365 DAYS IN METAL Album #22 TYPE O NEGATIVE- Bloody Kisses

Veröffentlicht am 15. Juni 2026 um 18:07

Wahrscheinlich eines der ikonischsten Alben der Neunziger Jahre. Kaum jemand, der sich zwischen DYNAMO, Crossover-Disko und Headbangers Ball bewegt hat, dürfte es nicht kennen, das Cover dieses Klassikers. Auf Wunsch eines Lesers wage ich mich hier heran. "She is in love with herself, she likes the dark", PETE STEELE, umstrittener CARNIVORE- Frontmann, New Yorker- Legende und Sexsymbol der kommenden Jahre, läutet auf der Frühneunziger CD mit diesen Worten ein neues Zeitalter des METAL ein. Das Zeitalter des Weiblichen im Hardrock- und Metal-Bereich. TYPE O setzen die dunkle Weiblichkeit in die Betrachtung ihres emotionalen Schaffens und erwecken damit den GOTHIC ROCK zu neuem Leben. Eine Menge Evas werden durch dieses Album zu Liliths verwandelt werden. Den schwarzen Kajal rausholen, sich anziehen wie "Lilly Munster" (Textzitat) und krass nach Patchouli duften. Will sagen, PETE STEELE ist unumschränkt der Hohepriester der GOTHIC Hexen, die die Neunziger ohne Besen und Hexenhaus im Sturm erobern. Er zelebriert sein Ritual süßlich, mit seiner unnachahmlichen Stimme und einer Menge erotischem Pathos. Die Scheibe ist pure Magie. Eine Melange aus diversen 70er Rock-Elementen, Gothic Keyboards und leicht verträglichen Doom-Anleihen. "Set me on Fire" ist hier das Motto, eine lässige Nummer mit dezenter DOORS- Schlagseite. Wo Gothic generell das Klischee von Deepness, Depression und schwarzer Magie bedient, wird hier "Saturday Night Fever"- Gothic zum beschwingten "Summer Breeze"- Event. TYPE O holen damit das Schwarze aus der psychopathologischen Ecke und platzieren es im Rock- Mainstream der 90er Jahre. Ich gehöre zu den 120.000 Menschen, die der Headlinershow 1995 beim DYNAMO beigewohnt haben und einen eigenen Woodstock-Moment hatten.