2025 wird als das Jahr in der Geschichte eingehen, als es "Facebook-Polit- Studenten" endgültig geschafft haben, den Diskurs zu bestimmen. Wut und "ich hasse, also bin ich" reichen aus, um Konservatismus mit Rechtspopulismus schäbigster Art zu vertauschen.
Und so sehr ich politischen Populismus verachte, so sehr liebe ich ihn in der Musik. Vor allem, wenn er von MANOWAR gemacht ist. Die "Kings of Metal" waren im Februar bei uns im schönen Oberschwaben und spielten das komplette "Sign of the Hammer"- Album durch. Das war das Konzept der Tour: ein Abend "Hail to England", ein Abend "Sign of the Hammer". Dazu natürlich die Creme des TRUE METAL: "Kings of .. na was...?", "Black, Wind, Fire and Steel", "Fighting the World", "The Power".... MANOWAR sind trotz ihres fortgeschrittenen Alters unter Dauerstrom, befreien die Welt mit chirurgischen Operationen vom FALSE METAL und rufen ihre "Warriors of the World" zum "Final Battle". DEATH TO FALSE METAL: Forever. Ernsthaft: der Comedy-Faktor von MANOWAR ist natürlich nicht ganz zu leugnen, aber: ein routiniert agierendes Uhrwerk, das mit seinem Bass-Live-Druck immer beängstigend-dominanter wird und eine Stimme, die einfach nur HEROISCH zu nennen ist. ERIC ADAMS- Voice of Walhalla. Love. Mein soziales Umfeld weiß, was jetzt kommt: OTHER BANDS PLAY....
Ein komplettes Jahreshighlight war dann für mich KING DIAMOND in Ludwigsburg. Supported von PARADISE LOST, die cool und gentlemen-like ihren Gothic Metal seiner Majestät zur Verfügung stellten, wurden wir an jenem Juni-Tag Zeugen eines denkwürdigen Gigs:
Musiker, die auf einem absoluten Ausnahme-Level agieren, ein perfekt abgemischter Sound und die kultige Geisterbahn-All-Day-Halloween-Show des unglaublich professionellen und charismatischen Dänen, inszenieren den lebenslangen "Emo" perfekt in seiner völlig subjektiven Welt aus LaVey-Satanismus, Jugendokkultismus, Groschenroman-Horror und theatraler Rock-Show. Ein Alice Cooper für die "junge" Generation. Im Gepäck MÖRDERALBEN wie "Abigail", "Them", "Conspiracy" und "The Eye". Es knallt, nebelt, Hexen tauchen auf und bezirzen mit ihren diabolisch-süßlichen Stimmen, Zombies fahrn in Rollstühlen über die Bühne und der Meiser beschwört zu Voodoo- Rhythmen sämtliche Wesenheiten zwischen Vaihingen/Enz und dem südlichen Remstal. So freaky wie der Versuch einer Beschreibung ausfällt, so freaky ist es tatsächlich. Nur mit einer Dichte an METAL- Klassikern und einer Virtuosität, dass das Gesamtkonzept jeden Lacher sofort im Keim erstickt. Nach den "Kings of Metal" der "King of Metal", der dem Klischee nach ein ewig pickliger Teenager ohne Freunde sein könnte, der sich im Bubblegum-Okkultismus ein Ich gezimmert hat. Der KING ist jedoch genau das Gegenteil: einst erfolgreicher Fußballer, belesener und rational denkender Kulturschaffender mit einer absolut gelungenen Integration der Bürgerschreck-Show in ein musikalisch perfekt dargebotenes Spektakel. Mein Konzerthighlight 25, wenn ja wenn...
...da nicht dieser 26.Juli gewesen wäre:
meine Liebe zu IRON MAIDEN hat sogar schon meine 10jährige Tochter mitbekommen und sich anstecken lassen. Aber unser Influencing ist wechselwirkend. Im Oktober waren wir dann bei NINA CHUBA. Und die ist auch mal richtig "metal". Aber das mal an anderer Stelle.
Über den 26. Juli gibts nur einen Fail zu vermelden: das Wetter war so britisch wie der Grund unseres Besuches.
Eine Setlist für die Ewigkeit und der Beweis, dass nur IRON MAIDEN den METAL, die Welt, unser Seelenheil und überhaupt alles retten können und werden.
Zwar bilde ich mir ein, dass DICKINSON beim DI ANNO- Opening (Murders, Wrathchild, Killers, Phantom) noch nicht ganz so aktiviert war wie bei "seinen" Songs, aber das kann selektiv-gesteuerte Wahrnehmung sein.
Beim Mittelteil von "7 the Son" wurde mir klar, warum diese Band neben den offensichtlichen Garanten ("Fear of the Dark", "Two Minutes to Midnight") die Leute so abholt: METAL ist RELIGION und Religion sollte immer einen transzendenten Bezug andeuten können. So verliert sich mein alltagsgeschundenes Ich in den Weiten der 7 Söhne- Landschaft, zerfließt in warmer Harmonie auf den kalten Eisschollen der Szenerie und kehrt dann neu geborenen auf das Battlefield Cannstatter Wasen zurück ("ohohohohohohoh". Es folgt auf den psychodelischen Wellness-Trip tatsächlich das bodenständige "Trooper", das jeder Lover der Eisernen tief in seiner DNA hat).
Mit "Powerslave" haben Maiden einen weiteren nicht-irdischen Song in der Setlist, der mich ebenfalls tief auf die Reise mitnimmt (into the Abyss I fall, the Eye of Horus...) und Dickinsons Vorliebe für Freimaurer-Symbolik und Okkultismus unterstreicht. Zum Glück hat der Mann noch zwei, drei andere Interessen und Fähigkeiten ;).
Auch der "Rime" des "ancient mariners" wird erzählt. Selbst jetzt beim Tippen habe ich Gänsehaut. "Water! Water! Everywhere".
Sie sind die Großmeister, das Auge in der Pyramide, die Vereinigung von Seth und Horus, die Krone der Schöpfung-
kurz a time to live, a time to die- whens its time to meet thy maker.
GENTLEMEN, wir sehen uns auch 26! UP THE IRONS!