Den mythischen, den ikonischen, den herausragenden SLAYER wird auch in diesem Blog eine Sonderstellung zu teil. Und wie es sich für die Könige des EXTREME METAL gehört, natürlich am SLAYER- Tag;dem 06.06.2026. Und da diese Zahlenmystik noch nicht reicht, ist dieser Eintrag der 13. im "365 DAYS IN METAL"- Blog. Und selbstverständlich wird es hier vorerst von Classic-Acts wie SLAYER kein x-tes Abnudeln von "Reign in Blood" oder "South of Heaven" geben. Natürlich wird sich dieser Blog im Laufe des Jahres auch den Olymp-SLAYER- Alben widmen, wenn es dem Blogger danach sein sollte. Doch der Reiz in der momentanen Phase des Blogs liegt im Abarbeiten der "Stiefkinder"- jener Alben, die nicht immer gleich als erstes genannt werden.
SLAYER, so ist man heute konsenstechnisch gerne der Meinung, haben mit "Decade of Aggression" ihr Hauptwerk vollendet und danach nur noch mehr oder weniger verzichtbare Alben gemacht. "Divine Intervention" aus dem Jahr 94 markierte das erste mit Paul Bostaph, ohne Dave Lombardo an den Drums.
In der Zeit wurden SLAYER auf jedem Festival, auf jedem Konzert, auf jeder Party ehrfürchtig verehrt und es ergab für mich später gar keinen Sinn, dass SLAYER Teil des "Big 4"- Marketingkonzepts waren. SLAYER habe ich subjektiv immer "outstanding evil", mit einer ganz eigenen Magie wahrgenommen und konnte sie auch mit viel Fantasie nie in eine Reihe mit den restlichen BIG 3 bringen. Natürlich ist mit bewusst, dass SLAYER weder in die Death- oder Black Metal- Szene passen würden. Aber soundmäßig empfand ich sie immer viel "böser" als die netten Jungs von ANTHRAX zB. Ich habe auch nie besessene Metal_Maniacs mit aufgerissenen Augen, fanatisch und voller zerstörerischer Energie, MEGADETH oder METALLICA über den Campingplatz skandieren gehört.
So kehren 1994 die bösen Männer des Thrash zurück und liefern mit dem nötigen Abstand betrachtet, ein wirklich total knallendes Album ab. Die Einschätzung, wonach SLAYER sich hier schon voll den bösen Neunzigern anbiedern würden, kann ich nur bedingt unterschreiben. Sicherlich, das ein oder andere mag "industrialisierter" klingen und diese typische mechanische Grundatmosphäre haben, die 90er Extreme-Metal-Alben haben. Aber sonst tun SLAYER hier das, wofür wir sie über die Jahre ganz ordentlich bezahlt haben: aggressiven Hardcore-based Thrash produzieren, der mit den geliebten Riffs und Arayas sicken Gesangslinien unverkennbar SLAYER ist. Sicherlich fehlt etwas der "catchy Faktor" der beiden hochverehrten Vorgänger. Aber gerade der TRIPLE THRASH TREAT zu Beginn ("Killing Fields", "Sex.Murder.Art" und "Fictional Reality") ist High End- SLAYER-Kino, bevor mit der Video-Auskopplung "Ditto Head" geschwindigkeits- und intensitätstechnisch neue Maßstäbe gesetzt werden. Unterm Strich sind hier SLAYER beim Bolzen, beim Grooven und auch beim Intensiv-Sein eine eigene Kategorie, die wie keine andere bekannte Band menschliche Abgründe mit einem völlig eigenen Stil zur Sounddoktrin erhebt.