365 DAYS IN METAL #37 IN FLAMES- The Jester Race

Veröffentlicht am 30. Juni 2026 um 06:08

Den Hauptimpact auf mich üben aktuell die METAL-Classics aus der Mitt- bis Endneunziger-Phase aus. Es sei auch gesagt, dass diese Zeit auch durch eine unglaubliche Klassiker-Dichte geprägt ist. Mit IN FLAMES kommt hier das Traumalbum jedes "echten" METAL-Heads: die Schweden haben es auf unnachahmliche Weise vollbracht, richtig brachialen METAL-Sound, der mal corelastig, mal eher Death Metal- zentriert daherkommt, mit epischen POWER METAL- und IRON MAIDEN- Elementen zu mischen. So erinnere ich mich gut, wie mich diese Mischung aus Intensität und Melodie an den Rande des Wahnsinns getrieben hat. Schließlich war alles drin, was die Headbanger- Karriere bis zum 18. Lebensjahr ausgemacht hatte: rasanter Death Metal, Thrash-Einflüsse und die ganze MAIDEN-, BLIND GUARDIAN- und HELLOWEEN- Kinderstube. Und dazu kam, dass es natürlich aufgrund der vorhandenen "Düsterheit" gut in die damals rollende Dark- und Black- Metal- Welle passte. Ich hab IN FLAMES in der Zeit im U 2 in Bad Wörishofen und als Support von CRADLE OF FILTH und DISSECTION gesehen.  Jungs ohne große Schnörkel und aufgesetzte Showelemente und "Metal-Gepose". Normale Skater- und Hippie-Typen, die du in deinem Heimatkaff völlig langweilig gefunden hättest, weil METAL musste immer etwas mit BLUT, FEUER und TOD zu tun haben. Darin liegt vielleicht ein weiterer großer Influencing- Faktor von IN FLAMES: METAL-Sound mit Hingabe und Überzeugung zu spielen, ohne die landläufigen Klischees zu erfüllen. Musik zu machen um der Musik willen. Hier hatten sie eine große Parallele zu zwei offensichtlichen Vorbildern: IRON MAIDEN und BLIND GUARDIAN. Beide liefern dem Fan das perfekte Kino-Film-Programm mit ihrem Konzept und ihren Shows. Ansonsten ist ihre Identität nur in einem überschaubaren und verträglichen Ausmaß von METAL-Style und Verhalten geprägt.  Will sagen: man muss nicht WATAIN oder THE DEVILS BLOOD sein, um authentische und intensive Musik zu erschaffen. Diese "Normalität" ist ein weiterer Aspekt, der IN FLAMES ausmacht.