MERCYFUL FATE und KING DIAMOND sind heute landläufig der Inbegriff von Kult, schwarzmetallischer Pionierarbeit und natürlich auch Trueness. In meinen jüngeren Jahren erinnere ich mich durchaus daran, wie etliche Headbanger und Headbangerinnen bei Erwähnung des gnadenvollen Schicksals zu lachen begannen, nicht zuletzt wegen der Stimme seiner Majestät. Unvergessen damals auch die Show in der Röhre (Stuttgart) vor nicht mal 50 Zahlenden. MERCYFUL FATE warn in den 90er der Inbegriff von unsexy, oldfashioned und rückständig. Für Leute wie mich z.B war dieser Umstand Motivation genug, sich dem Thema erst recht hinzugeben. Und natürlich verehrte man die Klassiker der Dänen mit Hingabe, freute sich jedoch auch euphorisch über Releases wie dieses 96er Album.
Logisch, kommt ein Album wie dieses von der Magie und Brillanz niemals an ein Jahrhundertalbum wie MELISSA heran, das konnte auch schwer der Anspruch von MERCYFUL FATE gewesen sein. MERCYFUL FATE 96 geben sich erdig und solide groovend und widmen sich ihrer Kernkompetenz : old school Heavy Metal erschaffen, der sich nicht von Satanic Panic distanziert, sondern sie bewusst in sein Schaffensfeld integriert hat. Durch den hart groovenden Aspekt hat man hier eine bewegungsintensive Metal-Scheibe, die die Tanzfläche ohne Umwege einheizt (der Opener "The Uninvited Guest" mal als Beleg der These), aber auch eine, die durch die hohe musikalische Kompetenz und die "Drama-Queen" KING DIAMOND auch zu Kopfkino auf dem heimischen Sofa taugt. Einzelne Anspieltipps im Stil eines Old School Reviews? Der Titelsong ist ein Erlebnis, als alter Piraten-Fan finde ich "Fifteen Men and a Bottle of Rum" explizit erwähnenswert und natürlich das orientalisch- anmutende "Kutulu (The mad Arab, part 2)". "Come to the Sabbat" lockte der König seine Geschöpfe "down by the ruined bridge" damals. Wer einmal hinging, muss nie mehr explizit eingeladen werden...