Wieder so ein: "ich bekenne spät, dass ich in den Neunzigern mir viel Sound selber verbaut habe"- Blog. Na ja, ich sehe das heute eigentlich super entspannt. Ich glaube, mein METAL-Feuer hat gerade deshalb so stark lodern dürfen, da ich keinerlei Verwässerung und Anschlussfähigkeit gesucht habe. Wenn ich ein Mädel mit alternativem Soundgeschmack kennengelernt habe, fand ich es viel cooler, sie auf nen SAMAEL oder nen MORGANA LEFAY- Film zu bringen (beides konkret passiert), als ihren "Faith No more"- Sound abzufeiern. Diese Sounds repräsentierten das links-liberale Establishment dieser Zeit, was ich generell ja eine schöne Gesellschaftsidee fand und finde. Aber METAL durfte für mich nur bis zu einem gewissen Grad anspruchsvoll im kulturellen Sinn sein. Ich fühlte mich auf nem "Black Trip" angeleitet von den dunkelsten Kräfte der Nacht, die jedoch genau in das hellste aller Lichter führen: LIEBE. Wenn Sound schon in seiner DNA viel Liebe enthielt, war er mir suspekt. Ich fühlte immer, dass der METAL Kampf war. Kampf mit den unbewussten Teilen, der falschen Anpassung an die "Matrix" oder sonstigen Dämonen. Eine Transformation. Etwas konnte nicht per se schon so schön und erhaben sein wie das "Angel Dust"- Cover. Mit dem Schlachthof-Bild auf der Rückseite konnte ich da schon deutlich eher mit.
Aber generell klingen FAITH NO MORE zwar freaky, aber durchweg "erwachsen" und kultiviert. Hier ist kein Ringen mehr mit den Selbstzweifeln und Abgründen integriert, eine aufstrebende Klarheit, wie man sie im "normalen Metal" nur von PROG - Geschichten wie zB FATES WARNING oder DREAM THEATER kennt. Im freudianischen Sinn: das ES ist nur noch als Möglichkeit bewusst, das ICH integral ausgeleuchteter Wesensanteil und das ÜBER-ICH wird hier technisch versiert und vollständig bewusst eingesetzt. Kunst, ja Kunst im klassischen Sinne. Etwas, was mich zu der Zeit einfach null anspricht. Zwar bin ich auch mit 16 nicht der komplette Dumpfprolet, der nur Fussball, Bier und Heavy Metal mag, bissi Lesen und Kultur warn immer dabei. Aber mein Sound musste mehr aus dem Impuls kommen, aus dem Feeling. Zumindest musste ich das fühlen.
Mit "Angel Dust" liegt das perfekte Crossover- Album vor. Jesus, was es hier alles zu entdecken gibt... Welche großartige künstlerische Vision hier dahintersteckt. Und wie hier vielleicht auch der ultimative Grundstein für den NU METAL im positiven Sinn gelegt ist. Ein Sound-Feuerwek, das Dir den Tag einfach auf nen anderen Level hebt. Bei mir grad abartig viel auf der Playlist. Funky. Was soll ich sagen. Der "Metal-Schloez" sagt FUNKY. und sehr cool.