost, war es noch nicht unbedingt so vorstellbar, mal Soundabende mit BIOHAZARD und HATEBREED zu zelebrieren. Heute gibt mir dieser Sound oft gleich viel wie traditioneller Metal. Und diese sich gerade anbahnende Sommerliebe hat es mir auch ermöglicht, mich "Destroy the opposition" nochmal ganz neu zu nähern. Ich bin geflashed von diesem "immer auf die 12 hauenden " Aggro-Geschoss mit filigraner Schlagseite. Der richtige Sound, um die Welt in Stücke zu hauen und parallel dazu neu aufzubauen. 

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365 DAYS IN METAL #7 PARADISE LOST-Gothic

Ähnlich als beim Vorgänger-Tages-Album (#6, HYPOCRISY) geht es hier auch um große melancholische Stimmungen und unbändige Power. PARADISE LOST wurden auch völlig zu unrecht von Puristen gerne in der "Wimps and Posers"- Schublade geführt, die generell überhaupt keinen Sinn ergibt, damals aber ein verbreitetes rhetorisches Mittel bei "Metal-Fachsimpeleien" war. Ich persönlich fühle das Album in seiner emotionalen Wirkung total klar: es küsst den von Weltschmerz verzauberten Schwarzromantiker in Dir wach, ohne Dich jedoch in der Verletzlichkeit und Zurückgezogenheit zu halten. Durch treibende Rhythmen und Gitarren zwischen doomigem Rock und Metal formuliert das Album permanent eine Botschaft, genauer gesagt einen Imperativ: "Gothic-Krieger, mach auf! Zieh hinaus in die Welt und entdecke deinesgleichen. Seelen mit Weltschmerz, den die Alpha- Menschen verächtlich "Selbstmitleid" nennen, gibt es genug. Seelen, die in der Nacht magisch glühen und zu tanzen beginnen, wenn der Alpha- Mensch vom Betonfundament seiner geplanten Garage oder dem Gewächshaus träumt. In seinem wohlverdienten Schlaf. Du GOTHIC SOUL musst Dich damit abfinden, dass sie da draußen, das Schwarze, das Klare, das Magische als "schwul", "gestört", "weiblich" diskriminieren werden. Aber schau Dir ihr Kultur- und Sozialprogramm an und fühle Dich geehrt.

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365 DAYS IN METAL Album #6 HYPOCRISY- The final Chapter

Die Mitte bis Endneunziger sind es, die schwarze Löcher und die dunkle Karma- Sternschnuppen der Persönlichkeit formidabel bedient hat. Ich, und darauf gehen wir in diesem Blog noch explizit ein, liebe die großen, kommerziellen Dark/Black Metal- Produktionen dieser Epoche und freue mich schon auf DIMMU BORGIR, THERION, MOONSPELL, DIABOLICAL MASQUARADE und DISMAL EUPHONY innerhalb dieses Blogs. HYPOCRISY sind objektiv betrachtet die eierlegende Wollmilchsau für den Dunkelboy (natürlich auch für das Dunkelgirl): die Schweden sind atmosphärisch und treibend, können sich  in Hypno-Emo-Hymnen vergessen, um sich im nächsten Moment  ihrer wilden Death Metal-Roots zu besinnen und den kompletten Wald niederzumähen. Sie laufen also keinerlei Gefahr, ne seichte Gothic-Band zu sein, da sie mit allen Todesmetallischen Wassern getauft sind und damit weit weg von Angreifbarkeiten durch die Szenen-Polizei. Mehr "Metal" als PETER TÄGTREN muss man halt auch erstmal sein und dann wird es mit dem Judgen  schwierig. 

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365 DAYS IN METAL Album #5 Gehennah-King of the sidewalk

In einem Universum B, ist das die geilste Scheibe meiner Sammlung: GEHENNAH sind Dorf-Stadt-Kids, chillen ihr Leben und machen in ihrem Dorf auf harte Rocker und Metal-Street-Gang-Assis. Ständig besoffen und am Pöbeln. Sie fühlen am SPEED METAL vor allem den SPEED. Sie haben beschlossen: KILL ' EM ALL ist zwar das beste Album aller Zeiten, aber MOTÖRHEAD, VENOM, EXCITER und SODOM sind in ner Moped Speed- Gang auch kein Fehler. Und nur KILL ´EM ALL- Liebe reicht zwar, um die Straßen im Ort eindringlich zu dominieren,  aber wir brauchen VENOM. Dringend. Weil besser als KILL `EM ALL geht zwar net, aber die Spacken haben schon bei "Ride the lightning" gesnitched wie Tussies aus dem Büchereiclub. In nem Universum B ist immer Freitag-Abend, Deine Speed Metal- Gang trifft sich bei RUNNING WILD und WARRANT (D) zum Dosenstechen. Jeden Freitag. Nach dem RUNNING WILD/SLIME- Tape legt der Typ mit dem Iro EXPLOITED ein. Dieser Entwurf ist ein verdammt geiler. So pogen wir, headbangen und saufen uns durch den Abend. "Saturday Night" ist unsere SPEED-PUNK-Bruder Hymne. Einzig und allein CRONOS von VENOM steht noch über KILL `EM ALL und SODOM. Aber nur, weil er einfach der geilste Typ der Welt ist. GEHENNAH gehen räudigen Street-Speed-Metal mit Liebe an. Und Liebe ist das Gesetz der Straße. SPEEEEEEEEEED METAAAAAL!!!!

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365 DAYS IN METAL Album #4 Dark Throne- A Blaze in the northern sky

Black Metal zu beschreiben und zu definieren, ist ein fehlgeleitetes Unterfangen. Black Metal ist in Gänze emotional und erschließt sich für mich nur jenseits von Worten und Konzepten. Und ein Album, bei dem Worte nicht greifen, hat der Black Metal seine Finger hochwahrscheinlich im Spiel. Mit den Stilmitteln hätte man hier sicherlich ein Standard "Extrem-Metal-Album" beschrieben, das scandinavian Death Metal-based, Celtic Frost- worshipped und grindig  Fuck You- Finger zeigend daher kommt und von den Grundzutaten wahrscheinlich ähnlich Standard war, wie der nur geile 90er Euro Dance-Standard zu der Zeit. Ist das jetzt Snap oder Culture Beat?Nein,  Dr Alban! Nach dem Motto. Magie ist das Nichtbeschreibbare jenseits von Konzepten, das den schwarzen Urkern in Dir aktiviert. Das, was Eckhart Tolle für das JETZT! hält. Nocturno Culto und Fenriz für A Blaze in the Northern Sky. Freunde, das was die Metal-Geschichts-Schreibung (die Geschichte schreibt immer der Sieger) als misanthropisch, depressiv und dunkel bezeichnen, ist die Reduktion purer Existenzschwingung. Natürlich wirken Dark Throne erstmal finster und böse, da ihr musikalischer Cocktail die Farben aus dem Film nimmt und Insta-Fitness-Day-Posting, die Games people play und all die abgefuckte Matrix, unter der der Subkulturler so leiden muss, komplett von der Festplatte löschen. Ist die Freiheit darin erkannt, wundert mich aus heutiger Sicht gar nicht mehr, wie eine verirrte Seele in meinen Räumlichkeiten um die 1997 beim exzessiven Genuss von Dark Throne nach Raggae fragen konnte. Dark Throne umarmt die reine Freude am Kosmos genau so konsequent wie es ein basic Roots-Raggae tut. Man spürt, dass Sonne und Staub mehr sind als eine Alliteration....

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365 DAYS in Metal #3 Mercyful Fate- Into the Unknown

MERCYFUL FATE und KING DIAMOND sind heute landläufig der Inbegriff von Kult, schwarzmetallischer Pionierarbeit und natürlich auch Trueness. In meinen jüngeren Jahren erinnere ich mich durchaus daran, wie etliche Headbanger und Headbangerinnen bei Erwähnung des gnadenvollen Schicksals zu lachen begannen, nicht zuletzt wegen der Stimme seiner Majestät. Unvergessen damals auch die Show in der Röhre (Stuttgart) vor nicht mal 50 Zahlenden. MERCYFUL FATE warn in den 90er der Inbegriff von unsexy, oldfashioned und rückständig. Für Leute wie mich z.B war dieser Umstand Motivation genug, sich dem Thema erst recht hinzugeben. Und natürlich verehrte man die Klassiker der Dänen mit Hingabe, freute sich jedoch auch euphorisch über Releases wie dieses 96er Album. 

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365 Days in Metal Album #2 ICED EARTH- Burnt Offerings

Über ICED EARTH zu reden und dabei JON SCHAFFERS Rolle am 6. Januar 2021 unerwähnt zu lassen, wird heutzutage wahrscheinlich kaum passieren. Ich will über den Musiker und Visionär JON SCHAFFER reden, der mich mit seiner Musik und ICED EARTH zwischen 94 und 96 geprägt hat, wie kaum eine andere Band zu dieser Zeit. Mit diesem herausragenden Album loteten ICED EARTH das Potential ihrer ganzen kreativen Schaffenskraft aus. Von der Grundstimmung pirschte man sich an den Gothic-Zeitgeist der 90er heran, schuf eine Stimmung, die den dunkel-romantischen Stunden mit TYPE O oder MOONSPELL ergänzend zur Seite stand, während Riffing und Intensität freilich eher von Schaffers Helden METALLICA inspiriert schienen.  Wenn es "aufs Gas geht " auf diesem Album, demonstriert Schaffer eindrucksvoll, dass eingängiger, catchy Thrash nicht nur den Branchenführern vorbehalten ist. Wobei es mit einer Reduktion auf Power- und Thrash- Metal hier nicht getan ist: ICED EARTH agieren teilweise Prog-mäßig verspielt und scheinen auch deshalb schon immer ein Standing bei US Prog Metal-Freaks gehabt zu haben. Nach einem verspielt-leichten Part kann auf diesem vielschichtigen Album ohne Schmerz ein Doom-Part a la CANDLEMASS folgen.  Wahnsinnig daran ist, dass nichts, aber auch gar nix, einen Millimeter konstruiert wirkt. Hier hat sich ein Mastermind von Intuition, Literatur, technischem und musikalischen Verständnis und einer großen Metal-Leidenschaft leiten lassen.  Mit ICED EARTH und "Burnt Offerings" hatte der Power Metal sein braves Konsens-Dasein verloren. Der kleine, fleißige Bruder des großen Thrash, der aufgrund seiner Ruppigkeit immer mehr Aufmerksamkeit bekommen hatte,  war in Form von ICED EARTH zu einem "evil Brudi" inkarniert, der durch seine Dunkelheit, Schwere und Variationsvielfalt ein ganz eigenes Lebensgefühl erschaffen konnte, das für mich durch Teenager-True-Love-Suicide Hymnen wie "Last December" (was für ein Banger!!!) und dem Höllenritt "Dantes Inferno" (Überlänge) mehr zu nem Abend mit DISSECTION und EDGE OF SANITY gepasst hatte, als zu ARMORED SAINT und METAL CHURCH. Ein Klassiker - ohne Diskussion !!!

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