Phasenweise ist der angeschwärzte Death-Metal made in Schweden, oder der Todesblei gestählte Black Metal aus Schweden mein höchstes Ritual im Metal Magic-Konsum. Ob das nun DISSECTION, NAGLFAR, DARK FUNERAL oder NECROPHOBIC sind. Sie alle haben ein spielkulturelles Niveau, das sich immer an den ganz großen Komponisten des Heavy Metal orientiert. Besagte Combos sind nicht lange auf BATHORY oder SODOM hängen geblieben. Schnell war klar, um wirklich epischen, starken und emotional- berührenden Heavy Metal zu schreiben, muss man IRON MAIDEN, RIDE THE LIGHTNING und MERCYFUL FATE studieren. Für die Wucht orientiert man sich an SLAYER. Und um dem Spirit der Tradition gerecht zu werden, muss man POSSESSED und die frühen MORBID ANGEL verstanden haben. Wer mich kennt, weiß, dass diese Aufzählung neben objektivem Musikjournalismus (Augenzwinkern) natürlich auch (fast) alles beinhaltet, was mir so unheilig wichtig ist.
IRON MAIDEN sind für jeden Suchenden nach Epik, Ausdruck und Magie im Metal eine Referenzband. RIDE THE LIGHTNING hat neben einer unverschämten Grundintensität eine noch unverschämtere Harmonie- und Melodiegabe, dass ich persönlich nie verstehen werde, wie andere Leute andere METALLICA- Alben darüber sehen können ;). Oder gar Menschen wie den Krachmucker (Ernie), die damit nix anfangen können. Ich hab in meiner Erbostheit ihm sogar schonmal ne Mail verfasst und mich u.a. ganz wütend zu diesem Umstand geäußert.
NECROPHOBIC beherrschen alle meine Grundanforderungen an blacking heavy DEATH METAL, kultivieren im Gegensatz zu den anderen drei aus den BIG FOUR (Leute, IN FLAMES,DARK TRANQUILITY und AT THE GATES sind safe super geil, aber so schwarz wie ein Spiegelei), noch ein sehr abgefahrenes Verständnis für HARD ROCK. Die Gitarren erinnern an vielen Stellen an ganz traditionelle Schule. Ich bin nicht so der HARD ROCK- Kenner, kann aber mit meiner rudimentären DIO- und SCORPIONS- Bildung hier 70er Liebe spüren und ganz wichtig: mitgezogen werden. Ein Feuerwerk an wirklicher HARD ROCK und HEAVY METAL- Liebe, was hier dem "Gehörnten" als Lobpreisung dargebracht wird. Für Puristen vielleicht unter dem Gesichtspunkt DEATH METAL fast zahnlos. Für Melodie verrückte Freaks wie mich eine Lebensversicherung, die mir alles bietet, was mein ständig loderndes METAL HEART begehrt. Da ich gern Testsituationen schaffe (ja, Leute, ich bin selbsternannter Sozialwissenschaftler und bewährter Pädagoge in Bildung und Sozialpädagogik), habe ich mir zur Einordnung noch SODOM (letzter Release) und SIX FEET UNDER (Debut) darauf gegönnt. Obwohl besonders zweitgenannte ein einfach gehaltener Groove-Feger ist, konnte die Intensität und das farbenfrohe Agieren gegen diese super talentierten Schweden keine Punkte mehr holen.