Nachdem ich Vorgänger- Post, dem FAITH NO MORE- Kniefall, MORGANA LEFAY bereits gespoilert habe, will ich mich heute diesem Ding hier widmen, wenn es auch nicht mein Top Fave der Schweden ist. Für alle, die in den Neunzigern zu jung warn und/oder lieber FAITH NO MORE gehört haben: es gab da dieses schwedische Kaff, Bollnäs, aus dem neben MORGANA LEFAY auch noch TAD MOROSE stammten, die ebenfalls bei BATHORY- Label BLACK MARK unter Vertrag standen, und im Gegensatz zu den MORGANAs eher dem Prog-Part des POWER METAL huldigten, mich deswegen nie so gecatched haben. MORGANA LEFAY sind grundlegend in der Tradition von US- Power Metal- Größen wie METAL CHURCH und alten SAVATAGE verwurzelt. Was sie aber durchaus sexy und zeitgemäß machte, ist die Tatsache, dass sie das Black Album von METALLICA komplett verinnerlicht hatten und auch mit der wilden Wucht von PANTERA nicht "fremdelten". Will sagen, man hatte den Sound erkannt, der den traditionellen POWER METAL, der nun mal immer klar im HARD ROCK verwurzelt ist, in die wilden 90er gebracht. Für mich spielten sie in der gleichen Liga wie ICED EARTH und NEVERMORE zu der Zeit. Würdet ich mich jetzt nach der obligatorischen weiteren Nummer in der BIG 4 des 90ies POWER METAL fragen, könnte ich nur etwas sehr abgefahrenes nennen (SKYCLAD). Dass SKYCLAD vielleicht tatsächlich die Rolle von ANTHRAX in dieser konstruierten BIG 4 haben, ist ein Gedanken, dem ich nachgehen werde- an anderer Stelle.
Was MORGANA LEFAY mit den beiden anderen Ikonen (SKYCLAD klar ausgenommen) verbindet: man brachte die Düsternis und das Abgründige in den POWER METAL, ging eher in der Grenzregion zu CANDLEMASS spazieren, als am leichten HELLOWEEN- Bächlein. Dazu hier das klassische Mittelalter/Fantasy- Konzeptalbum. Bislang war man in sämtlicher Fantasy- und auch Okkult-Literatur am Suchen gewesen, auf "Maleficium" handelt man einen Hexenprozess im großen Stil ab und knüpft damit thematisch auch klar an KING DIAMONDs "The Eye" an, das zu dem Zeitpunkt schon ein halbes Jahrzehnt alt war und als absoluter Klassiker galt. Um in keiner kreativen Sackgasse zu landen, haben MORGANA LEFAY auf meinem DAY 29- Album den Sound an manchen Stellen nuancierter und verspielter ausgelegt, als auf den Vorgängern, was ihnen gut zu Gesicht steht, ich aber die pure Variation ihrer Idee von "The Secret Doctrine" (gleichnamiges Album) noch nen Tick cooler finde.